Taxi-Revolution in Thailand: QR-Codes und Live-Tracking

Taxi-Revolution in Thailand: QR-Codes und Live-Tracking
ThaiRath, Thai Examiner

BANGKOK, THAILAND – Die thailändische Verkehrsbehörde führt ein landesweites QR-Code-System für alle registrierten Taxis ein und verbindet es mit schärferen Kontrollen und härteren Strafen bei Verstößen. Ziel der Reform ist mehr Transparenz, bessere Sicherheit für Fahrgäste und einheitliche Qualitätsstandards im gesamten Land.

Hintergrund des Taxi-Konflikts

Der Umbau des regulären Taxi-Dienstes ging aus monatelangen Spannungen zwischen Fahrern, Betreibern und dem Verkehrsministerium hervor, in denen es vor allem um unfaire Konkurrenz und sinkende Einkommen ging.

Zu Jahresbeginn hatten Taxi-Vertreter sogar mit Streiks und der Blockade der internationalen Flughäfen in Bangkok gedroht, bevor die Regierung im Mai unter dem damaligen Verkehrsminister Suriya Jungrungruangkit mit direkten Gesprächen und kurzfristigen Zugeständnissen eingriff.

Von Zugeständnissen zu strenger Aufsicht

Im Zuge dieser Einigung erhielten Taxis zusätzliche Einrichtungen an großen Flughäfen und die Zusage, staatlich unterstützte Mobilitäts-Apps stärker mit dem Taxiverkehr zu verknüpfen, was die Lage zunächst entspannte.

Kurz darauf verlagerte das Ministerium seinen Schwerpunkt jedoch auf langfristige Regulierung, stärkte Aufsicht und Compliance und beauftragte das Department of Land Transport (DLT) mit der Einführung eines verpflichtenden QR-Code-Systems für alle lizenzierten Meter-Taxis.

Start und Umfang des QR-Systems

Der Generaldirektor des DLT, Sorapong Paitoonpong, bestätigte am Donnerstag den landesweiten Rollout und erklärte, das System befinde sich bereits in der Umsetzungsphase und werde verbindlicher Standard im gesamten Land.

Die Installation begann am 2. Februar, und bis Juni rechnet die Behörde damit, mehr als 70.000 Taxis – nahezu die gesamte Flotte – ausgestattet zu haben und dadurch einen durchgängigen digitalen Überblick über den Betrieb zu erhalten.

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Verknüpfung mit Ausweis- und Fahrzeugdaten

Kern des Modells ist, dass jeder Taxi-QR-Code direkt mit der nationalen ID-Datenbank verknüpft ist und so Fahreridentität und Fahrzeugregistrierung sofort abgeglichen werden können.

Laut DLT ermöglicht die Plattform Echtzeit-Verfolgung von Fahrten, zeigt Routen, Position und aktuellen Dienststatus an und blendet während der Fahrt fortlaufend die Fahrpreisberechnung ein.

Drei Farben, drei Funktionen im Wagen

Jedes Taxi muss drei QR-Aufkleber mit unterschiedlichen Farben tragen, die jeweils einer klar definierten, aufsichtsrechtlichen Funktion dienen.

Ein violetter Code vor dem Fahrer dient zur Schichtanmeldung und Identitätsbestätigung des Fahrers, löst danach automatisch das GPS-Tracking aus und verhindert damit nicht autorisierte Fahrten.

Blauer Code für Fahrgastinformationen

Ein blauer QR-Code auf der linken hinteren Seitenscheibe im Innenraum ist für Passagiere bestimmt, die damit Name, Lizenzdaten, Kennzeichen sowie Schulungs- und Registrierungsstatus des Fahrers abrufen können.

Über denselben Code können Fahrgäste den zu erwartenden Fahrpreis kalkulieren, den Service nach der Fahrt bewerten und Beschwerden oder Lob direkt beim DLT einreichen, das alle Meldungen zentral erfasst.

Roter Code für dringende Beschwerden

Außen an der linken hinteren Tür ist ein roter QR-Code angebracht, der ausschließlich für dringende Beschwerden wie Fahrgastablehnung oder Fehlverhalten vorgesehen ist.

Wird dieser Code gescannt, wird laut Behörde eine sofortige Prüfung ausgelöst, sodass schwerwiegende Verstöße priorisiert und ohne Verzögerung bearbeitet werden können.

Echtzeit-Tracking und Datenaustausch

Beim Scannen eines der Codes werden Systemdaten automatisch geladen, frühere Bewertungen sichtbar und der Status der laufenden Fahrt in Echtzeit aktualisiert, wodurch ein durchgängiger Überblick entsteht.

Zusätzlich können Fahrgäste ihre Fahrtdetails digital mit Familie oder Freunden teilen, wobei diese Weitergabe während der gesamten Fahrt möglich bleibt und die Funktion mit staatlichen Datenbanken verknüpft ist.

Übergangsphase und Hotline 1584

Während der Einführungsphase bleiben alternative Meldewege bestehen, insbesondere die Hotline 1584, die weiterhin Beschwerden zu Taxis ohne QR-Ausstattung entgegennimmt.

Nach Angaben des DLT sollen so Abdeckungslücken überbrückt werden, bis das digitale System flächendeckend in Betrieb ist und alle lizenzierten Taxis erfasst sind.

Harte Linie gegen illegale Taxis

Parallel zur technischen Umstellung hat das DLT seine Kontrollen ausgeweitet und geht landesweit verstärkt gegen illegale Taxis und abgelaufene Lizenzen vor.

Nach Behördenangaben werden täglich 10 bis 20 Verstöße festgestellt, etwa durch das unerlaubte Wiederanbringen von Taxi-Schildern oder den Betrieb ohne Registrierung, was umgehend zu Strafen führt.

Fahren ohne Plattform-Registrierung

Im Fokus stehen auch Fahrer, die sich nicht auf den vorgeschriebenen digitalen Plattformen registriert haben, während Einsatzteams täglich Kontrollen durchführen und Verstöße sofort ahnden.

Alle Maßnahmen werden in zentralen Registern dokumentiert, die später bei Lizenzprüfungen und der Bewertung der Zuverlässigkeit von Fahrern herangezogen werden.

Fahrgastablehnung bleibt Straftat

Das DLT bekräftigte, dass das grundlose Zurückweisen von Fahrgästen nach wie vor eine Straftat nach dem Motor Vehicle Act von 1979 ist und mit Geldstrafen von bis zu 2.000 Baht geahndet wird.

Wiederholte Verstöße können zu Lizenzsperren führen, und in gravierenden Fällen droht eine sofortige Aussetzung der Fahrberechtigung, was besonders bei Vorfällen mit ausländischen Touristen streng gehandhabt wird.

Schutz von Touristen und Image

Fälle mit internationalen Besuchern genießen nach Darstellung der Behörde hohe Priorität, da Fehlverhalten in Taxis das Ansehen des Landes bei Reisenden direkt beeinträchtigt.

Entscheidungen in solchen Verfahren würden daher beschleunigt getroffen, um Verzögerungen zu vermeiden und die Glaubwürdigkeit der Aufsicht zu untermauern.

Empfehlungen für Fahrgäste

Behörden raten Passagieren, vor dem Einsteigen gezielt nach den QR-Aufklebern im Innenraum zu schauen, während der Fahrt die Zielangabe zu prüfen und auf korrekte Platzierung der Sticker zu achten.

Zudem empfiehlt das DLT, Screenshots der Fahrerdaten zu speichern und mit Vertrauenspersonen zu teilen, um im Konfliktfall konkrete Nachweise liefern zu können.

Belohnungen für gute Bewertungen

Über die reine Kontrolle hinaus sieht das Programm auch Anreize für Fahrer vor, denn Taxis mit dauerhaft hohen Servicebewertungen sollen am Ende jedes Steuerzyklus belohnt werden.

Die Bewertung basiert ausschließlich auf verifizierten Fahrten im System, manuelle Einträge werden ausgeschlossen und gelten laut Behörde als Teil eines umfassenderen Programms zur Verbesserung des öffentlichen Verkehrs.

Einheitlicher nationaler Standard

Das Verkehrsministerium bezeichnet den QR-Ansatz als regulatorisches Upgrade, das Identifikation, Überwachung und Beschwerdemanagement in einem einzigen System bündelt.

Es soll keine parallelen Strukturen geben, die QR-Plattform wird zum landesweit einheitlichen Standard erhoben, Verstöße gegen die Einhaltung werden auch nach vollständiger Einführung konsequent sanktioniert.

Ziel: Einheitliche Qualität im Taxibetrieb

Nach Abschluss des Rollouts will das DLT seine Kontrollen landesweit beibehalten und nicht ausgerüstete oder nicht konforme Taxis mit Strafen belegen.

Langfristig soll das System den Taxibetrieb vereinheitlichen, die Aufsicht stärken und neue Erwartungen an Verfügbarkeit und Servicequalität der Taxis etablieren, insbesondere in der Hauptstadt Bangkok.

🚕 Mehr Kontrolle im Taxi – Schutz für Fahrgäste

QR-Tracking, strengere Kontrollen und harte Strafen sollen das Vertrauen in Taxis stärken. Doch mehr Regulierung bedeutet auch mehr Druck auf Fahrer.
Verbessert das wirklich den Service – oder treibt es die Branche in die Krise?
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Quelle: Thai Examiner

2 Kommentare zu „Taxi-Revolution in Thailand: QR-Codes und Live-Tracking

  1. Thailand als Vorreiter auf dem Weg in den digitalen Gulag…Echtzeitüberwachung für alles und jeden. Der feuchte Traum totalitärer Regime.
    Wie bringen das nur andere Länder hin, funktionierende Taxisysteme ohne Totalkontrolle….?

  2. Da hat der Freddy m.E. nicht ganz unrecht.
    Da bin ich ja mal gespannt ob dieser Plan tatsächlich, so wie skizziert umgesetzt werden wird. Falls ja, schlägt das Pendel im Rückschlag den Taxiosi nun kräftig entgegen. War vielleicht doch keine so gute Idee die angeblich unfaire Konkurrenz der App basierten Anbieter mit Hilfe der Bürokratie vom Markt schießen zu wollen.

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