Thai in Kambodscha berichten von Angriffen – Flucht über Grenzen beginnt

Nach den schweren Grenzgefechten zwischen Thailand und Kambodscha mehren sich Berichte über Übergriffe auf thailändische Staatsbürger in Kambodscha. Eine thailändische Frau berichtet, sie werde in ihrer Unterkunft festgehalten aus Angst vor Angriffen. Tausende versuchen, über geschlossene oder nur stundenweise geöffnete Grenzposten zurück nach Thailand zu fliehen. In sozialen Netzwerken eskaliert die Debatte.

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Facebook/ สระแก้วบ้านเรา
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Angst und Isolation: Thailänderin in Kambodscha berichtet von Übergriffen

Eine thailändische Frau, die in Kambodscha lebt, hat über die Facebook-Seite „เจ๊มอย v+ (Jmoi v+)“ dramatische Schilderungen veröffentlicht: Nach den Grenzkonflikten vom 24. Juli soll sie Zeugin eines brutalen Übergriffs auf einen Thai durch eine Gruppe kambodschanischer Männer geworden sein. Sie veröffentlichte auch ein Video, das mutmaßlich zeigt, wie thailändische Personen auf offener Straße von einer Gruppe bedrängt werden.

Die Frau sagte, sie wage es nicht mehr, ihr Zimmer zu verlassen, obwohl sie Hunger habe. Seit Tagen ernähre sie sich nur noch von Instantnudeln. Aus Angst halte sie sich versteckt. Ihr Plan sei, heute, am 25. Juli, den Grenzposten zu erreichen – obwohl dieser laut Berichten weiterhin geschlossen ist.

Auch ein Foto des angeblich verletzten Thailänders wurde geteilt. Über dessen Zustand gibt es bislang keine verlässlichen Informationen.

Gemischte Reaktionen in sozialen Netzwerken

Die Online-Reaktionen auf den Vorfall fallen zwiegespalten aus. Viele zeigten Mitgefühl mit der Frau und anderen zurückgebliebenen Thailändern in Kambodscha. Andere wiederum äußerten Unverständnis: Warum seien sie trotz der klaren Warnungen der Regierung nicht früher zurückgekehrt?

Bereits in den Tagen zuvor hatte die thailändische Regierung ihre Bürger in Kambodscha dringend zur Rückkehr aufgefordert, nachdem sich die militärischen Spannungen entlang der Grenze verschärft hatten.

Hunderte kehren über Grenzposten zurück – trotz Schließungen

Wie das Nachrichtenprogramm „Hone Krasae News“ berichtete, hatten sich gestern zahlreiche Thais am Grenzübergang Khlong Luek versammelt, in der Hoffnung, nach Thailand zurückkehren zu dürfen. Anfangs verweigerten die kambodschanischen Behörden die Ausreise – doch die Gruppe harrte aus und konnte schließlich aus humanitären Gründen passieren. Der Checkpoint blieb bis 16:00 Uhr geöffnet.

Parallel dazu meldete Channel 7 heute, dass zwischen 2.000 und 3.000 kambodschanische Staatsbürger in Thailand über den Grenzübergang Ban Laem in Chanthaburi in ihre Heimat zurückkehrten. Dieser Posten soll bis 15:00 Uhr offenbleiben, um den Pendelverkehr beider Seiten zu ermöglichen.

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Schwere Vorwürfe gegen Rückkehrer

In thailändischen Onlineforen wurden jedoch auch harte Vorwürfe laut. Mehrere Nutzer behaupteten, viele der Rückkehrer seien in Callcenter-Betrugsnetzwerke in Kambodscha verwickelt. Man solle daher jede zurückkehrende Person streng überprüfen – und gegen Kriminelle rechtlich vorgehen.

Diese Generalverdächtigungen stoßen wiederum auf Kritik von Menschenrechtlern, die auf Differenzierung pochen: Nicht jeder Thai, der in Kambodscha lebt, sei automatisch in illegale Aktivitäten verwickelt. Die momentane Situation erfordere Humanität und Schutz, nicht pauschale Anschuldigungen.

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