CHACHOENGSAO, THAILAND – Am Wat Saman Rattanaram fehlt ausgerechnet der Diesel, der für Einäscherungen gebraucht wird, und der beliebte Tempel sieht seine Abläufe lahmgelegt. Tankstellen in der Provinz rationieren oder sind selbst leer, nun bittet der Tempel die Öffentlichkeit um Hilfe.
Hilferuf über Facebook
Der Tempel wandte sich in einem Beitrag auf seiner Facebook-Seite an die Bevölkerung und suchte konkret nach Tankstellen, die noch Diesel abgeben.
In dem Post hieß es sinngemäß, man müsse dringend Vorräte für Kremationen anlegen, finde aber aktuell keinen Diesel zum Kaufen.
Plötzlich nur noch mit Totenschein
Kurz nach dem Hilferuf teilte der Tempel mit, dass der Diesel-Kauf inzwischen nur noch gegen Vorlage einer Sterbeurkunde möglich sei.
Zugleich sei die Abgabe pro Kauf auf 50 Liter begrenzt worden, was nach Darstellung des Tempels für eine Einäscherung nicht ausreiche.
Wie viel Diesel eine Kremation braucht
Nach Angaben des Wat Saman Rattanaram werden pro Einäscherung typischerweise 70 bis 100 Liter Diesel benötigt, damit der Leichnam vollständig verbrannt wird.
Mit der aktuellen Obergrenze von 50 Litern könne der Tempel die Einäscherungen nicht zuverlässig durchführen, was im Alltag einer Tempelanlage schnell zu Rückstau führt.
Dorfvorsteher warnt vor Ausfällen
Krisada Mahaviriyothai, Dorfvorsteher von Bang Kaeo und Vorsitzender des Tempelkomitees, sagte, die Funktionsfähigkeit des Tempels sei durch den Diesel-Mangel massiv beeinträchtigt.
Für anstehende Einäscherungen stehe derzeit kein Treibstoff zur Verfügung, weshalb die Anlage praktisch jederzeit vor einem Stopp stehen könne.
Junge Helfer auf der Suche nach Nachschub
Krisada berichtete, jüngere Anhänger des Tempels seien über Tage von Zapfsäule zu Zapfsäule gefahren, um Diesel zu finden und zu beschaffen.
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Weil eine Kremation teils kurzfristig nötig sei, müsse genügend Treibstoff vorrätig sein, damit es nicht zu Verzögerungen in einem besonders sensiblen Moment komme.
Familien müssen sich womöglich auf Wartezeiten einstellen
Sollte sich die Lage nicht rasch entspannen, müsse der Tempel nach Krisadas Worten mit den Familien der Verstorbenen über die Umstände sprechen.
Dann werde man mögliche Verzögerungen offen erklären müssen, weil ohne ausreichenden Diesel eine zeitnahe Einäscherung nicht garantiert werden könne.
Deine Meinung
Wenn an Tankstellen plötzlich Totenscheine vorgezeigt werden müssen, zeigt das, wie schnell eine Versorgungslücke in den Alltag und in religiöse Pflichten hineinschneidet.
Sollten Behörden und Anbieter bei kritischen Gütern wie Treibstoff für Kremationen feste Ausnahmeregeln schaffen – oder ist jede Sonderbehandlung am Ende unfair gegenüber anderen, die ebenfalls Diesel brauchen?



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