Thailand: Polizei zerschlägt Fake-TikTok-Shop-Betrugsring

Thailand: Polizei zerschlägt Fake-TikTok-Shop-Betrugsring
The Nation

BANGKOK, THAILAND – Mehr als 200 Einsatzkräfte haben in fünf Provinzen ein weit verzweigtes Netzwerk zerschlagen, das mit einer gefälschten „Tkshop“-App den offiziellen TikTok-Shop imitiert und so Dutzende Menschen um Millionenbeträge gebracht haben soll. Vier Verdächtige wurden festgenommen, Vermögenswerte im Wert von über 114 Millionen Baht wurden sichergestellt, die Ermittlungen gegen weitere Beteiligte laufen noch.

Koordinierte Razzien in fünf Provinzen

Das Central Investigation Bureau (CIB) unter Führung der Technology Crime Suppression Division (TCSD) koordinierte zeitgleiche Durchsuchungen an neun Zieladressen in Bangkok, Pathum Thani, Phitsanulok, Kamphaeng Phet und Tak.

Nach Angaben der Polizei sollten mit dem konzertierten Vorgehen Beweise gesichert und die mutmaßlichen Köpfe eines überregional agierenden Betrugsnetzwerks gefasst werden.

Festnahmen und Vorwürfe

Gegen vier Verdächtige – darunter der chinesische Staatsbürger Mr Liu sowie Mr Wo, Ms So und Mrs Tho – lagen Haftbefehle des Criminal Court vor.

Ihnen werden unter anderem öffentlicher Betrug durch Vorspiegelung falscher Tatsachen, das Einspeisen falscher Computerdaten in ein System sowie Geldwäsche zur Last gelegt.

Aufbau der Fake App „Tkshop“

Nach Erkenntnissen der Ermittler soll das Netzwerk eine gefälschte App namens „Tkshop“ entwickelt haben, die angebliche Verbindungen zur bekannten Plattform TikTok Shop vortäuschte.

Über die App seien Nutzer dazu verleitet worden, in angebliche Online-Verkäufe zu investieren oder Produkte zu vertreiben, obwohl die Anwendung weder im App Store noch bei Google Play verfügbar war.

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Anwerbung der Opfer über soziale Medien

Die mutmaßlichen Täter sollen potenzielle Opfer über soziale Medien kontaktiert, Vertrauen aufgebaut und ihnen einfache Nebentätigkeiten im Online-Handel ohne Warenlager, Logistik oder hohe Einstiegskosten versprochen haben.

In der App seien fingierte Umsatzzahlen und Gewinne angezeigt worden, um die Geschädigten zu immer höheren Überweisungen zu bewegen.

Blockierte Auszahlungen und wachsende Schäden

Versuchten Betroffene laut Polizei, angebliche Guthaben wieder abzuheben, verwiesen die Täter auf angebliche Regelverstöße und forderten zusätzliche Zahlungen, um das System freizuschalten.

Bislang wurden nach Angaben der Ermittler mehr als 88 Opfer identifiziert, der Gesamtschaden beläuft sich auf über 25 Millionen Baht.

Rolle im grenzüberschreitenden Call-Center-Netzwerk

Die vier nun Festgenommenen hätten nach Darstellung der Behörden als „Transporter“ oder Broker fungiert, die Menschen und Ausrüstung für Call-Center-Banden über natürliche Grenzwege in Nachbarländer geschleust haben sollen.

Diese Funktion sei ein entscheidender Baustein gewesen, um die Aktivitäten des transnationalen Netzwerks dauerhaft aufrechtzuerhalten.

Umfangreiche Vermögensbeschlagnahme

Im Zuge der Razzien stellten die Beamten umfangreiche Vermögenswerte sicher, darunter rund 4 Millionen Baht in bar, 13 Autos, 31 Traktoren, einen Bagger, ein Luxushaus, Goldbarren im Gewicht von 40 Baht, Markenwaren, Schmuck und 28 Grundstücksurkunden.

Zusätzlich wurden Gelder auf mehreren Bankkonten eingefroren, wodurch sich der Gesamtwert der beschlagnahmten Güter auf über 114 Millionen Baht summiert.

Weiterführende Ermittlungen der TCSD

Alle Festgenommenen sowie die sichergestellten Wertgegenstände wurden zur weiteren strafrechtlichen Bearbeitung an die Ermittler der TCSD überstellt.

Die Polizei betonte, dass die Untersuchungen fortgesetzt werden, um die Struktur des Netzwerks weiter offenzulegen und zusätzliche Verdächtige zu identifizieren.

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Quelle: The Nation

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