BANGKOK, THAILAND – Die staatliche Sozialversicherung steht unter wachsendem Druck, weil nach Angaben eines Vorstandsmitglieds Millionen Versicherte neue Leistungen nicht abrufen können und ältere Menschen auf höhere Renten warten. Zugleich arbeiten Regierung und Sozialpartner an Reformvorschlägen, die bürokratische Hürden und mangelnde Transparenz im System angehen sollen.
Verzögerte Leistungen und wachsende Kritik
Der Sozialversicherungs-Vorstand Sustarum Thammaboosadee, führende Stimme des Progressive Social Security Team, erklärte, dass mehr als vier Millionen Versicherte bislang keinen Zugang zu den erweiterten Zahnbehandlungs-Leistungen erhalten hätten.
Gleichzeitig berichtete er, dass über 570.000 ältere Leistungsbezieher ihre Renten noch nicht auf Basis der neuen Berechnungsformel ausgezahlt bekommen hätten.
Zweifel an Management und Rechenschaft
In einem Beitrag in sozialen Medien stellte Sustarum die Führung der Social Security Office (SSO) offen infrage und verwies auf große Beschaffungsprojekte mit hohem Budget, die sich verzögert hätten oder fehlerhaft umgesetzt worden seien.
Er kritisierte, dass bei diesen Projekten bislang keine klare Verantwortung benannt worden sei und sprach von Defiziten bei Management und Rechenschaftspflicht.
Reformkurs und politische Dimension
Der Aktivist warnte zudem, dass das laufende Beteiligungsverfahren zu neuen Wahlregeln für den Sozialversicherungsrat echte Reformen behindern könne, statt sie zu erleichtern.
Nach seinen Worten müsse die Reform der Sozialversicherung zu einer gemeinsamen nationalen Aufgabe werden, die parteipolitische Grenzen überwindet und sich auf Fragen der Lebensgrundlage der Menschen konzentriert.
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Pläne für Wahlen und letzte Kampagne
Das Progressive Social Security Team, das derzeit sechs Sitze im Rat hält, will bei den bevorstehenden Wahlen alle 14 Mandate für Vertreter der Versicherten und Arbeitgeber anstreben, die für etwa Mai erwartet werden.
Sustarum kündigte an, dies werde seine letzte persönliche Kampagne sein, betonte aber, „Sozialversicherung hat keine politischen Farben“ und rief zu landesweiter Zusammenarbeit für mehr Fairness und Integrität im System auf.
Arbeitsgruppe für Reform und Fristen
Bereits am Freitag hat eine Arbeitsgruppe zur Reform der Sozialversicherung unter Vorsitz des Pol Lt Col Wannapong Kotcharak, Generalsekretär im Arbeitsministerium, ihre erste Sitzung abgehalten.
Vertreter von Versicherten, Arbeitgebern, staatlichen Stellen und unabhängige Experten einigten sich auf drei Prioritäten: bürokratische Starrheit, mangelnde Transparenz sowie Schwächen im Organisations- und Personalmanagement.
Konkrete Vorschläge und Gesetzesänderungen
Nach Angaben von Wannapong hat die Arbeitsgruppe 60 Tage Zeit, um konkrete Reformvorschläge vorzulegen, wobei für den 20. Februar ein weiteres Treffen mit substanziellen Ergebnissen angesetzt ist.
Sustarum erklärte, Ziel sei es, die Effizienz des Fonds zu steigern, die Rechenschaft gegenüber Versicherten und Beschäftigten zu stärken und berufliche Entwicklung zu fördern, um den Weg für Änderungen am Social Security Act zu ebnen.
⚠️ Beiträge zahlen – aber auf Leistungen warten?
Millionen Versicherte und Hunderttausende Rentner sollen weiterhin auf zugesagte Leistungen warten. Gleichzeitig werden Management und Transparenz infrage gestellt.
Ist das nur Bürokratie – oder ein strukturelles Problem im System?
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