Thailand versus Kambodscha: Tempelstreit eskaliert

Thailand versus Kambodscha: Tempelstreit eskaliert
KhaoSod English

BANGKOK, THAILAND – Die thailändische Kulturministerin hat die schwer beschädigten Grenztempel Ta Kwai und den Ta-Muen-Komplex als eindeutig thailändisches Kulturerbe bezeichnet und umgehende Restaurierungen angeordnet. Phnom Penhs Proteste gegen die Arbeiten weist sie zurück und verweist auf Thailands Hoheitsrechte über die Anlagen.

Ministerium stellt Eigentumsanspruch klar

Bei einer Pressekonferenz im Nationalmuseum Phra Nakhon erklärte Kulturministerin Sabida Thaiseth, Ta Kwai sowie der Ta-Muen-Komplex seien thailändische Altertümer, für die Bangkok die rechtliche Verantwortung trage.

Sie betonte, der Standort liege auf thailändischem Staatsgebiet und falle damit eindeutig unter die Zuständigkeit der thailändischen Behörden.

Zurückweisung des Protests aus Kambodscha

Sabida wies die Aufforderung Kambodschas zurück, die laufenden Restaurierungsarbeiten zu stoppen, und sprach von einem unzulässigen Eingriff in thailändische Souveränitätsrechte.

Die Ministerin sagte, die Regierung in Bangkok sehe keine rechtliche Grundlage, die von Thailand genehmigten Maßnahmen zum Schutz der Tempel zu unterbrechen.

Historischer Status der Tempel

Nach Angaben der Ministerin wurden Ta Muen Thom und Ta Muen Tot bereits 1935 offiziell als thailändische Altertümer registriert.

Zwischen 1990 und 1996 seien Restaurierungsarbeiten an diesen Anlagen durchgeführt und abgeschlossen worden, ohne dass es Einwände aus Kambodscha gegeben habe.

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Militärische Nutzung und Schäden

Sabida erklärte, aktuelle Gefechte in der Grenzregion hätten eindeutige Spuren hinterlassen, dass der Ta-Kwai-Tempel zeitweise als militärische Stellung genutzt worden sei.

Dies verstoße gegen internationale Grundsätze, die die Verwendung historischer Monumente für militärische Zwecke ausdrücklich untersagen.

Umfang der Zerstörungen

Nach einem Waffenstillstand und der erneuten Kontrolle des Gebiets durch thailändische Kräfte seien am Ta-Kwai-Tempel massive Beschädigungen sowie am Ta-Muen-Komplex deutliche Spuren von Zerstörung festgestellt worden.

Erste Untersuchungen zeigten laut Ministerium, dass die Struktur von Ta Kwai so stark beeinträchtigt sei, dass eine dringende Sicherung und Restaurierung notwendig werde.

Verminung erschwert Restaurierung

Die Abteilung der Schönen Künste habe gemeinsam mit der 2. Armee-Region bereits Vermessungen gestartet, um Sofortmaßnahmen zur Restaurierung vorzubereiten.

Als größtes Hindernis gelten zahlreiche verlegte Landminen in und um die Tempel, die den Zugang für Experten erheblich erschweren.

Schutz von Kulturerbe mit globaler Bedeutung

Sabida unterstrich, die Fachbehörden müssten schnell handeln, um weiteren Schaden an Kulturgütern von weltweiter Bedeutung zu verhindern.

Sie machte deutlich, dass es dabei nicht nur um nationale Interessen gehe, sondern auch um die Verantwortung gegenüber dem internationalen Schutz historischer Stätten.

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Quelle: KhaoSod English

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