BANGKOK, THAILAND â Die Wertpapierbörse in Bangkok treibt den Börsengang der drei gröĂten Alkoholhersteller des Landes voran und sieht darin einen wichtigen Wachstumsschub fĂŒr den heimischen Kapitalmarkt.
Alkoholkonzerne sollen neue Börsen-Sparte bilden
Der Vorsitzende der Stock Exchange of Thailand (SET), Kitipong Urapeepatanapong, betonte, die groĂen Alkoholproduzenten seien groĂskalige und hochprofitable Unternehmen, die im heimischen Aktienmarkt bislang kaum vertreten seien.
Nach seinen Angaben wĂŒrden ihre BörsengĂ€nge nicht nur eine neue Sektor-Kategorie schaffen, sondern auch frisches Anlegerinteresse wecken und die gesamte Marktkapitalisierung erhöhen. âDiese Unternehmen verfĂŒgen ĂŒber starke Fundamentaldaten und robuste ErtrĂ€ge. Alkoholproduzenten wĂ€ren ein neuer Wachstumsmotor fĂŒr den thailĂ€ndischen Aktienmarktâ, sagte Kitipong.
Global seien Aktien von Spirituosen- und Brauereikonzernen an groĂen Börsen breit akzeptiert und aktiv gehandelt, fĂŒgte er hinzu. International gelten sie hĂ€ufig als defensiver Konsumsektor mit stabilen Cashflows und konstanten Dividenden.
ThaiBev als möglicher erstes Listing in Bangkok
Im Fokus steht zunĂ€chst Thai Beverage Plc (ThaiBev), der gröĂte GetrĂ€nkekonzern SĂŒdostasiens. Kitipong rechnete damit, dass ThaiBev als erster Alkoholproduzent bereits in diesem Jahr Anteile an der SET platzieren könne.
Geplant sei dabei nicht die Notierung der Holding, sondern einer reinen Spirituosen-Tochtergesellschaft. Die entsprechende Konzernstruktur sei bereits vorbereitet, der Zeitpunkt hĂ€nge nun vor allem von den Marktbedingungen ab. âWenn die LiquiditĂ€t zunimmt und sich der SET-Index besser entwickelt, lassen sich fĂŒr neue Listings höhere BewertungsaufschlĂ€ge erzielenâ, erklĂ€rte der SET-Chef.
ThaiBev ist seit 2006 an der Singapore Exchange (SGX) gelistet und zĂ€hlt dort zu den wertvollsten Konsumtiteln. Der Konzern hatte zudem eine BörseneinfĂŒhrung seiner Bier-Sparte BeerCo in Singapur angekĂŒndigt, diese aber bislang nicht umgesetzt.
Mehr LiquiditĂ€t, geringeres WĂ€hrungsrisiko fĂŒr heimische Anleger
ThailĂ€ndische Investoren können ThaiBev-Aktien schon heute direkt in Singapur oder ĂŒber das seit August 2024 an der SET gehandelte Depositary Receipt THAIBEV19 erwerben. Ein direktes Listing in Bangkok wĂŒrde nach EinschĂ€tzung der Börse jedoch zusĂ€tzliche Vorteile bringen.
âEine Notierung am thailĂ€ndischen Aktienmarkt wĂŒrde nicht nur die LiquiditĂ€t im SET erhöhen, sondern fĂŒr Anleger auch den Zugang erleichtern sowie Transaktionskosten und das WĂ€hrungsrisiko senkenâ, sagte Kitipong.
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Gesellschaftliche Vorbehalte gegen Alkohol-Aktien nehmen ab
Formell dĂŒrfen Alkoholunternehmen seit Langem an der SET gelistet werden, tatsĂ€chlich ist bisher kein entsprechender Konzern an die Börse gegangen. Hauptgrund waren gesellschaftliche Vorbehalte und die Sorge, öffentliche Kapitalaufnahme könne als Förderung ungesunden Konsums interpretiert werden.
Kitipong sieht hier inzwischen eine deutliche Entspannung. âHeute rechnen wir nicht mehr mit Protesten gegen Alkoholaktien. Die globalen KapitalmĂ€rkte sind offen, und ein Listing bietet den Investoren Wahlmöglichkeitenâ, sagte er. Erfahrungen im Ausland hĂ€tten gezeigt, dass Widerstand auf lokaler Ebene internationale KapitalflĂŒsse in den Sektor nicht aufhalte.
Boon Rawd und Carabao ebenfalls im Visier der Börse
Neben ThaiBev hat die SET auch den Brauereikonzern Boon Rawd Brewery, Hersteller des bekannten Singha-Biers und Ă€ltester Bierproduzent des Landes, angesprochen. Nach EinschĂ€tzung von Kitipong dĂŒrfte Boon Rawd noch weitere Umstrukturierungen benötigen, könnte aber innerhalb von drei Jahren börsenreif sein.
Auch eine bierproduzierende Tochter der Carabao Group, Hersteller von Carabao-Bier, wird von der SET als strukturell vorbereitet fĂŒr einen möglichen Börsengang in Bangkok angesehen.
Strategische Ăffnung des Marktes fĂŒr neue Branchen
Die Ăffnung fĂŒr Alkoholkonzerne ist Teil einer breiteren Strategie der SET, aktiv neue Branchen an den Markt zu holen, statt auf Listings zu warten. Parallel lĂ€uft das Programm âJump Plusâ, ein langfristiges Vorhaben im Dreijahresplan 2026â2028, das Wachstum und Skalierbarkeit von Unternehmen an SET und Market for Alternative Investment (MAI) stĂ€rken soll.
Bereits mehr als 110 Unternehmen haben sich diesem Programm angeschlossen. Die Börse rechnet damit, dass im laufenden Jahr sichtbarere Fortschritte erzielt werden.
Gelingen die geplanten Listings der Alkoholproduzenten, könnte dies einen Wendepunkt fĂŒr den heimischen Kapitalmarkt markieren:
âą gröĂere Marktbreite durch einen neuen Konsumsektor
âą höhere AttraktivitĂ€t fĂŒr institutionelle Investoren
âą stabilere Ertragsstrukturen im Index durch defensive Konsumwerte
Langfristig könnte der Einstieg der groĂen Alkoholhersteller die SET als regional investierbare Konsumdrehscheibe stĂ€rken und die AbhĂ€ngigkeit des Marktes von einzelnen Branchen verringern.




Geld regiert die Welt, da mĂŒssen gesellschaftliche Vorbehalte mal in den Hintergrund treten.
Und von wegen Förderung von ungesundem Konsum, Mama Nudeln sind schon seit langem an der Börse gelistet und m.E. nicht unbedingt gesĂŒnder als eine Flasche Bier ;-)