Der Hilferuf im Forum
Ein Nutzer namens „pitrevie“ meldete sich kürzlich auf einer englischsprachigen Plattform mit einem dringenden Anliegen. Er reist aktuell mit einem deutschen Pass durch Thailand und hat die reguläre 60-Tage-Visa-Befreiung bei der Einreise erhalten.
Sein konkretes Problem: Er benötigt eigentlich nur sieben weitere Tage Aufenthalt, bevor sein Weiterflug nach Australien geht. Nun steht er vor der Entscheidung, wie er diesen kurzen Zeitraum bürokratisch korrekt überbrückt, ohne Probleme bei der Ausreise zu bekommen.
Die unsichere Ausgangslage
Der Reisende war nach eigenen Angaben lange nicht mehr bei der Immigration in Chaeng Wattana und ist dementsprechend unsicher über die aktuellen Abläufe. Die Informationen im Netz sind oft widersprüchlich, was die Verunsicherung zusätzlich steigert.
Seine Fragen drehen sich um den Ablauf: Welche Formulare sind aktuell nötig und was kostet die Verlängerung heute? Und vor allem herrscht Unklarheit darüber, wo genau er hinmuss, da sich Zuständigkeiten in Bangkok geändert haben.
Das Visum-Privileg 2026
Auch im Jahr 2026 genießen Bürger aus vielen westlichen Ländern, darunter Großbritannien und Deutschland, eine großzügige 60-tägige visumfreie Einreise. Diese Regelung wurde eingeführt, um den Tourismus nach der Pandemie nachhaltig anzukurbeln.
Doch dieses Privileg bringt auch bürokratische Hürden mit sich, sobald die Zeit nicht ausreicht. Wer die 60 Tage überschreitet, muss sich rechtzeitig um eine Lösung kümmern, um einen „Overstay“ und damit verbundene Strafen zu vermeiden.
Die Option der Verlängerung
Grundsätzlich kann diese visumfreie Einreise (Visa Exemption) einmalig um 30 Tage bei der örtlichen Immigration verlängert werden. Dies ist der sicherste Weg, auch wenn man – wie unser Fallbeispiel – nur wenige Tage länger im Königreich bleiben möchte.
Eine spezifische „7-Tage-Verlängerung“ gibt es offiziell meist nur als Notlösung, wenn ein regulärer Antrag abgelehnt wurde. Daher raten Experten dringend dazu, den Standardweg über den 30-Tage-Antrag zu wählen, um auf der sicheren Seite zu sein.
Der entscheidende Standort
Ein häufiger Fehler, vor dem Experten warnen: Wer mit einer Visa-Befreiung eingereist ist, muss in Bangkok für eine Verlängerung oft nicht mehr zur bekannten Hauptzentrale in Chaeng Wattana fahren. Viele Touristen stehen dort vor verschlossenen Türen oder werden weggeschickt.
Für diese Fälle der kurzzeitigen Aufenthaltsverlängerung ist meist das „IT Square Laksi“ zuständig. Es ist essenziell, dies vor der Abfahrt zu prüfen, um nicht am falschen Schalter zu landen.
Warum Laksi und nicht Chaeng Wattana?
Die Entlastung der Hauptbehörde hat dazu geführt, dass Touristen-Verlängerungen konsequent ausgelagert wurden. Das IT Square Laksi bietet eine etwas zentralere Anlaufstelle, die speziell auf das hohe Aufkommen von kurzfristigen Touristen ausgelegt ist.
Wer fälschlicherweise zum riesigen Regierungsgebäude B in Chaeng Wattana fährt, verliert wertvolle Zeit. Man muss dann oft quer durch den dichten Verkehr Bangkoks zurückreisen, was den Behördengang zu einer Tagesreise machen kann.
Das Formular TM7
Das Herzstück des Antrags ist das Formular TM7. Dieses Dokument muss vollständig und beidseitig ausgefüllt werden. Achten Sie darauf, Vorder- und Rückseite idealerweise auf ein einziges Blatt Papier zu drucken.
Erfahrene Expats raten, dieses Formular bereits vorab herunterzuladen und in Ruhe im Hotel auszufüllen. Das vermeidet Hektik vor Ort, wo oft Stiftmangel oder fehlende Schreibunterlagen den Prozess unnötig verlangsamen.
Das Passfoto nicht vergessen
Auf das TM7-Formular gehört zwingend ein aktuelles Passfoto. Die geforderten Maße sind klassisch 4 x 6 cm, wobei der Hintergrund hell sein sollte und das Gesicht gut erkennbar sein muss.
Wer keines dabei hat, findet in den Shopping-Malls bei der Immigration oft Dienstleister, die Fotos machen. Das kostet jedoch extra Zeit und Geld, weshalb es ratsam ist, Restbestände von Passbildern direkt mitzubringen.
Die Passkopien
Neben dem Originalpass werden diverse Kopien vom Beamten verlangt. Ohne diese Kopien wird der Antrag am Schalter in der Regel gar nicht erst entgegengenommen, was einen erneuten Gang zum Kopierladen bedeutet.
Wichtig sind folgende Seiten: Die Datenseite (mit Foto), die Seite mit dem aktuellen Einreisestempel und gegebenenfalls die Departure Card (falls diese digital noch nicht vollständig ersetzt wurde oder im Pass heftet).
Unterschrift auf jeder Seite
Eine thailändische bürokratische Besonderheit: Jede einzelne Kopie muss vom Antragsteller handschriftlich unterschrieben sein. Dies dient zur Bestätigung, dass die Kopie authentisch ist (sogenannte „Self-Certification“).
Ein vergessener Kugelschreiber kann hier schon für Verzögerungen sorgen, da man sich oft keinen leihen kann. Ein eigener blauer Kugelschreiber gehört daher zur Pflichtausrüstung für jeden Behördengang in Thailand.
Die Kosten der Verlängerung
Die Gebühr für die Verlängerung ist gesetzlich festgelegt und beträgt 1.900 Thai Baht. Dieser Betrag ist unabhängig davon, ob man die vollen 30 Tage nutzt oder nur, wie im Fallbeispiel, sieben Tage benötigt.
Ganz wichtig: Die Gebühr muss passend in Bargeld entrichtet werden. Kreditkarten oder QR-Code-Zahlungen werden an den Schaltern der Immigration meist nicht akzeptiert, Geldautomaten sind aber oft in der Nähe.
Umrechnung in Euro
Zum aktuellen Kurs im Januar 2026 entspricht die Gebühr von 1.900 Baht etwa 52 Euro. Es ist eine überschaubare Investition für die Rechtssicherheit und die Vermeidung von Problemen bei der Ausreise.
Natürlich sollten Währungsschwankungen immer beachtet werden. Als grober Richtwert im Reisebudget dient ein 50-Euro-Schein plus etwas Kleingeld, um diese behördliche Hürde zu nehmen.
Die Hürde TM30
Ein Begriff, der vielen Touristen Angst macht, ist das TM30. Dies ist die gesetzlich vorgeschriebene Meldung des Wohnsitzes eines Ausländers durch den Vermieter oder Hotelier an die Einwanderungsbehörde.
Ohne einen Nachweis darüber (z.B. einen Screenshot der Registrierung im System) kann der Verlängerungsantrag abgelehnt werden. Der Beamte prüft im Computer, ob der angegebene Wohnort mit der Datenbank übereinstimmt.
Verantwortung des Hotels
Lizenziere Hotels erledigen die TM30-Meldung meist automatisch beim Check-in. Sie scannen den Pass und senden die Daten direkt an die Immigration, sodass der Gast davon oft gar nichts mitbekommt.
Bei privaten Vermietern oder Airbnb-Unterkünften muss man jedoch oft proaktiv nachhaken. Der Beamte will sehen, dass man offiziell dort gemeldet ist, wo man vorgibt zu wohnen, und verlangt oft einen Bildschirmausdruck der Bestätigung.
Kleiderordnung beachten
Auch 2026 gilt unverändert: Die Immigration ist eine offizielle Behörde, und Respekt wird großgeschrieben. Strandkleidung, weite Ausschnitte, Tanktops oder zu kurze Hosen sind dort absolut unangemessen.
Der Kleidungsstil „Smart Casual“ erhöht die Chancen auf eine reibungslose Bearbeitung und einen respektvollen Umgang. Wer ordentlich gekleidet erscheint, signalisiert, dass er die Regeln und die Kultur des Gastlandes achtet.
Wartezeiten einplanen
Trotz fortschreitender Digitalisierung ist der Andrang bei der Immigration oft groß. Gerade in der Hochsaison bilden sich lange Schlangen, und die Kapazitäten für die tägliche Bearbeitung sind begrenzt.
Wer erst mittags erscheint, riskiert, dass die Wartenummern für den Tag bereits vergeben sind und man unverrichteter Dinge gehen muss. Der frühe Vogel fängt den Stempel – am besten ist man schon vor der offiziellen Öffnung vor Ort.
Rückflugticket bereithalten?
Der Nutzer „pitrevie“ erwähnte in seinem Beitrag, er habe seine Flugdaten für den Weiterflug parat. Das ist absolut vorbildlich und kann den Prozess erheblich vereinfachen.
Zwar wird nicht immer explizit danach gefragt, aber gerade bei kurzen Verlängerungen kann ein fixer Ausreisenachweis letzte Zweifel der Beamten zerstreuen. Es beweist, dass man nicht plant, illegal im Land zu bleiben.
Anreise zum IT Square Laksi
Das Einkaufszentrum IT Square liegt verkehrsgünstig an der Vibhavadi Rangsit Road. Es ist mittlerweile sehr gut mit der modernen Red Line (S-Bahn) vom Stadtzentrum aus erreichbar.
Die Station, an der man aussteigen muss, heißt „Lak Si“. Von dort ist es nur ein kurzer Fußweg über die verbundenen Skywalks direkt ins Gebäude, was die Anreise deutlich entspannter macht als mit dem Taxi im Stau.
Die Alternative Visa-Run
Für nur sieben Tage könnte man theoretisch auch kurz aus- und wieder einreisen (Border Run). Dies würde eine neue Aufenthaltsgenehmigung aktivieren, ist aber mit viel Reiseaufwand verbunden.
Doch seid 2025 sind die Regeln für „Border Bounces“ über den Landweg strenger geworden. Zudem kostet ein Grenzübertritt (Transport plus Visagebühren der Nachbarländer) oft mehr Zeit und Nerven als der einfache Gang zum Amt in Bangkok.
Stempel genau prüfen
Nach Erhalt des Passes sollte man das gestempelte Datum sofort noch am Schalter kontrollieren. Fehler passieren auch den Beamten, etwa ein falsches Datum oder ein vergessener Stempel.
Eine Korrektur ist, sobald man das Gebäude verlassen hat, extrem bürokratisch und schwierig durchzusetzen. Ein kurzer prüfender Blick spart hier im Ernstfall sehr viel Ärger bei der späteren Ausreise am Flughafen.
Verschärfungen
Die Diskussionen im Netz zeigen deutlich: Die thailändischen Behörden schauen genauer hin als früher. Wer offensichtliches „Visa-Hopping“ betreibt, also ständig verlängert und neu einreist, wird häufiger befragt.
Für den normalen Touristen, der einfach nur seinen Urlaub etwas verlängern möchte, bleibt der Prozess aber machbar und sicher. Solange die Absichten touristisch sind, hat man wenig zu befürchten.
Digitale Zukunft
Die Einführung der digitalen Arrival Card (TDAC) und E-Visas schreitet stetig voran. In Zukunft könnten solche einfachen Verlängerungen vielleicht komplett online möglich sein, was eine enorme Erleichterung wäre.
Doch auch im Jahr 2026 ist der physische Gang zum Amt für die Visa Exemption Extension oft noch Pflicht. Bis die Digitalisierung vollständig greift, bleibt das persönliche Erscheinen unumgänglich.
Anmerkung der Redaktion
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine verbindliche Rechtsberatung dar. Wir recherchieren gewissenhaft, übernehmen jedoch keine Gewähr für die Richtigkeit.
Einwanderungsbestimmungen in Thailand können sich kurzfristig ändern. Bitte prüfen Sie vor Ihrem Behördengang immer die offiziellen Webseiten der Immigration Bureau.




Rainer der Kleine,
Bei diesen Problemen Visa zu Verlängern, gerade in diesem Fall, von ein Paar tagen, ist es am besten man geht in einen Visa Shop. Es gibt genug Shops die da das beantragen und erledigen.
Bevor man Stress hat mit Anlaufstellen , Terminen , Uhrzeiten der Öffnungszeiten, anstehen von vielen Stunden und die immense Bürokratie, erledigen das die Shops für ein angemessenes Entgelt.
Ich musste letztes Jahr den Antrag zur Zertifikation of residance an der Immigration in Pattaya ausfüllen lassen . Zwei Jahre zuvor wartete ich bis zum Ausfüllen und Dokument den ganzen ersten Tag , also 8 Stunden und musste am 2 Tag wieder-kommen.. Problem sind nicht die überlastenden Thai Mitarbeiter , nein die Unmengen an Russen. Diese können kein Englisch, kommen mit einem Übersetzungstool an und jeder kleinste Satz muss übersetzt werden. Wenn das Tool dieses nicht richtig übersetzt , dann braucht derjenige die 4 Fache Zeit von uns . Und das ist das Manko Wenn man schon nicht die Sprache einsetzten kann, dann sollte man sich an eine Agentur wenden.
Ich hab das Letzte mal für Immigration Jomtien 1100 Bath bezahlt. Sprit gespart , nicht angestanden und es wurde alles zum besten erledigt .
Und ich hab noch Bilder von den Menschen Ansammlungen, damals vor der Immigration, 80 Prozent Russen , unglaublich und teilweise unfreundlich, das ganze ..
So gehts stressfreier