Thailand: Energieminister will Sprit- und Strompreise vor Songkran senken

Benzin und Strom sollen in Thailand plötzlich billiger werden: Der neue Energieminister plant am 7. April einen schnellen Eingriff – mit neuen Regeln für Raffinerien und Stromtarife. Was steckt hinter den „auffälligen“ Zahlen?

Thailand: Energieminister will Sprit- und Strompreise vor Songkran senken
The Nation

BANGKOK, THAILAND – Thailands neuer Energieminister Akanat Promphan will nach der Vereidigung des Kabinetts rasch Maßnahmen gegen steigende Energiepreise auf den Weg bringen. Im Fokus stehen niedrigere Kraftstoffkosten, stabile Stromtarife und strukturelle Reformen im Energiesektor.

Schnellstart nach der Kabinettsvereidigung

Akanat Promphan kündigte am 2. April an, unmittelbar nach Abschluss von Vereidigung und Regierungserklärung zu handeln.

Für den 7. April ist am Morgen eine Sitzung des Energy Policy Administration Committee geplant, um kurzfristige Entlastungen für Haushalte zu beschließen.

Ölpreise: Problem beginnt laut Minister an der Raffinerie

Nach Akanats Darstellung liegt der Druck nicht nur an den Zapfsäulenpreisen, sondern vor allem an den Ab-Raffinerie-Preisen, die derzeit zu 100 Prozent an den Singapur-Referenzmarkt gekoppelt sind.

Diese Kopplung mache die Preise in Zeiten globaler Turbulenzen besonders volatil und treibe die Kosten in Thailand zusätzlich.

Raffineriemargen: „Abnorme“ Ausschläge im März und Anfang April

Die Bruttomargen der Raffinerien lägen normalerweise bei etwa 2 bis 3 Baht pro Liter, hätten im März jedoch im Schnitt rund 7 Baht erreicht.

Anfang April seien sie laut Akanat sogar auf nahezu 14 Baht pro Liter gestiegen, was er als panikgetriebene Marktreaktion im Zusammenhang mit Spannungen im Nahen Osten bezeichnete.

Neue Formel und Deckelung: Eingriff per Gesetz gegen Treibstoffknappheit

Die Regierung wolle ihre Befugnisse aus dem Gesetz zur Verhinderung von Treibstoffknappheit nutzen, um die Formel für die Raffinerie-Gate-Preise zu überprüfen.

Dabei sollen auch Dubai-Rohölpreise in die Berechnung einfließen, um die Raffineriemargen auf etwa 3 bis 4 Baht pro Liter zu begrenzen.

Ziel vor Songkran: Entlastung ohne alleinige Fonds-Subventionen

Mit der geplanten Deckelung sollen die Endverbraucherpreise für Kraftstoff sinken, ohne sich ausschließlich auf Subventionen aus dem Oil Fuel Fund zu stützen.

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Akanat erklärte, die Maßnahme solle möglichst noch vor den Songkran-Feiertagen wirksam werden.

Mehr Transparenz: Tägliche Meldungen gegen Hortung und Schmuggel

Als zentral bezeichnete Akanat zudem mehr Transparenz im Ölhandel, da die Bestandsmeldungen des Department of Energy Business bislang auf Monatszahlen beruhten und dadurch Spielraum für Unregelmäßigkeiten ließen.

Premierminister Anutin Charnvirakul habe bereits tägliche Meldungen zu Zu- und Abflüssen von Ölbeständen angeordnet, um Hortung, Spekulation und Schmuggel in Nachbarländer einzudämmen.

Stromtarif: 3,88 Baht pro Einheit statt 3,95

Beim Strom will Akanat den Tarif bei 3,88 Baht pro Einheit halten, statt ihn im Abrechnungszeitraum Mai bis August 2026 auf 3,95 Baht steigen zu lassen.

Die Energy Regulatory Commission hatte den Satz von 3,95 Baht am 1. April genehmigt und dabei sogenannte Clawback-Mittel genutzt, um den Anstieg abzufedern.

Investitionspläne prüfen: EGAT, MEA und PEA im Fokus

Um den Tarif stabil zu halten, soll über den National Energy Policy Council unter Vorsitz des Premierministers die Investitionsplanung der drei staatlichen Versorger EGAT, MEA und PEA überprüft werden.

Laut Akanat könnten zudem mehr als 9 Milliarden Baht an überschüssigem Investitionsbudget beziehungsweise Clawback-Fonds genutzt werden, um eine Erhöhung der Strompreise zu verzögern.

Tarifstruktur: Progressiveres Modell und Anreize zum Sparen

Der Minister stellte außerdem in Aussicht, die Tarifstruktur selbst anzupassen und ein stärker progressives Preissystem einzuführen, um Stromsparen zu fördern.

Haushalte mit niedrigem Verbrauch könnten in einem solchen Modell im Durchschnitt potenziell nicht mehr als 3 Baht pro Einheit zahlen.

Reform des Strommarkts: Weg vom Single-Buyer-Modell

Über kurzfristige Entlastungen hinaus skizzierte Akanat eine Umstrukturierung des Stromsektors, weg vom bisherigen Single-Buyer-Modell, bei dem die EGAT faktisch als alleiniger Käufer und Verkäufer agiert.

Stattdessen soll ein Direct-PPA-System entstehen, das insbesondere Industriekunden den direkten Stromkauf bei Erzeugern ermöglicht und so mehr Wettbewerb schaffen soll.

Direct PPA und Solar: Pilotregeln für Rechenzentren und Net Billing

Akanat betonte, ein Direct-PPA-Ansatz könne auch die Nachfrage von Rechenzentren besser bedienen, und die Regulierungsbehörde habe bereits zu Pilotregeln für Direct PPAs speziell für Datenzentren konsultiert.

Zudem versprach er stärkere Unterstützung für Rooftop-Solar über ein Net-Billing-System, bei dem Haushalte Strom zu einem faireren Satz ins Netz verkaufen können, ergänzt durch Demand-Response-Maßnahmen zur besseren Steuerung des Verbrauchs nach Tageszeit.

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Quelle: Manuell

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