Michael S. aus München hatte nicht damit gerechnet. Nach drei Jahren ohne Besuch in Thailand wollte der Rentner sein Bankkonto bei der Bangkok Bank nutzen, um seine nächste Reise vorzubereiten. Doch beim Einloggen in die Banking-App erschien nur eine Fehlermeldung. Das Konto war gesperrt. Ein Anruf bei der Bank brachte die ernüchternde Wahrheit: Sein Konto wurde geschlossen, weil er nur noch über ein Touristen-Visum verfügte. Michael ist kein Einzelfall. Seit Anfang 2025 berichten immer mehr Ausländer von ähnlichen Erfahrungen.
Die plötzliche Kontosperre
Die Situation hat sich für ausländische Kontoinhaber in Thailand grundlegend verändert. Was jahrelang problemlos funktionierte, wird plötzlich zum bürokratischen Hindernislauf. Banken verschärfen ihre Richtlinien massiv, und viele Ausländer stehen vor der Frage: Wie kann ich mein Konto retten? Die Gründe für diese Entwicklung sind vielschichtig und reichen von gesetzlichen Vorgaben bis hin zu verschärften Betrugsbekämpfungsmaßnahmen.
Warum thailändische Banken jetzt härter durchgreifen
Die thailändischen Finanzinstitute haben ihre Anforderungen an ausländische Kontoinhaber deutlich erhöht. Die Bangkok Bank, eine der größten Banken des Landes, führt die Verschärfung an. Seit Mai 2025 gilt dort eine neue Richtlinie: Nur noch Ausländer mit langfristigen Visa dürfen Konten führen. Dazu zählen Rentenvisa, Arbeitsvisa oder Elite-Visa. Auch eine Ehe mit einem thailändischen Staatsbürger oder Immobilienbesitz in Thailand können als Nachweis dienen.
Der Hauptgrund für diese Maßnahmen liegt in der Bekämpfung von Finanzbetrug. Thailand hat in den vergangenen Jahren massiv mit sogenannten Mule-Accounts zu kämpfen. Dabei handelt es sich um Bankkonten, die von Betrügern missbraucht werden, um illegal erworbenes Geld zu waschen. Touristen und Kurzzeitbesucher eröffneten Konten und verkauften diese dann an kriminelle Netzwerke. Die Schäden gehen in die Millionen. Die thailändische Regierung sah sich gezwungen zu handeln.
Ein weiterer Faktor sind neue Identifikationsregeln für SIM-Karten. Diese Regelungen sollten ursprünglich die digitale Sicherheit erhöhen, hatten aber unerwartete Auswirkungen auf den Bankensektor. Banken nutzen die Mobilfunknummern ihrer Kunden für Zwei-Faktor-Authentifizierung und wichtige Benachrichtigungen. Als die neuen SIM-ID-Regeln eingeführt wurden, gerieten auch die Bankkonten in den Fokus der Überprüfungen.
Das Problem mit inaktiven Konten
Neben den Visafragen gibt es ein weiteres Problem: inaktive oder ruhende Konten. Ein Bankkonto gilt in Thailand als inaktiv, wenn über einen längeren Zeitraum keine Transaktionen stattfinden. Die genauen Zeiträume variieren je nach Bank, liegen aber typischerweise zwischen einem und zwei Jahren. Nach dieser Phase können Banken Gebühren erheben oder das Konto in einen Ruhezustand versetzen.
Besonders kritisch wird es nach zehn Jahren kompletter Inaktivität. Eine gesetzliche Regelung sieht vor, dass Guthaben von Konten, die ein Jahrzehnt lang nicht genutzt wurden, an das Finanzministerium übertragen werden können. Diese Regelung wurde bereits 2018 diskutiert und sorgte damals für Aufregung. Der damalige Finanzminister betonte zwar, dass Kontoinhaber oder deren Erben ihr Geld jederzeit zurückfordern könnten, doch die Unsicherheit blieb.
Die Praxis zeigt: Die meisten betroffenen Konten weisen nur geringe Beträge auf. Dennoch geht es um das Prinzip. Viele Ausländer nutzen ihre thailändischen Konten als Reserve für zukünftige Aufenthalte oder als praktische Lösung für regelmäßige Überweisungen. Ein Verlust des Zugangs bedeutet nicht nur finanzielle Einbußen, sondern auch erheblichen organisatorischen Aufwand.
Was passiert konkret mit ruhenden Konten
Wenn ein Bankkonto in Thailand in den Ruhezustand versetzt wird, ändert sich der Status grundlegend. Zunächst werden automatische Überweisungen gestoppt. Daueraufträge werden nicht mehr ausgeführt, und eingehende Überweisungen können blockiert oder zurückgesendet werden. Die Bank-App und Online-Banking-Dienste funktionieren nicht mehr, und auch die Bankkarte verliert ihre Gültigkeit.
In vielen Fällen werden auch Gebühren fällig. Einige Banken berechnen monatliche Servicegebühren für inaktive Konten. Diese können zwischen 20 und 100 Baht pro Monat liegen. Bei einem kleinen Guthaben bedeutet das: Das Konto wird langsam leergebucht. Erst wenn das Guthaben aufgebraucht ist, wird das Konto endgültig geschlossen.
Die Reaktivierung eines ruhenden Kontos ist möglich, aber nicht immer einfach. Die meisten Banken verlangen eine persönliche Vorsprache in einer Filiale. Der Kontoinhaber muss sich ausweisen und den Grund für die Inaktivität darlegen. Bei ausländischen Kunden werden zusätzlich aktuelle Visum-Dokumente und eine Meldebescheinigung verlangt. Wer im Ausland lebt, steht vor einem Problem: Eine Reaktivierung aus der Ferne ist nahezu unmöglich.
Strategien zur Kontopflege
Wer sein thailändisches Bankkonto erhalten möchte, muss aktiv werden. Die wichtigste Regel lautet: Regelmäßige Aktivität zeigen. Schon kleine Transaktionen reichen aus, um das Konto aktiv zu halten. Viele Ausländer nutzen dafür einfache Methoden. Eine Überweisung vom eigenen Konto auf ein anderes eigenes Konto bei einer anderen thailändischen Bank gilt als Transaktion. Auch das Aufladen von Prepaid-Mobilfunkkarten oder das Bezahlen von Rechnungen über Online-Banking zählt.
Eine beliebte Strategie ist das Einrichten eines minimalen Dauerauftrags. Manche Banken erlauben monatliche Überweisungen ab 100 Baht. Wer diesen Betrag regelmäßig auf ein Sparkonto oder zu einem Freund in Thailand überweist, hält das Konto automatisch aktiv. Wichtig dabei: Die Transaktion muss tatsächlich ausgeführt werden. Eine Überweisung, die mangels Deckung fehlschlägt, zählt nicht.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Mindestguthaben-Regelung. Die meisten thailändischen Banken verlangen ein Mindestguthaben von 2000 bis 5000 Baht auf Girokonten. Wer diesen Betrag unterschreitet, riskiert Gebühren oder eine Kontosperrung. Einige Banken bieten spezielle Kontomodelle für Ausländer an, die höhere Mindestguthaben erfordern, dafür aber mehr Flexibilität bieten.
Die Visumsfrage als Schlüssel
Das Visum ist zum entscheidenden Faktor geworden. Wer ein thailändisches Bankkonto dauerhaft nutzen möchte, kommt um ein langfristiges Visum nicht herum. Die gängigsten Optionen sind das Renten-Visum für über 50-Jährige, das Non-Immigrant-Visum für Arbeitnehmer oder Investoren und das Thailand Elite Visum für vermögende Langzeitbesucher. Auch das Education Visa für Studenten kann akzeptiert werden.
Besonders beliebt ist das Renten-Visum. Es erlaubt einen Aufenthalt von einem Jahr und kann verlängert werden. Voraussetzung ist ein Mindestalter von 50 Jahren und ein monatliches Einkommen von mindestens 65000 Baht oder ein Bankguthaben von 800000 Baht auf einem thailändischen Konto. Diese Regelung zeigt die Verknüpfung zwischen Visum und Bankkonto deutlich: Ohne Bankkonto kein Visum, ohne Visum kein Bankkonto.
Für verheiratete Ausländer gibt es eine Alternative. Wer mit einem thailändischen Staatsbürger verheiratet ist, kann ein Jahres-Visum auf Basis der Ehe erhalten. Auch hier gibt es finanzielle Anforderungen: Ein monatliches Einkommen von 40000 Baht oder ein Bankguthaben von 400000 Baht wird verlangt. Die Banken akzeptieren die Heiratsurkunde in der Regel als ausreichenden Nachweis für die Kontoeröffnung oder Kontobeibehaltung.
Internationale Überweisungen und Gebühren
Ein häufig übersehener Aspekt sind die Kosten für die Kontoführung und internationale Transaktionen. Thailändische Banken berechnen für verschiedene Dienstleistungen Gebühren. Internationale Überweisungen können teuer sein. Je nach Bank und Überweisungsweg fallen zwischen 200 und 1000 Baht pro Transaktion an. Hinzu kommen oft ungünstige Wechselkurse.
Eine Alternative sind moderne Finanzdienstleister, die auf internationale Überweisungen spezialisiert sind. Diese bieten oft bessere Wechselkurse und niedrigere Gebühren als traditionelle Banken. Allerdings funktionieren diese Dienste nur, wenn das thailändische Bankkonto aktiv ist. Ein gesperrtes Konto kann keine Überweisungen empfangen.
Auch die Nutzung von Geldautomaten im Ausland kostet Geld. Thailändische Banken verlangen zwischen 150 und 220 Baht pro Abhebung an ausländischen Automaten. Dazu kommen oft Gebühren der ausländischen Bank. Wer sein Konto nur sporadisch nutzt, sollte diese Kosten einkalkulieren. Eine einzige Abhebung pro Jahr reicht aus, um das Konto aktiv zu halten, kostet aber durchaus 20 bis 30 Euro an Gebühren.
Die rechtliche Situation
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Bankkonten in Thailand sind komplex. Das Bankgesetz und verschiedene Verordnungen der Bank of Thailand regeln die Pflichten und Rechte von Banken und Kunden. Für ausländische Kontoinhaber gelten zusätzliche Bestimmungen. Die Banken sind verpflichtet, die Identität ihrer Kunden zu überprüfen und verdächtige Transaktionen zu melden.
Die Regelung zu den nach zehn Jahren inaktiven Konten basiert auf einem Gesetzentwurf, der das öffentliche Interesse betont. Die Regierung argumentiert, dass ungenutzte Gelder besser für die Allgemeinheit verwendet werden sollten. Kritiker sehen darin jedoch einen Eingriff in Eigentumsrechte. Die Tatsache, dass das Geld theoretisch zurückgefordert werden kann, mildert die Kritik nur teilweise.
In der Praxis führt die Zehn-Jahres-Regel selten zu Problemen. Die meisten Ausländer nutzen ihre Konten häufiger oder schließen sie bewusst, wenn sie Thailand dauerhaft verlassen. Dennoch gibt es Fälle, in denen Menschen ihr Konto vergessen oder aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr nutzen können. Für Erben wird die Situation dann kompliziert.
Die gesetzliche Regelung zu dormant accounts
In Thailand gilt ein Konto als „dormant“ (inaktiv), wenn es über einen längeren Zeitraum keine Transaktionen (Einzahlungen, Abhebungen oder Überweisungen) aufweist. Die kritische Schwelle liegt tatsächlich bei 10 Jahren kompletter Inaktivität. Nach dieser Frist können die Guthaben von Spar- und Girokonten (in Baht oder Fremdwährungen) an das Finanzministerium (Ministry of Finance) übertragen werden, speziell in sogenannte „suspended accounts“ beim Comptroller’s General Department. Dies betrifft Konten bei kommerziellen Banken, staatlichen Instituten wie der Government Savings Bank oder der Islamic Bank of Thailand, und gilt für Inhaber im In- oder Ausland.
Ausnahmen gibt es für:
-Festgeldkonten (fixed deposits),
-Konten, die als Sicherheit für Kredite dienen,
-Gerichtlich eingefrorene oder konfiszierte Konten,
-Und weitere, die das Finanzministerium festlegen kann.
Schätzungen aus der Diskussionsphase gingen von rund 10 Milliarden Baht in solchen inaktiven Konten aus. Das Ziel der Regelung ist es, Banken von den Kosten der Verwaltung untätiger Konten zu entlasten (z. B. durch Reduzierung von Einlagenbeiträgen an den Deposit Protection Fund) und die Mittel effizienter für den Staat zu nutzen.
Erfahrungen aus der Praxis
Die Erfahrungsberichte ausländischer Kontoinhaber ähneln sich oft. Viele berichten von plötzlichen Kontosperrungen ohne vorherige Warnung. Ein russischer Tourist in Pattaya erzählte, dass sein Konto über Nacht gesperrt wurde. Er hatte das Konto vor zwei Jahren mit einem Touristen-Visum eröffnet und regelmäßig genutzt. Die neue Richtlinie traf ihn unvorbereitet. Die Bank teilte ihm mit, dass er sein Visum upgraden oder das Konto schließen müsse.
Andere berichten von erfolgreichen Strategien. Ein deutscher Rentner in Chiang Mai hält seine drei thailändischen Bankkonten seit Jahren aktiv, obwohl er nur sechs Monate im Jahr in Thailand lebt. Seine Methode: Er hat Daueraufträge eingerichtet, die monatlich kleine Beträge zwischen seinen Konten hin und her überweisen. Zusätzlich zahlt er seine Strom- und Wasserrechnungen über Online-Banking. Die Gebühren sind minimal, und die Konten bleiben aktiv.
Ein britischer Geschäftsmann berichtet von den Schwierigkeiten bei der Wiedereröffnung eines Kontos. Nachdem sein Konto wegen Inaktivität geschlossen wurde, versuchte er ein neues zu eröffnen. Die Bank verlangte nicht nur ein langfristiges Visum, sondern auch einen Nachweis über eine Wohnadresse in Thailand und eine Arbeitserlaubnis. Ohne diese Dokumente war eine Kontoeröffnung unmöglich.
Die Rolle der verschiedenen Banken
Nicht alle thailändischen Banken handhaben die Situation gleich. Die Bangkok Bank hat die strengsten Regeln eingeführt und steht deshalb besonders in der Kritik. Andere große Banken wie Kasikornbank, Siam Commercial Bank oder Krung Thai Bank haben ebenfalls ihre Richtlinien verschärft, gehen aber teilweise flexibler vor.
Die Kasikornbank beispielsweise akzeptiert bei bestehenden Kunden auch kürzere Visa-Typen, solange regelmäßige Transaktionen nachgewiesen werden können. Die Siam Commercial Bank bietet spezielle Kontomodelle für internationale Kunden an, die höhere Gebühren verlangen, dafür aber weniger strenge Anforderungen haben.
Kleinere Banken und regionale Institute haben oft noch liberalere Regelungen. In ländlichen Gebieten abseits der Touristenzentren berichten Ausländer von weniger Problemen. Die Banken dort kennen ihre Kunden oft persönlich und handhaben die Vorschriften pragmatischer. Allerdings bieten diese Banken häufig keinen umfassenden Online-Banking-Service oder internationale Kreditkarten an.
Alternativen und Lösungsansätze
Wer sein thailändisches Bankkonto nicht halten kann oder will, steht vor der Frage nach Alternativen. Eine Möglichkeit sind internationale Finanzdienstleister, die Multi-Währungs-Konten anbieten. Diese erlauben das Halten und Verwalten von thailändischen Baht ohne ein lokales Bankkonto. Allerdings sind die Wechselkurse oft ungünstiger, und nicht alle thailändischen Dienste akzeptieren Zahlungen von ausländischen Konten.
Eine andere Option ist die Nutzung eines Vertrauens-Kontos. Manche Ausländer bitten thailändische Freunde oder Ehepartner, Konten zu verwalten. Diese Lösung ist jedoch rechtlich heikel und birgt erhebliche Risiken. Bei Streitigkeiten oder im Todesfall des Kontoinhabers können komplizierte rechtliche Fragen entstehen.
Für Geschäftsleute gibt es die Möglichkeit, ein Firmen-Konto zu eröffnen. Dafür ist die Gründung einer thailändischen Gesellschaft notwendig. Die Anforderungen sind hoch, aber ein Firmen-Konto bietet mehr Flexibilität und ist weniger anfällig für Sperrungen aufgrund von Visum-Problemen. Allerdings entstehen Kosten für die Gesellschaftsgründung und jährliche Buchhaltung.
Was die Zukunft bringen könnte
Die aktuellen Entwicklungen deuten darauf hin, dass thailändische Banken ihre Anforderungen weiter verschärfen werden. Die Regierung hat angekündigt, die Bekämpfung von Finanzkriminalität zu intensivieren. Das bedeutet mehr Kontrollen und strengere Dokumentationspflichten. Ausländische Kontoinhaber müssen sich auf zusätzliche Überprüfungen einstellen.
Gleichzeitig wächst der Druck auf die Banken, kundenfreundlicher zu werden. Thailand ist auf Touristen und ausländische Investoren angewiesen. Zu strikte Regelungen könnten sich negativ auf den wichtigen Tourismussektor auswirken. Einige Experten erwarten daher mittelfristig eine Lockerung oder zumindest klarere Richtlinien.
Die Digitalisierung könnte neue Lösungen bringen. Digitale Banken und Fintech-Unternehmen drängen auf den thailändischen Markt. Diese bieten oft flexiblere Kontolösungen und moderne Authentifizierungsmethoden. Allerdings unterliegen auch sie der Bankenaufsicht und müssen sich an die gesetzlichen Vorgaben halten.
Praktische Handlungsempfehlungen
Wer ein thailändisches Bankkonto besitzt oder eröffnen möchte, sollte einige grundlegende Regeln beachten. Erstens: Dokumentation ist entscheidend. Alle Visum-Unterlagen, Adressnachweise und Kontoeröffnungs-Dokumente sollten sorgfältig aufbewahrt werden. Bei Problemen ist eine lückenlose Dokumentation Gold wert.
Zweitens: Regelmäßiger Kontakt zur Bank ist wichtig. Mindestens einmal jährlich sollte persönlich oder telefonisch mit der Bank kommuniziert werden. Dabei können aktuelle Anforderungen erfragt und mögliche Probleme frühzeitig erkannt werden. Viele Banken versenden wichtige Mitteilungen nur per Post in Thailand, was Ausländer oft nicht erreicht.
Drittens: Eine Notfall-Vollmacht kann hilfreich sein. Wer längere Zeit außer Landes ist, sollte einer vertrauenswürdigen Person in Thailand eine Vollmacht erteilen. Diese kann dann im Notfall auf das Konto zugreifen oder notwendige Formalitäten erledigen. Die Vollmacht muss notariell beglaubigt und bei der Bank hinterlegt werden.
Viertens: Mehrere Konten bei verschiedenen Banken verringern das Risiko. Wenn eine Bank das Hauptkonto sperrt, dient das zweite Konto als Backup. Die Führung mehrerer Konten kostet zwar mehr Gebühren, bietet aber Sicherheit.
Der Umgang mit gesperrten Konten
Wenn das Konto bereits gesperrt wurde, heißt es schnell handeln. Der erste Schritt ist die Kontaktaufnahme mit der Bank. Oft kann durch Vorlage aktueller Dokumente eine Entsperrung erreicht werden. Bei ausländischem Wohnsitz ist dies schwierig, aber nicht unmöglich. Manche Banken akzeptieren eingescannte Dokumente per E-Mail, andere verlangen eine persönliche Vorsprache.
Falls die Bank eine Entsperrung ablehnt, bleibt die Möglichkeit der Kontoauflösung. Das Guthaben kann dann überwiesen oder bar ausgezahlt werden. Auch hier ist meist eine persönliche Vorsprache nötig. In Ausnahmefällen akzeptieren Banken eine Vollmacht oder eine Abwicklung über die thailändische Botschaft im Heimatland.
Bei höheren Beträgen lohnt sich unter Umständen die Einschaltung eines Anwalts. Spezialisierte Kanzleien in Thailand kennen die Rechtslage und können mit den Banken verhandeln. Die Kosten dafür sind oft niedriger als der Verlust des Guthabens oder eine kostspielige Reise nach Thailand nur für die Kontoauflösung.
Ausblick
Die Situation rund um thailändische Bankkonten für Ausländer hat sich grundlegend gewandelt. Was früher einfach und unkompliziert war, erfordert heute sorgfältige Planung und kontinuierliche Pflege. Die Verschärfungen sind nachvollziehbar angesichts der Betrugs-Problematik, treffen aber auch viele rechtschaffene Kontoinhaber.
Wer langfristig in Thailand leben oder regelmäßig dort Zeit verbringen möchte, kommt um ein angemessenes Visum nicht herum. Die Investition in ein Renten-Visum oder Non-Immigrant-Visum zahlt sich nicht nur für das Bankkonto aus, sondern erleichtert auch andere Aspekte des Lebens in Thailand.
Die Zukunft wird zeigen, ob sich die Lage entspannt oder weitere Verschärfungen folgen. Bis dahin gilt: Wachsamkeit und proaktives Handeln sind der beste Schutz gegen böse Überraschungen. Ein gut gepflegtes Bankkonto mit ausreichender Aktivität und korrekten Dokumenten sollte auch unter den neuen Bedingungen Bestand haben.
Für alle, die unsicher sind, ob ihr Konto betroffen sein könnte, empfiehlt sich ein direkter Kontakt zur Bank. Lieber einmal zu viel nachgefragt als am Ende ohne Zugang zum eigenen Geld dazustehen. Die thailändischen Banken sind trotz aller Verschärfungen immer noch bereit, mit kooperativen Kunden Lösungen zu finden. Voraussetzung ist allerdings die Bereitschaft, sich an die neuen Regeln anzupassen.
Bitte beachten Sie:
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Kapital oder Steuerberatung. Wenn Sie eigene Erfahrungen mit dem beschriebenen Thema gemacht haben, laden wir Sie ein, diese in der Kommentarfunktion mit anderen zu teilen. Der Austausch echter Fälle hilft oft mehr als jeder Paragraph.





