Thailands Armee bleibt hart:
Keine Grenzöffnung zu Kambodscha
Trotz internationalem Druck – angeblich aus Japan – hält Thailands Armee an der Schließung der Grenze zu Kambodscha fest. Die militärische Führung macht klare Bedingungen: Abzug schwerer Waffen, Minenräumung und Bekämpfung von Betrugszentren. Erst dann könnte eine Wiederöffnung diskutiert werden.
Grenzkonflikt mit tödlichen Folgen
Seit Mai 2025 schwelt ein gefährlicher Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha. Bei Gefechten nahe umstrittener Gebiete wie dem Ta Muen Thom Tempel und Ubon Ratchathani gab es auf beiden Seiten Tote und Verletzte, darunter thailändische Soldaten und Zivilisten. Raketenangriffe auf thailändische Einrichtungen eskalierten die Situation weiter.
Am 7. Juni übertrug die thailändische Regierung die Grenzkontrolle offiziell an die Königlich Thailändische Armee (RTA). Diese ordnete umgehend die Schließung aller Grenzübergänge an – nur humanitäre Fälle sind noch möglich. Ziel: Nationale Sicherheit gewährleisten und wirtschaftlichen Druck auf Kambodscha ausüben.
Drei harte Bedingungen für Wiederöffnung
In einer offiziellen Stellungnahme auf der RTA-Facebook-Seite stellte Oberstleutnant Nattaphon Nakphanit klare Bedingungen:
• Rückzug schwerer Waffen aus der Grenzregion
• Verifizierte Minenräumung in umstrittenen Zonen
• Intensivierte Bekämpfung von Online-Betrugsoperationen von kambodschanischem Territorium
„Diese Maßnahmen sind essenziell für Frieden und Sicherheit an der Grenze“, so der Offizier. Erst wenn Fortschritte nachweisbar seien, könne eine Wiedereröffnung diskutiert werden.
Internationaler Druck aus Japan
Besonders Japan hat sich in den Konflikt eingemischt. Bei einem Treffen des General Border Committee (GBC) in Koh Kong vom 7.-9. September brachte der kambodschanische Verteidigungsminister General Tea Seiha Japans Vorschlag zur Wiederöffnung der Grenzen für essentielle Warentransporte ein.
Japanische Investoren in Thailand lobbyierten angeblich bei der Regierung für schnelle Lösungen, da unterbrochene Handelsverbindungen Produktion und Exporte beeinträchtigen. Doch die RTA sieht diesen Druck als verfrüht an.
Nationalistische Reaktionen in Thailand
Der Widerstand gegen eine Öffnung kommt auch aus der thailändischen Bevölkerung. Ultra-Nationalisten werfen Japan vor, wirtschaftliche Interessen über thailändische Souveränität zu stellen. Auch der Chanthaburi-Trat Grenzentwicklungsausschuss betont, dass zunächst sensible Streitigkeiten in Gebieten wie Sa Kaeo und Ban Nong Chan gelöst werden müssten. Selbst in weniger risikoreichen Provinzen wie Chanthaburi und Trat könnte eine Wiedereröffnung damit noch lange auf sich warten lassen.
Beide Länder haben sich zu Deeskalation durch gemeinsame Patrouillen und Informationsaustausch über Betrugszentren verpflichtet. Ein geplantes Treffen in Sa Kaeo am 16. September könnte Fortschritte bringen. Doch Analysten warnen: Ohne Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten könnte der wirtschaftliche Schaden weiter wachsen. Die thailändische Armee jedoch priorisiert Sicherheit vor Wirtschaft – und nutzt die geschlossene Grenze als Verhandlungsmasse.


