BANGKOK, THAILAND – Die jüngsten Vorabergebnisse des Zensus 2025 zeigen ein Land mit 70,3 Millionen Einwohnern, rekordniedrigem Wachstum und deutlich kleineren Haushalten. Thailands Statistikbehörde spricht von einem tiefgreifenden demografischen Wandel mit weitreichenden Folgen für Arbeitsmarkt, Sozialstaat und Städtebau.
Historischer Einschnitt bei Wachstum und Alterung
Die National Statistical Office (NSO) gab bekannt, dass die ansässige Bevölkerung zum Stichtag 1. April 2025 bei 70,3 Millionen Menschen und 26,3 Millionen Haushalten lag. Die Wachstumsrate sank auf 0,42 Prozent – den niedrigsten Wert seit Beginn der Volkszählungen.
Nach Angaben der Behörde nimmt die Einwohnerzahl zwar weiterhin zu, doch die Zahl der jährlichen Geburten geht deutlich zurück. Die NSO stellte fest, dass das Land inzwischen eine „Complete-aged Society“ erreicht habe, in der ältere Menschen gegenüber Kindern und Erwerbstätigen an Gewicht gewinnen.
Digitale Volkszählung als neues Instrument
Dr. Ekapong Rimcharone, Generaldirektor der National Statistical Office, erklärte, der Zensus 2025 sei die 12. Volkszählung und die 6. Wohnungszählung des Landes gewesen – und zugleich ein Wendepunkt bei der Datenerhebung.
Unter dem Motto „Digital First Approach“ wurden Bürgerinnen und Bürger ermutigt, ihre Angaben vorrangig digital zu übermitteln – über die Webanwendung der NSO, das staatliche Portal und weitere Regierungs-Apps. Erfasst wurden sowohl Staatsangehörige als auch ausländische Einwohner nach ihrem tatsächlichen Wohnort, unabhängig vom Melderegister.
Kleiner gewordene Haushalte, andere Wohnformen
Die Zahlen zeigen einen deutlichen Wandel der Haushaltsstruktur. Die durchschnittliche Haushaltsgröße ist auf 2,5 Personen gesunken. Vor rund 45 Jahren lebten im Schnitt noch etwa sechs Personen in einem Haushalt.
Einpersonenhaushalte und das Leben in Eigentumswohnungen nehmen weiter zu. Nach Einschätzung der NSO unterstreicht dies den Bedarf an Stadtplanung und Infrastruktur, die der realen Bevölkerungsstruktur entspricht – insbesondere durch Universal Design, das ältere Menschen und alle Altersgruppen berücksichtigt.
Herausforderungen für Arbeit, Gesundheit und Wohlfahrt
Mit der alternden Gesellschaft wachsen die Anforderungen an Arbeitsmarkt-, Sozial- und Gesundheitssysteme. Die NSO weist darauf hin, dass sinkende Kinder- und Erwerbstätigenzahlen neue Konzepte für die Organisation von Arbeit, Renten und Pflege erforderlich machen.
Zu den drängenden Prioritäten zählt die Behörde:
• Förderung eines gesunden Alterns
• Möglichkeiten, ältere Menschen länger im Erwerbsleben zu halten
• Anpassung von Infrastruktur und Wohnraum an eine ältere Bevölkerung
Daten als Basis für politische Entscheidungen
Die NSO betonte, statistische Daten seien mehr als bloße Zahlen, sondern „Evidence for Action“ – also Grundlage für Entscheidungen in Wirtschaft, Arbeit, Stadtentwicklung, Wohnen und Gesundheit.
Nach Angaben der Behörde sollen die Ergebnisse des Zensus 2025 unter anderem Diskussionen über eine Anhebung des Rentenalters, die Planung altersgerechter Wohn- und Verkehrssysteme sowie die langfristige Sicherung von Arbeitskräften und Bevölkerung steuern.
Die Statistikbehörde sieht in den neuen Daten eine zentrale Basis, um eine Politik zu unterstützen, die auf evidenzbasierten Entscheidungen von Staat, Privatwirtschaft und Wissenschaft beruht und eine stabile, ausgewogene und nachhaltige Entwicklung ermöglicht.
👵📉 Wird Thailand alt, bevor es reich ist?
Nur noch 0,42 % Bevölkerungswachstum, Haushalte mit im Schnitt 2,5 Personen, immer weniger Kinder – Thailand tritt offiziell in die Phase der Vollalterung ein.
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Damit kommt Thailand in eine Situation, von der viele Schwellenländer betroffen sind: alternde Bevölkerung ohne den Status eines Industrielandes erreicht zu haben. Für Volkswirtschaften ist das eine ganz schlechte Kombination und verhindert dauerhaften Wohlstand.
Im Gegensatz zu Industrieländern, die Arbeitskräfte aus dem Ausland relativ leicht anwerben können, funktioniert das in der Situation von Thailand eher schlecht und die die kommen, helfen eher wenig dabei zu einem Industrieland aufzusteigen. Im Fallen von Thailand kommt noch dazu, dass Ausländer keinen Grund erwerben können. Das aber ist für viele ein wichtiger Grund, sich in einem anderen Land niederzulassen: Die Möglichkeit, auch Eigentum erwerben zu können und damit ein dauerhafter Teil der Gesellschaft zu werden.