Thailand beschuldigt Kambodscha der Landminen-Legung
Verstoß gegen internationales Abkommen
BANGKOK – Die thailändische Armee wirft Kambodscha vor, entlang der umstrittenen Grenze neue Anti-Personen-Minen gelegt zu haben – ein klarer Verstoß gegen das Ottawa-Abkommen zum Verbot von Landminen. Bei Kontrollen im Chong-Bok-Gebiet entdeckten Soldaten acht neu platzierte Sprengkörper, wie der Kommandeur der 2. Armeeregion, Generalleutnant Boonsin Padklang, am Samstag bekannt gab.
Frisch verlegte Minen in thailändischem Hoheitsgebiet
Drei der Minen lagen nur 40 Zentimeter voneinander entfernt und waren mit Blättern bedeckt, während fünf weitere in einem Abstand von etwa 90 Zentimetern ausgelegt worden waren. „Die Markierungen und die oberflächliche Platzierung zeigen eindeutig, dass es sich um neu verlegte Minen handelt“, erklärte Boonsin. Ältere Minen wären längst von Vegetation überwuchert. Besonders brisant: Die Fundorte liegen 100 bis 150 Meter innerhalb Thailands, jenseits der kambodschanischen Militärlinie.
Thailand kündigt militärische und diplomatische Gegenmaßnahmen an
Die Entdeckung wird nun der thailändischen Regierung und den Vereinten Nationen gemeldet. „Das Außenministerium wird bei der UN Beschwerde einreichen“, so Boonsin. Kambodscha habe damit gegen das Ottawa-Abkommen verstoßen, das die Verwendung, Lagerung und Herstellung von Anti-Personen-Minen verbietet. Gleichzeitig kündigte der General an, dass seine Truppen „umgehend und entschlossen“ reagieren werden – auch ohne direkten Regierungsbefehl.
Kambodschas Vorwurf, Thailand könne die Minen selbst gelegt haben, wies Boonsin als „absolut unmöglich“ zurück. „Keine Einheit würde eigene Soldaten gefährden. Das wäre niederträchtig und inakzeptabel.“ Stattdessen vermutet die thailändische Armee, dass kambodschanische Kräfte während eines Patrouillenwechsels am 28. Mai die Minen platziert hätten.

Keine Evakuierungen,
aber erhöhte Vorsicht
Zwar sieht Thailand derzeit keine Notwendigkeit, Zivilisten zu evakuieren, doch die Minenräumtrupps arbeiten unter Hochdruck. „Wir werden alle Minen beseitigen und neue Straßen bauen“, versprach Boonsin. Gleichzeitig warnte er seine Soldaten vor weiteren „schmutzigen Taktiken“ Kambodschas – überrascht darüber, dass ein Land, das das Ottawa-Abkommen unterzeichnet hat, solche Mittel einsetzt.
Diplomatische Spannungen:
Forderung nach gemeinsamer Grenzsicherung
Die Idee, umstrittene Gebiete einzuzäunen, stößt auf Hindernisse: „Das erfordert Zustimmung beider Länder“, betonte Boonsin. Einseitige Aktionen könnten zu Protesten oder sogar Gefechten führen, besonders in Gebieten wie Chong Bok und den Ta-Muen-Tempeln, die Kambodscha beansprucht.
General Pana Klaewblaudtuk, Oberbefehlshaber der thailändischen Armee, bekräftigte die Haltung Bangkoks: „Wir werden unsere Souveränität schützen, aber ohne Hass gegen das kambodschanische Volk.“ Zudem dementierte er Gerüchte über geschlossene Grenzübergänge – lediglich die Kontrollen seien verschärft worden.


