BANGKOK, THAILAND – Mit einer neuen Ministerialverordnung hat Thailand die Entschädigungen für Opfer von Straftaten und für Angeklagte, die später freigesprochen werden, deutlich angehoben.
Neue Verordnung gilt seit 3. März
Die Regelung wurde in der Royal Gazette veröffentlicht und trat am 3. März in Kraft.
Nach Angaben der stellvertretenden Regierungssprecherin Lalida Periswiwatana sollen die Sätze damit besser zu den heutigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen passen.
Deutlich höhere Obergrenze bei Todesfällen
In Fällen, in denen ein Opfer stirbt, steigt die maximale Entschädigung auf bis zu 300.000 Baht.
Zuvor lag der Rahmen bei 30.000 bis 100.000 Baht, nun werden damit verbundene Ausgaben unter einer gemeinsamen Obergrenze gebündelt.
Medizin, Reha und seelische Schäden bei Überlebenden
Für überlebende Opfer können Behandlungskosten künftig bis 80.000 Baht erstattet werden, orientiert an den tatsächlich angefallenen Ausgaben.
Für körperliche und psychische Rehabilitation gilt ein Höchstbetrag von 50.000 Baht, weitere körperliche oder seelische Beeinträchtigungen können bis 100.000 Baht entschädigt werden.
Organschäden und dauerhafte Behinderung bis 300.000 Baht
Bei Organverlust oder dauerhafter Behinderung ist nun ebenfalls eine Entschädigung von bis zu 300.000 Baht möglich.
Damit zieht der Staat bei besonders schweren Folgen die Obergrenze an, die bislang in vielen Fällen deutlich niedriger lag.
Auch Freigesprochene bekommen mehr Unterstützung
Die Verordnung umfasst ausdrücklich auch Angeklagte, die strafrechtlich verfolgt, aber später vom Gericht freigesprochen wurden.
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Stirbt ein Angeklagter infolge des Verfahrens, kann die Entschädigung ebenfalls bis zu 300.000 Baht erreichen, während für Überlebende Behandlungskosten bis 80.000 Baht und Reha bis 50.000 Baht vorgesehen sind.
Anwaltskosten und schnellere Auszahlung angekündigt
Freigesprochene können zudem eine Erstattung von Rechtskosten bis 30.000 Baht erhalten.
Lalida Periswiwatana sagte, die neue Struktur solle die Hilfe besser am tatsächlichen Schaden ausrichten, Verfahren vereinfachen und die Prüfung flexibler machen, damit Geld schneller ausgezahlt werden kann.
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Sind die neuen Obergrenzen von 300.000 Baht ein fairer Ausgleich für Leid, Verfahrensfolgen und finanzielle Schäden – oder bleibt die staatliche Entschädigung in der Praxis trotzdem zu niedrig und zu bürokratisch?
Welche Erfahrungen gibt es mit Entschädigungsanträgen in Thailand, gerade bei langen Verfahren oder nach einem Freispruch, und was sollte als Nächstes verbessert werden?



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