BANGKOK, THAILAND – Thailands Wirtschaft wird dieses Jahr wohl nur schwach wachsen. Experten erwarten ein Plus von maximal zwei Prozent. Die Gründe sind politische Unruhe und sinkende Exporte. Auch die hohen Schulden der Bürger bereiten Sorgen. Das Land steht vor einer wichtigen Wahl am Sonntag.
Die Prognose für die Wirtschaft
Der Wirtschaftsverband JSCCIB hat seine Vorhersage für das laufende Jahr bestätigt. Man rechnet mit einem Wachstum zwischen 1,6 und 2,0 Prozent. Das ist für das Land ein eher bescheidener Wert. Viele Firmen blicken deshalb mit großer Vorsicht auf die kommenden Monate.
Ein Grund für die Zurückhaltung ist die unsichere politische Lage in Thailand. Der Verband sieht derzeit keine Anzeichen für einen starken Aufschwung. Auch die Kaufkraft im Land scheint eher schwach zu sein. Die Wirtschaftsexperten bleiben bei ihrer vorsichtigen Linie.
Sorgen um den Export
Der Export ist der wichtigste Motor der thailändischen Wirtschaft. Doch hier wird für dieses Jahr ein Rückgang erwartet. Die Schätzung liegt bei einem Minus von bis zu 1,5 Prozent. Im letzten Jahr waren die Zahlen durch Vorzieheffekte noch ungewöhnlich hoch ausgefallen.
Die starken Zahlen aus dem Vorjahr lassen sich wohl nicht so einfach wiederholen. Zudem macht die starke Landeswährung den Warenverkauf im Ausland teurer. Das trifft viele Fabriken und Bauern im Land hart. Die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Ländern leidet darunter.
Der Einfluss der Währung
Die thailändische Währung, der Baht, war im letzten Jahr sehr stark gestiegen. Ein Plus von neun Prozent gegenüber dem Dollar machte Probleme. Inzwischen hat sich der Kurs zwar etwas beruhigt. Trotzdem bleibt das Geld für ausländische Käufer weiterhin vergleichsweise teuer.
Ein starker Baht ist Gift für den Tourismus und den Handel. Urlauber bekommen weniger für ihr Geld und Waren werden teurer. Der Verbandschef Kriengkrai Theinnukul sieht darin ein großes Risiko. Die Schwankungen am Finanzmarkt verunsichern viele Unternehmer im ganzen Land.
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Strafzölle aus den USA
Die Vereinigten Staaten haben Zölle von 19 Prozent auf Waren aus Thailand erhoben. Das betrifft viele verschiedene Güter, die dorthin verschifft werden. Ähnliche Regeln gelten auch für andere Länder in der Region. Das belastet die Handelsbeziehungen zu den Amerikanern erheblich.
Es gibt zudem noch Unklarheiten bei Waren, die nur über Thailand laufen. Die USA prüfen genau, ob Produkte aus Drittländern so die Zölle umgehen wollen. Diese Ungewissheit erschwert die Planung für viele Logistikfirmen. Niemand weiß genau, wie streng die Kontrollen werden.
Probleme durch Schulden und Politik
Die privaten Haushalte in Thailand sind hoch verschuldet. Das bremst den Konsum im eigenen Land spürbar aus. Wenn die Menschen kein Geld ausgeben, leidet auch das Handwerk und der Handel. Zusätzlich sorgt die politische Lage für eine allgemeine Abwartestimmung bei allen.
Am kommenden Sonntag finden in Thailand Parlamentswahlen statt. Dieser Übergang könnte dazu führen, dass der neue Haushalt später kommt. Ohne festes Budget können wichtige Projekte nicht gestartet werden. Das wäre ein weiterer Bremsklotz für die Entwicklung im nächsten Jahr.
Ausblick auf die Zukunft
Für das übernächste Jahr 2026 sind die Fachleute ebenfalls skeptisch. Es besteht die Gefahr, dass das Wachstum sogar unter zwei Prozent fällt. Die Risiken durch den verspäteten Staatshaushalt wiegen schwer. Langfristige Investitionen werden deshalb oft erst einmal verschoben.
Die Wirtschaft Thailands steht also vor einer schwierigen Durststrecke. Sowohl weltweite Einflüsse als auch hausgemachte Probleme spielen eine Rolle. Jetzt hoffen viele auf klare Verhältnisse nach der Wahl. Nur so kann das Land wieder auf einen stabilen Wachstumspfad finden.
Was denken Sie über die Lage?
Die wirtschaftliche Lage in Thailand bleibt angespannt und betrifft viele Branchen direkt. Wie schätzen Sie die Auswirkungen der US-Zölle auf den Welthandel ein? Glauben Sie, dass politische Stabilität nach der Wahl am Sonntag die Wirtschaft schnell wieder ankurbeln kann?


