Ein abgelegenes Resort in Chanthaburi. Fünf Uhr morgens. Dreizehn junge Menschen warten auf zwei Autos, die sie in ein vermeintlich besseres Leben bringen sollen. Sekunden vor der Abfahrt stürmen Polizisten das Gelände – und verhindern einen mutmaßlichen Menschenhandel.
Polizei vereitelt illegale Grenzüberfahrt
Die Polizei in Chanthaburi hat am Freitag dreizehn Menschen aus den Händen von mutmaßlichen Schleusern befreit. Nach Hinweisen aus der Bevölkerung stürmten die Beamten ein Resort, in dem die Opfer auf ihre Abfahrt nach Kambodscha warteten.
Unter den Geretteten befanden sich mehrere Minderjährige, viele aus ärmeren Bergregionen im Norden Thailands. Laut Polizei wurden sie mit gefälschten Jobangeboten in das vermeintliche Abenteuer gelockt.
Falsche Jobs, gefährliche Ziele
Zwei Fahrzeuge, ein Toyota Fortuner und ein Isuzu Mu-X, standen bereit. Die Fahrer – beide thailändische Männer – warteten bereits auf ihre Passagiere, als die Polizei zuschlug.
Die Opfer glaubten, sie sollten als Website-Administratoren in Kambodscha arbeiten. Das Versprechen: 30.000 Baht Monatslohn, freies Wohnen und sichere Arbeit. Doch laut Polizei handelte es sich um eine Tarnung für Callcenter-Betrug, der in Kambodscha weit verbreitet ist.
Minderjährige unter den Opfern
Von den dreizehn Geretteten waren fünf erst 16 Jahre alt, zwei 17, einer 18 und einer 19. Die übrigen vier waren junge Erwachsene. Viele stammen aus Bergdörfern und hatten gehofft, ihre Familien finanziell unterstützen zu können.
„Sie glaubten an ein besseres Leben – doch sie wären in Ausbeutung und Zwangsarbeit gelandet“, sagte ein Ermittler vor Ort.
Sozialministerium greift ein
Nach der Rettungsaktion wurden alle Betroffenen dem Ministerium für soziale Entwicklung und menschliche Sicherheit übergeben. Dort werden sie medizinisch und psychologisch betreut. Experten prüfen, ob sie offiziell als Opfer von Menschenhandel eingestuft werden.
Die beiden festgenommenen Fahrer sitzen in Untersuchungshaft. Ermittler gehen davon aus, dass sie für eine organisierte Schleusergruppe arbeiten, die gezielt junge Thais mit gefälschten Jobangeboten rekrutiert.
Zweiter Fall innerhalb einer Woche
Nur wenige Tage zuvor hatten Soldaten in Sa Kaeo elf Thais vor einem ähnlichen Schicksal bewahrt. Auch sie wurden mit hohen Gehaltsversprechen in Kambodscha in die Falle gelockt.
Die Polizei warnt eindringlich: „Kein seriöser Arbeitgeber organisiert geheime Grenzübertritte. Wer auf solche Angebote eingeht, begibt sich in Lebensgefahr.“
Dreizehn Menschen entkamen einem Albtraum – doch ihre Rettung zeigt, wie aktiv Menschenhändler weiterhin entlang der thailändischen Grenze agieren.



