Thailändische Armee weist kambodschanische Minen-Vorwürfe scharf zurück
BANGKOK – Die thailändische Armee hat die jüngsten Anschuldigungen aus Kambodscha entschieden zurückgewiesen, nachdem behauptet wurde, thailändische Truppen hätten entlang der Grenze neue Landminen verlegt. Armeesprecher Generalmajor Winthai Suwaree bezeichnete die Vorwürfe am Donnerstag als „völlig unbegründet und eine Verdrehung der Tatsachen“.
Russische Minen als Beweisstück im Grenzstreit
Im Zentrum der Kontroverse stehen PMN-2-Antipersonenminen russischer Produktion, die in der Grenzregion bei Chong Bok gefunden wurden. Winthai betonte, dass diese Minen weder im Arsenal der thailändischen Armee vorhanden seien noch jemals eingesetzt worden wären. „Diese Waffen stammen nicht von uns und wurden niemals in thailändischen Militäroperationen verwendet“, erklärte er in einer offiziellen Stellungnahme.
Die Anschuldigungen waren zuvor von Heng Ratana, dem Generaldirektor des kambodschanischen Minenräumzentrums, erhoben worden. Er hatte sich auf Fotos und Videos des Portals Fresh News berufen, die angeblich thailändische Soldaten beim Verlegen von Minen zeigen sollten. Die thailändische Armee konterte jedoch, das Material sei manipuliert und zeige in Wirklichkeit Angehörige des Thailand Mine Action Center (T-MAC) bei Räumungsübungen oder in Ruhepausen.
Widersprüche auf kambodschanischer Seite
Die Lage wurde zusätzlich verkompliziert, als das kambodschanische Verteidigungsministerium plötzlich behauptete, der Vorfall habe sich auf ihrem Territorium in der Provinz Preah Vihear ereignet. Diese Aussage stand im direkten Widerspruch zu Heng Ratanas ursprünglicher Darstellung und offenbarte Unstimmigkeiten innerhalb der kambodschanischen Behörden.
Winthai wies zudem auf einen entscheidenden Punkt hin: „Allein die Tatsache, dass Kambodscha sich auf Artikel 5 des Ottawa-Vertrags beruft – der die Verantwortung dem territorial kontrollierenden Staat zuschreibt – beweist, dass die Minen auf thailändischem Boden gefunden wurden.“ Dies deute darauf hin, dass unbefugte Personen die Grenze überschritten hätten, um die Minen zu verlegen – ein klarer Verstoß gegen die thailändische Souveränität.
Thailand pocht auf Einhaltung des Völkerrechts
Die thailändische Armee bekräftigte ihre volle Einhaltung des humanitären Völkerrechts und forderte Kambodscha auf, die Verbreitung „falscher und schädlicher Informationen“ zu unterlassen. „Solche haltlosen Anschuldigungen gefährden nicht nur die bilateralen Beziehungen, sondern täuschen auch die internationale Gemeinschaft“, so Winthai.
Die Spannungen zwischen beiden Ländern sind nicht neu. Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Grenzstreitigkeiten, insbesondere um den Tempel Preah Vihear, der von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Die aktuellen Vorwürfe könnten die ohnehin angespannte Lage weiter verschärfen.
Aussicht: Während Thailand auf eine Klärung durch diplomatische Kanäle drängt, bleibt ungewiss, ob Kambodscha seine Anschuldigungen zurücknehmen wird. Beobachter befürchten, dass der Konflikt ohne Vermittlung einer dritten Partei weiter eskalieren könnte.



