Thailand reguliert Bargeldtransaktionen strenger

Thailand reguliert Bargeldtransaktionen strenger
Gemini AI

Die thailändische Regierung hat umfassende Maßnahmen angekündigt, um undurchsichtige Geldflüsse im Finanzsektor besser zu kontrollieren. Im Fokus steht dabei auch der Goldhandel, der bisher weitgehend unreguliert war.

Finanzminister Ekniti Nitithanprapas und Zentralbank-Gouverneur Vitai Ratanakorn stellten Anfang Januar 2026 konkrete Pläne vor. Die geplanten Regelungen sollen vor allem den Online-Goldhandel und große Bargeldtransaktionen erfassen.

Digitales Datenbüro vernetzt alle Finanzbehörden miteinander

Die Regierung plant die Einrichtung eines digitalen Datenbüros zur Vernetzung von Finanzdaten verschiedener Behörden. Über eine offene Programmierschnittstelle sollen Informationen von Steuerbehörden, Zentralbank, Börsenaufsicht und anderen Institutionen zusammengeführt werden.

Das System soll verdächtige Transaktionsmuster automatisch erkennen, etwa wenn jemand große Summen Bargeld einzahlt, in Kryptowährungen tauscht und anschließend Gold kauft. Die Verknüpfung der Daten ermöglicht es den Behörden, solche Bewegungen nachzuvollziehen.

Künstliche Intelligenz analysiert Transaktionsmuster in Echtzeit

Das geplante Datenbüro arbeitet mit künstlicher Intelligenz und modernsten Algorithmen. Diese sollen Zusammenhänge über verschiedene Finanzprodukte hinweg automatisch erkennen und bei verdächtigen Mustern Alarm schlagen.

Finanzminister Ekniti betonte, dass keine neue Behörde geschaffen wird. Stattdessen werden bestehende Datenströme intelligent vernetzt, um blinde Flecken in der Überwachung zu schließen, ohne zusätzliche Bürokratie aufzubauen.

Obergrenzen für Online-Goldhandel von 100 bis 200 Millionen Baht geplant

Das Finanzministerium erwägt laut Zentralbank-Gouverneur Vitai Ratanakorn eine Obergrenze für den täglichen Online-Goldhandel. Einzelpersonen sollen voraussichtlich nicht mehr als 100 bis 200 Millionen Baht pro Tag handeln dürfen.

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Bei einem Wechselkurs von etwa 31 Baht pro US-Dollar entspricht dies umgerechnet rund 3,2 bis 6,4 Millionen US-Dollar. Diese Beschränkung zielt auf spekulativen Handel ab, bei dem kein physisches Gold den Besitzer wechselt.

Online-Goldgeschäfte machen bis zu 60 Prozent des Devisenhandels aus

Laut Zentralbank-Gouverneur Vitai machten Online-Goldgeschäfte an manchen Tagen 40 bis 60 Prozent des gesamten Devisenhandels in Thailand aus. Diese Transaktionen tragen zur Aufwertung des Baht bei und erschweren der Zentralbank die Geldpolitik.

Der thailändische Baht hat seit Anfang 2025 gegenüber dem US-Dollar um etwa 9,4 Prozent aufgewertet. Diese Entwicklung belastet die exportorientierte Wirtschaft Thailands erheblich, da thailändische Waren auf dem Weltmarkt teurer werden.

Identitätsprüfung wird für Online-Goldhändler zur Pflicht

Finanzminister Ekniti kündigte an, dass Identitätsprüfungen für Händler im Online-Goldgeschäft zur absoluten Pflicht werden. Die Anonymität des Internets soll im Finanzsektor aufgehoben werden, um illegale Transaktionen zu verhindern.

Betreiber von Online-Handelsplattformen müssen künftig spezielle Konten führen und detaillierte Handelsberichte einreichen. Die Steuerbehörde wird ihren Fokus besonders auf große Goldgeschäfte mit eigenen Online-Plattformen richten.

Meldepflicht für Bargeld über 200.000 US-Dollar gilt bereits

Wer Bargeld oder Fremdwährungen im Wert von mehr als 200.000 US-Dollar nach Thailand bringt, muss dies bereits seit Ende 2025 deklarieren. Die Behörden können dabei Nachweise über Herkunft und Verwendungszweck verlangen.

Das entspricht etwa 7,3 Millionen Baht nach aktuellem Wechselkurs. Mit dieser Regelung wollen die Behörden Geldkurieren das Handwerk legen und illegale Transfers über die Grenze unterbinden.

Geldwechsel wird auf 800.000 Baht pro Tag begrenzt

Für Geldwechselgeschäfte plant die Zentralbank eine Obergrenze von 800.000 Baht pro Person und Tag. Das entspricht etwa 25.800 US-Dollar nach aktuellem Wechselkurs.

Wer größere Summen tauschen möchte, muss dies künftig über reguläre Bankkanäle mit vollständiger Dokumentation abwickeln. Diese Maßnahme soll verhindern, dass große Beträge unkontrolliert gewechselt werden.

Limits für digitale Geldbörsen werden angepasst

Auch die Limits für digitale Geldbörsen sollen angepasst werden, um Missbrauch zu verhindern. Dabei soll jedoch den Bedürfnissen normaler Nutzer weiterhin Rechnung getragen werden.

Die Regulierungsbehörden stehen vor der Herausforderung, eine Balance zwischen Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit zu finden. Zu strenge Regeln könnten die digitale Wirtschaft behindern und Innovationen ersticken.

Goldimportbestimmungen wurden in der Vergangenheit gelockert

Lavaron Sangsnit, Staatssekretär im Finanzministerium, erklärte, Thailand habe in der Vergangenheit Goldimportbestimmungen gelockert. Dies sollte die heimische Schmuckindustrie fördern und wettbewerbsfähiger machen.

Diese Liberalisierung habe jedoch Lücken geschaffen, die nun geschlossen werden sollen. Die Steuerbehörde prüft derzeit, ob Goldimportzölle wieder eingeführt werden, um den Kapitalabfluss zu bremsen.

Wiedereinführung von Goldimportzöllen wird geprüft

Sollten Goldimportzölle wieder eingeführt werden, hätte dies direkte Auswirkungen auf den Goldpreis im Inland. Ziel ist es, den Kapitalabfluss zu bremsen und die Währungsstabilität zu stützen.

Die thailändische Wirtschaft ist auf einen stabilen Baht angewiesen, insbesondere für den Export. Unkontrollierte Kapitalflüsse gefährden die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.

Zentralbank benötigt erweiterte rechtliche Befugnisse

Vitai Ratanakorn erklärte, die Zentralbank benötige erweiterte rechtliche Befugnisse, um den Goldhandel wirksam überwachen zu können. Derzeit fehle es an klaren Zuständigkeiten für diesen Bereich.

Die Bank of Thailand wartet auf eine formelle Änderung durch das Finanzministerium. Sobald diese vorliegt, soll eine strengere Überwachung großer Goldhändler beginnen, insbesondere bei Transaktionen die den Devisenmarkt beeinflussen.

Travel Rule macht Kryptotransaktionen nachverfolgbar

Die Börsenaufsicht SEC soll die sogenannte Travel Rule für digitale Vermögenswerte umsetzen. Diese internationale Regelung verpflichtet Anbieter von Krypto-Diensten, Informationen über Sender und Empfänger von Transaktionen zu erfassen.

Pornanong Budsaratragoon, Generalsekretärin der SEC, bestätigte die enge Zusammenarbeit mit der Behörde zur Bekämpfung von Geldwäsche. Ziel ist es, Gelder aufzuspüren, die sich bisher der Aufsicht entzogen haben.

Umsetzung der Travel Rule erfolgt im ersten Quartal 2026

Die Implementierung der Travel Rule wird bereits im ersten Quartal 2026 erwartet. Anbieter von Krypto-Diensten müssen dann Herkunft und Ziel von Geldtransfers lückenlos dokumentieren.

Diese Maßnahme soll verhindern, dass Kryptowährungen als Brücke genutzt werden, um Graugeld in den legalen Wirtschaftskreislauf zu schleusen. Die Verknüpfung mit dem Datenbüro ermöglicht eine umfassende Überwachung.

Graugeld stammt oft aus Online-Glücksspiel und unregulierten Geschäften

Als Graugeld bezeichnen die Behörden Vermögenswerte, die oft am Fiskus vorbei erwirtschaftet wurden. Häufige Quellen sind Online-Glücksspiel oder unregulierte Handelsgeschäfte.

Dieses Geld sucht Wege in den legalen Kreislauf, und Gold galt bisher als diskreter Weg dafür. Der Goldkauf mit Bargeld war in Thailand lange Zeit unkompliziert und ohne Nachweise möglich.

Goldtransaktionen haben sich 2025 verdoppelt

Laut Branchenvertretern verdoppelte sich der Wert der Goldtransaktionen 2025 auf rund 10 Billionen Baht gegenüber dem Vorjahr. Die Regierung sieht einen Zusammenhang zwischen dieser Entwicklung und der Aufwertung des Baht.

Das Problem geht über entgangene Steuereinnahmen hinaus: Wenn große Mengen Graugeld in Dollar oder Gold getauscht werden, beeinflusst dies den Wechselkurs. Für eine exportorientierte Wirtschaft wie Thailand kann eine volatile Währung erhebliche Folgen haben.

Legale Geldtransfers über Banken sind nicht betroffen

Wer seine Rente oder Ersparnisse legal über Banken nach Thailand überweist, sollte von den Maßnahmen nicht direkt betroffen sein. Die Kontrollen zielen auf illegale Ströme und extreme Spekulation ab.

Dennoch ist bei größeren Transaktionen mit mehr Nachfragen zu rechnen. Banken und Goldhändler werden künftig genauer prüfen und häufiger Nachweise über Herkunft und Verwendungszweck verlangen.

Spontankäufe von Goldbarren werden komplizierter

Der spontane Kauf von Goldbarren könnte künftig komplizierter werden, wenn nicht alle erforderlichen Dokumente vorliegen. Auch Überweisungen aus dem Ausland könnten strengeren Prüfungen unterliegen als bisher.

Vollständige Dokumentation und Geduld werden für alle Ausländer in Thailand wichtiger. Bei größeren Finanztransaktionen ist es ratsam, alle Nachweise über Herkunft und Verwendungszweck griffbereit zu haben.

Konsolidierung der Goldbranche gilt als wahrscheinlich

Für die Goldbranche brechen unruhigere Zeiten an. Die Konsolidierung des Marktes scheint unvermeidlich, da kleine Händler die neuen Auflagen kaum erfüllen können.

Langfristig könnte dies jedoch zu einem stabileren und transparenteren Finanzplatz führen. Thailand nähert sich damit internationalen Standards der Finanzüberwachung an.

Neue Regelungen sollen noch im Januar 2026 vorgestellt werden

Das Finanzministerium will die neuen Regelungen für den Goldhandel laut Zentralbank-Gouverneur Vitai noch im Januar 2026 vorstellen. Die genauen Details und der exakte Zeitpunkt des Inkrafttretens stehen noch aus.

Die technische Umsetzung durch das Datenbüro und die Vernetzung der verschiedenen Behörden wird schrittweise erfolgen. Erste Verbesserungen bei der Datenverknüpfung werden bereits im ersten Quartal 2026 erwartet.

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Ein Kommentar zu „Thailand reguliert Bargeldtransaktionen strenger

  1. „ Digitales Datenbüro vernetzt alle Finanzbehörden miteinander „

    Dann sind die „Pannen“ ja schon vorprogrammiert…………………,
    wird wie immer die falschen Personen treffen

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