BANGKOK, THAILAND – Steigende Ölpreise im Zuge des Nahost-Konflikts bringen Thailand unter Zugzwang, doch das Finanzministerium will eine Senkung der Öl-Verbrauchsteuer nur als letzten Schritt ziehen.
Regierung sucht Schutzschild gegen teure Energie
Nach Angaben aus dem Umfeld des Finanzministeriums bereitet die Regierung Maßnahmen vor, um Haushalte und Unternehmen gegen höhere Energiekosten abzufedern.
Im Zentrum steht zunächst der Oil Fuel Fund als wichtigstes Instrument, um Preisspitzen abzufangen und den Markt zu beruhigen.
Steuerschnitt nur als „letzter Ausweg“
Ein Abschlag bei der Verbrauchsteuer auf Öl gilt in Bangkok derzeit ausdrücklich nicht als erste Option, sondern als Notnagel für den Fall einer weiteren Eskalation.
Hinter der Zurückhaltung stehen laut Ministeriumsquelle zwei Sorgen um die wirtschaftliche Stabilität: zu wenig Spielraum beim Staatshaushalt und empfindliche Einnahmeverluste.
Schuldenstand drückt – nur noch wenig Luft bis zur Grenze
Die öffentliche Verschuldung liegt demnach bei rund 66% des BIP, während die fiskalische Disziplinobergrenze bei 70% verläuft.
Gleichzeitig gerät der Oil Fuel Fund durch Diesel-Subventionen unter Druck, und weiteres, staatlich garantiertes Notfall-Borrowing würde sofort als Staatsschuld gezählt.
Der Öl-Fonds wankt – und neue Garantien zählen sofort
Zwar hat der Fonds noch begrenzten Kreditspielraum, doch jede zusätzliche Finanzierung mit Garantie des Finanzministeriums könnte den Schuldenstand gefährlich nahe an die 70%-Marke schieben.
Genau deshalb will die Regierung nicht „eine zweite Front“ eröffnen, indem sie parallel auch noch Kraftstoffsteuern senkt und damit die Haushaltslage weiter einengt.
Milliardenrisiko für die Staatskasse
Öl- und Mineralölsteuern sind eine tragende Säule der Einnahmen des Excise Department, das für das Fiskaljahr 2026 ein Ziel von 578,2 Milliarden Baht ausgerufen hat.
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Ein spürbarer Teil dieser Summe hängt direkt an Ölprodukten, weshalb eine Steuersenkung nicht nur populär, sondern vor allem teuer für den Staat wäre.
Lehren aus dem Ukraine-Krieg – neun Diesel-Steuersenkungen
Im Russland-Ukraine-Krieg hatte Thailand zwischen 2022 und 2024 neun aufeinanderfolgende Diesel-Verbrauchsteuersenkungen beschlossen.
Das kostete den Fiskus laut Ministeriumsangaben mehr als 178,1 Milliarden Baht an entgangenen Einnahmen, während der Oil Fuel Fund zusätzlich stark belastet wurde und hohe Kredite brauchte, um liquide zu bleiben.
Dieselpreis könnte nach Ablauf der Deckelung steigen
Als parallele Maßnahme wird eine Anpassung der Diesel-Preisstruktur geprüft, um den Druck auf den Fonds zu senken.
Nach dem Ende der aktuellen 15-Tage-Preisdeckelung könnte der Dieselpreis schrittweise von 29,94 Baht pro Liter auf etwa 31,94 Baht pro Liter steigen.
Sparregeln für Behörden – Klima auf 26 bis 27 Grad
Die Regierung treibt außerdem strengere Energiesparregeln im öffentlichen Sektor voran, darunter Klimaanlagen-Einstellungen auf 26 bis 27°C.
Dazu kommen weniger unnötiger Stromverbrauch in Büros, mehr Treppen statt Aufzug auf Kurzstrecken, weniger Papier, mehr Online-Meetings und wo passend Work-from-Home.
Auch Bürger und Firmen sollen Sprit sparen – notfalls mit Zwang
Betont werden zudem Spritsparmaßnahmen wie regelmäßige Wartung, vernünftige Geschwindigkeit, Fahrgemeinschaften und bessere Routenplanung.
Wenn sich die Lage verschärft, stehen weitere verpflichtende Schritte im Raum, etwa das Dimmen beleuchteter Werbeschilder nach 22 Uhr und verkürzte Öffnungszeiten von Tankstellen mit Ausnahmen an großen Highways.



Es war und ist abzusehen, dass diese Subventionen nicht auf ewig finanziert werden können. Es ist wie immer, irgendwann kommt die Rechnung.