CHIANG MAI, THAILAND – In der traditionellen Hochburg der Familie Shinawatra hat Pheu Thai bei der Wahl am 8. Februar 2026 nach inoffiziellen Ergebnissen keinen einzigen Sitz errungen und erlebt damit einen historischen Einbruch. Neue Parteien mit progressivem Profil und regional verankerten Netzwerken haben die Machtverhältnisse in der nördlichen Provinz neu geordnet und Pheu Thai auf die Rolle einer Oppositionskraft vor Ort verwiesen.
Schock in der einstigen Shinawatra-Bastion
In Chiang Mai, lange als sicherer Boden für das Shinawatra-Lager und seine Nachfolgeparteien betrachtet, blieb Pheu Thai nach Auszählung fast aller Stimmen erstmals völlig ohne Mandat.
Die inoffiziellen Resultate markieren einen tiefen Einschnitt für eine Partei, die ihre Wurzeln über Thai Rak Thai und die People Power Party bis zurück zu den Wahlsiegen der frühen 2000er Jahre in dieser Region verortet.
Triumph des People’s Party-Lagers
Die People’s Party gewann in der Stadt Chiang Mai und den angrenzenden Distrikten alle sechs Wahlkreise und setzte sich damit klar an die Spitze des Feldes.
Beobachter sehen in diesem Ergebnis ein deutliches Signal, dass urbane Wählerinnen und Wähler zunehmend auf Parteien mit progressivem Image und liberaler Markenführung setzen.
Kla Tham als Überraschungssieger
Als unerwarteter Gewinner trat Kla Tham auf, das in entlegeneren nördlichen und südlichen Teilen der Provinz vier Sitze holte und damit die bisherige Dominanz des Shinawatra-Lagers in ländlichen Gebieten aufbrach.
Der Erfolg von Kla Tham verweist auf eine geografische Spaltung, bei der Städte mehrheitlich die People’s Party unterstützen, während Grenz- und Randgemeinden stärker zu dieser neuen Kraft tendieren.
Zahlen zur Wahlbeteiligung in der Provinz
Nach Angaben der Wahlbehörden waren am Morgen des 9. Februar 94,81 Prozent der Stimmen in allen zehn Wahlkreisen der Provinz Chiang Mai ausgezählt, wobei die Beteiligung bei 70,46 Prozent lag (949.962 von 1.348.261 registrierten Wählern).
Bei den Direktmandaten wurden 857.926 gültige Stimmzettel, 43.911 ungültige und 48.125 Enthaltungen gezählt, während bei den Listenstimmen 871.945 gültige, 45.158 ungültige und 34.958 Enthaltungen registriert wurden.
Rangfolge der Parteien und laufende Auszählung
Auf den landesweiten Listen lag die People’s Party nach den vorliegenden Resultaten in Chiang Mai auf Platz eins, gefolgt von Pheu Thai auf Platz zwei und Bhumjaithai auf Platz drei.
Wahlbeamte erklärten, dass sämtliche Urnen und Protokolle aus 161 Wahllokalen des Wahlkreises 1 über Nacht eingetroffen seien und nur noch rund 6 Prozent der 2.789 Wahllokale in schwer zugänglichen Gebieten ausstünden.
Historische Zäsur für die Shinawatra-Familie
Der Verlust sämtlicher Sitze in Chiang Mai fügt sich in eine breitere Entwicklung ein, in der Pheu Thai seit mehreren Wahlen an Rückhalt verliert und neue politische Formationen ihren Einfluss kontinuierlich ausbauen.
Für die als „DNA-Träger“ der früheren Thai Rak Thai und der People Power Party verstandene Pheu Thai bedeutet das Ergebnis in Chiang Mai einen weiteren Schritt vom einstigen Seriensieger hin zu einer geschwächten Kraft mit sinkender Verhandlungsmacht im nationalen Machtgefüge.
🗳️ Der Fall einer politischen Dynastie
Jahrelang dominierte Pheu Thai die Wahlen, doch nun verliert die Partei sogar ihre symbolträchtige Hochburg. Neue politische Kräfte gewinnen an Einfluss, während die Verhandlungsmacht der Shinawatra-Familie schwindet.
Erlebt Thailand gerade einen echten Generationswechsel in der Politik – oder kann Pheu Thai zurückschlagen?
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