BANGKOK, THAILAND – Thailands Außenminister Sihasak Phuangketkeow drängt auf eine nachhaltige Waffenruhe an der thailändisch-kambodschanischen Grenze und will das Vertrauen zwischen beiden Staaten wieder aufbauen. Bangkok wirft Kambodscha jedoch widersprüchliche Signale vor und warnt vor einer Verlagerung des Streits auf internationale Bühnen.
Bangkok setzt auf Neustart – aber mit Vorbehalten
Außenminister Sihasak Phuangketkeow sagte am 13. März, Thailand wolle nach vorne gehen und die Beziehungen zum Nachbarn wiederbeleben.
Gleichzeitig äußerte er die Sorge, Kambodscha bewege sich in die entgegengesetzte Richtung, weil Erklärungen und Handlungen aus Phnom Penh nicht zusammenpassten.
Internationale Foren als Zankapfel
Nach Angaben von Sihasak habe Kambodscha das Thema wiederholt bei internationalen Institutionen platziert, darunter der UN-Sicherheitsrat, die UNESCO und der Internationale Gerichtshof.
Das mache eine Lösung schwieriger, weil die Konfliktbearbeitung damit aus Sicht Bangkoks von bilateralen Kanälen weg und in politisch aufgeladene Arenen verlagert werde.
Grenzkommission – Thailand will warten
Auf Kambodschas Forderung nach einem Treffen der Joint Boundary Commission reagierte Sihasak mit Gesprächsbereitschaft, knüpfte sie aber an einen Zeitpunkt nach der Bildung einer neuen Regierung.
Grenzfragen verlangten sorgfältige Verfahren, sagte er, und Thailand wolle vermeiden, dass ein übereilter Schritt die Chancen auf eine tragfähige Verständigung schmälere.
Bilaterale Mechanismen haben Vorrang
Thailands Priorität sei es, dass sich die Lage in eine positive Richtung entwickle, ohne die Bemühungen zu untergraben, Probleme über bilaterale Mechanismen zu lösen.
Damit signalisiert Bangkok, dass eine Feuerpause und Vertrauensbildung aus seiner Sicht vor allem durch direkte Abstimmung mit Phnom Penh erreicht werden sollen.
Vorwurf der Einmischung durch Dritte
Sihasak sagte zudem, er habe erfahren, dass eine Delegation aus Südkorea in Kambodscha gewesen sei und dort Abgeordnete angeblich gedrängt habe, keine Flugzeuge an Thailand zu verkaufen.
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Dritte Länder in den Streit hineinzuziehen, sei unangemessen, betonte er, und forderte Kambodscha auf, sich auf eine Verbesserung der Beziehungen zu konzentrieren statt die Lage weiter zu verkomplizieren.
Deine Meinung
Wenn Grenzkonflikte vor UN, UNESCO oder dem Internationalen Gerichtshof landen, wirkt das wie Druckaufbau – oder wie ein notwendiger Schritt, wenn bilaterale Gespräche stocken.
Sollte Thailand auf das nächste Treffen der Joint Boundary Commission warten oder gerade jetzt schnell an den Tisch, um eine dauerhafte Waffenruhe abzusichern – was ist die bessere Strategie?



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