Thailand verschärft Flugregeln

Thailand verschärft Flugregeln
Bangkok Post

BANGKOK, THAILAND – Die thailändische Luftfahrtaufsicht führt mit den neuen Thailand Civil Aviation Regulation (TCAR) schrittweise eines der umfassendsten Sicherheits- und Organisationspakete für den Flugbetrieb im Land ein. Bis Ende 2026 müssen Airlines, Crews und Ausbildungsorganisationen ihre Strukturen, Dienstpläne und Trainingsprogramme vollständig an die verschärften Vorgaben anpassen.

Neuer Rechtsrahmen für mehr Sicherheit

Die Civil Aviation Authority of Thailand (CAAT) hatte TCAR bereits 2023 als modernisierten Regelrahmen angekündigt, der sich an den Standards der International Civil Aviation Organisation und der European Union Aviation Safety Agency orientiert.

Nach Angaben von ACM Manat Chavanaprayoon, Generaldirektor der CAAT, waren die bisherigen Vorgaben zwar sicher, mussten aber angepasst werden, um internationale Maßstäbe zu erreichen und die systemische Aufsicht zu stärken.

Übergangsphase bis Ende 2026

Die vollständige Durchsetzung der neuen Regeln ist nach einer vierjährigen Übergangsfrist für Ende 2026 geplant, damit sich Fluggesellschaften nach der Pandemie erholen und ihre Abläufe schrittweise umstellen können.

Manat betonte, die Umsetzung verlange ein „angemessenes Unterstützungssystem“ und eine „geeignete Einführungsphase“, weshalb CAAT eng mit den betroffenen Unternehmen zusammenarbeite.

Strengere Dienstpläne und mehr Personalbedarf

Die neuen Bestimmungen betreffen Airlines, Inhaber von Luftverkehrsbetreiberzeugnissen, Piloten, Kabinenbesatzungen, Wartungsbetriebe und Trainingsorganisationen und führen unmittelbar zu höheren betrieblichen Anforderungen.

Dazu gehören strengere Ruhezeiten für Piloten, zusätzliche Schulungspflichten und eine komplexere Einsatzplanung, was nach Einschätzung der Branche den Bedarf an fliegendem Personal deutlich steigen lässt.

Pilotenverband warnt vor Ermüdung

Der Präsident der Thai Pilots Association, Teerawat Angkasakulkiat, erklärte, TCAR sehe mehr Ruhezeiten für Piloten und Crews vor, was Ermüdung reduziere, aber eine wesentlich effektivere Einsatzplanung erzwinge.

Gleichzeitig werde der wachsende Flottenumfang den Rekrutierungsdruck erhöhen, da sich Flugpläne mit den neuen Vorgaben nur mit ausreichend Personal stabil aufrechterhalten lassen.

Lektionen aus dem Fall IndiGo

Die Reformen erfolgen vor dem Hintergrund einer weltweiten Debatte über Flugsicherheit, nachdem neue Vorschriften in anderen Ländern bereits zu massiven Störungen geführt hatten.

In Indien musste die Airline IndiGo im Vormonat tausende Flüge streichen, weil sie geänderte Ruhezeitregeln für Piloten nicht fristgerecht umgesetzt hatte, was in einer Rekordstrafe von 2,45 Millionen US-Dollar und einer geforderten Bankgarantie von 5,51 Millionen US-Dollar endete.

Airlines sprechen von Investition in Sicherheit

Der Leiter der Flugoperationen von Thai AirAsia, Paradon Khamprang, verwies auf den IndiGo-Fall als warnendes Beispiel für die Folgen, wenn Unternehmen die Tragweite neuer Vorgaben unterschätzen.

Er räumte ein, dass TCAR kurzfristig höhere Kosten für Training, Systemanpassungen und zusätzliches Personal verursache, bezeichnete die Regeln aber als „Investition in einen sicheren und nachhaltigen Betrieb“, die Unfallrisiken und Betriebsstörungen langfristig verringern solle.

Engpass bei der Ausbilder-Schulung

Eine zentrale Herausforderung ergibt sich bei der Ausbildung von Instruktoren, die nach TCAR ausschließlich über von CAAT zugelassene Approved Training Organisations (ATO) erfolgen darf.

Nach Angaben von Teerawat verfügt das Land derzeit über keine zertifizierte ATO, weshalb einige Airlines ihr Ausbildungspersonal ins Ausland schicken müssen, was den Aufbau von Fachkräften verlangsamen könnte.

Aufbau nationaler Trainingskapazitäten

Laut einem Bericht der „Bangkok Post“ arbeitet die CAAT gemeinsam mit Fluggesellschaften daran, die Entwicklung heimischer ATOs zu unterstützen und Zulassungsverfahren für Lehrpläne zu straffen.

Manat erläuterte, dass zertifizierte inländische Trainingsorganisationen entscheidend seien, um das Ziel eines regionalen Luftfahrtdrehkreuzes zu erreichen, wobei die Behörde in den kommenden drei bis fünf Jahren mit einem stetigen Wachstum der Arbeitsplätze in der Branche rechne.

✈️ Mehr Regeln, mehr Sicherheit – oder mehr Chaos für Airlines?

Thailand verschärft seine Luftfahrtvorschriften mit strengeren Ruhezeiten, neuen Trainingsstandards und höherem Personalbedarf. Die Branche warnt vor steigenden Kosten, Behörden sprechen von einer notwendigen Investition in die Sicherheit.
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Quelle: KhaoSod

Ein Kommentar zu „Thailand verschärft Flugregeln

  1. Flugzeuge müssen nach menschlichem Ermessen absolut sicher sein. Das betrifft die Technik als auch das Personal, das die Technik wartet oder fliegt. In einem Flugzeug mit einem übermüdetem Piloten zu sitzen wünscht sich kein Passagier. Das Argument das Autopiloten alles automatisieren, sollte nicht im Vordergrund stehen. Lieber einen überschaubaren Aufpreis für das Ticket zahlen, der in Sicherheit und Ausbildung investiert wird.

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