HAT YAI, THAILAND – Eine 54-jährige Schuldirektorin ist ihren Schussverletzungen erlegen, nachdem sie bei einem Geiseldrama an einer Schule in Hat Yai ihre Schüler vor einem bewaffneten Jugendlichen geschützt hatte. Der 17-jährige Angreifer, der zuvor wegen psychischer Probleme in Behandlung gewesen war, befindet sich nach einem Polizeieinsatz in Gewahrsam.
Die Tat und der Tod der Direktorin
Die Direktorin der Patongprathankiriwat School in Hat Yai, Sasipat Sinsamosorn, starb laut Dr Wirote Yommuang, dem Direktor des Hatyai Hospital, am frühen Donnerstagmorgen um 2 Uhr an den Folgen ihrer Schussverletzungen. Sie war am Mittwochnachmittag bei dem bewaffneten Angriff schwer verletzt worden.
Die 54-Jährige zeigte bei diesem Vorfall bemerkenswerte Zivilcourage, indem sie sich zwischen ihre Schüler und den Angreifer stellte, um sie zu schützen.
Mutige Schutzhandlung vor den Schülern
Sasipat war am Mittwochnachmittag angeschossen worden, als sie versuchte, ihre Schüler vor einem offenbar verwirrten 17-Jährigen zu schützen, der mit einer gestohlenen Schusswaffe in die Schule eingedrungen war. Die Direktorin handelte instinktiv und ohne Rücksicht auf ihre eigene Sicherheit.
Nach Berichten bot sie sich dem Angreifer als Geisel an, um die Freilassung der Schüler zu erreichen und die Situation zu entschärfen. Ihr selbstloses Verhalten während dieser kritischen Momente wird von der Schulgemeinschaft und der Öffentlichkeit als beispielhafte Opferbereitschaft gewürdigt.
Hintergrund des Angreifers und Waffenraub
Der jugendliche Täter stammt aus dem Unterbezirk Patong, in dem sich auch die Schule befindet, und war erst vor Kurzem aus dem Songkhla Rajanagarindra Psychiatric Hospital entlassen worden, wo er wegen psychischer Erkrankungen im Zusammenhang mit Drogenmissbrauch behandelt worden war.
Kurz vor dem Angriff war der 17-Jährige auf einem Hügel in der Gemeinde auffällig geworden, woraufhin zwei Streifenpolizisten und ein Dorfvorsteher gegen 14.54 Uhr einschritten. Der Jugendliche bedrohte die Beamten mit einem langen Messer und gelangte anschließend an das Patrouillenfahrzeug, von wo aus er eine SIG MPX-Maschinenpistole stahl.
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Geiselnahme in der Schule und Zugriff der Polizei
Gegen 16.45 Uhr erreichte der bewaffnete Jugendliche mit einem Motorrad die Patongprathankiriwat School. Er schoss auf die Direktorin und nahm mehrere Lehrer und Schüler als Geiseln. Berichten zufolge verlangte er ein Gespräch mit einer bestimmten Lehrkraft.
Seine Schwester, die ebenfalls Schülerin der Schule ist, versuchte, ihn zum Aufgeben zu bewegen, während eine spezielle Polizeieinheit das Gelände umstellte. Der Angreifer wurde schließlich gegen 18.30 Uhr überwältigt und festgenommen.
Verletzte, Schulschließung und Trauer in der Schulgemeinschaft
Bei dem Polizeieinsatz erlitt der Teenager eine Schussverletzung. Während des Vorfalls wurden weitere Personen verletzt und benötigten medizinische Versorgung. Eine 19-Jährige verletzte sich beim Sprung aus dem zweiten Stock am Knöchel.
Die Patongprathankiriwat School bleibt am Donnerstag und Freitag geschlossen, um zu trauern und psychologische Betreuung für Schüler und Mitarbeiter zu ermöglichen. Die Schule veröffentlichte auf Facebook eine Beileidsbotschaft, in der es heißt: „Obwohl wir dich verloren haben, werden die Erinnerungen und die Güte, die du hinterlassen hast, für immer in unseren Herzen bleiben.“
Gesellschaftliche Debatte über Schulschutz und Prävention
Der Fall wirft wichtige Fragen zum Schutz von Schulen und zum Umgang mit psychischen Erkrankungen sowie Drogenabhängigkeit auf. Die tragischen Ereignisse betreffen nicht nur die betroffene Schule, sondern die gesamte Gesellschaft und regen eine breite öffentliche Diskussion an.
Viele Experten und Bürger fordern nun eine Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen an Bildungseinrichtungen. Gleichzeitig wird die Notwendigkeit besserer Unterstützung für psychisch belastete Personen diskutiert, insbesondere für Jugendliche, die mit Substanzabhängigkeit kämpfen.
Ermittlungen und strafrechtliche Konsequenzen
Die Polizei führt laufende Ermittlungen zum genauen Hergang des Vorfalls. Der 17-Jährige wird wegen mehrerer Vergehen strafrechtlich verfolgt, darunter Schusswaffentragung, Geiselnahme und fahrlässige Tötung. Die Behörden untersuchen zudem, wie der Jugendliche Zugang zur Waffe erlangen konnte.
Die Ermittler befragen auch die beteiligten Polizeibeamten sowie die Mitarbeiter des psychiatrischen Krankenhauses, um Versäumnisse in der Betreuung und Nachverfolgung des Patienten nach seiner Entlassung zu klären. Solche Fälle führen häufig zu Verbesserungen in den Systemen der Verfolgung und Betreuung.
🕊️ Heldin oder vermeidbare Tragödie – was muss sich jetzt ändern?
Eine Schuldirektorin schützt ihre Schüler und verliert dabei ihr Leben. Der Fall erschüttert nicht nur eine Schule, sondern ein ganzes Land. Fragen nach Sicherheit, Prävention und dem Umgang mit psychisch auffälligen Tätern werden lauter.
Braucht es jetzt strengere Schutzmaßnahmen an Schulen – oder liegt das Problem tiefer in der Gesellschaft?
Schreib deine Meinung in die Kommentare.



„Der Jugendliche bedrohte die Beamten mit einem langen Messer und gelangte anschließend an das Patrouillenfahrzeug, von wo aus er eine SIG MPX-Maschinenpistole stahl.“
wenn ich das also ehemaliger Polizist lese, dann frage ich mich, haben die nicht gelernt mit solchen Situationen souverän umzugehen. Hatten die keine entsprechende Ausbildung, wie man sich in solchen Fällen verhalten MUSS? Wie kommt der an die MP? Das ist ein ganz schlechtes polizeiliches Verhalten, was letztendlich in der beschriebenen Tragödie endete!
Ja genau das habe ich mich auch gefragt wie er so einfach an die Waffe gekommen ist
Was hast Du angestellt, daß Du kein Sheriff mehr bist?