„Sie hat nichts falsch gemacht!“
Thaksin feuert gegen Senat und Verfassung
Bühnen-Comeback mit politischem Donnerwetter
Mit einer fulminanten Rede im Eastin Hotel Bangkok hat Thailands Ex-Premier Thaksin Shinawatra am 9. Juli die politische Landschaft aufgewühlt.
Vor Journalisten zum 55-jährigen Jubiläum der Nation Media Group attackierte er die umstrittene Verfassung von 2017 als gezielte Blockade gegen demokratische Regierungen: „Die Autoren hatten mein Gesicht vor sich, als sie sie schrieben!“ Sein Urteil: Das Dokument begünstige Kleinstparteien und lähme Entscheidungen – weshalb Thailands Wirtschaft stagniere.
Drei Auswege aus der Krise
Thaksin skizzierte klare Alternativen:
• Freispruch für Tochter Paetongtarn („Ung Ing“) durchs Verfassungsgericht
• Chaikasem Nitisiri als Ersatz-Premier für Pheu Thai
• Notlösung Neuwahlen durch Übergangspremier Phumtham
Doch Option 3 birgt juristische Sprengkraft: Kann ein amtierender Premier überhaupt das Parlament auflösen? „Das müsste wohl das Verfassungsgericht klären“, räumte selbst Thaksin ein.
Enthüllung: Senat soll Wahlbetrug begangen haben
Noch brisanter waren Thaksins Vorwürfe gegen den Senat: Bei der Wahl 2023 seien Senatssitze gegen MP-Blöcke gehandelt worden – „alles vorab arrangiert“. Zudem kappte er öffentlich die Verbindung zu Ex-Verbündeten: „Kein Kontakt mehr zu Anutin oder Newin.“ Doch sein Satz „In der Politik gibt es keine ewigen Feinde“ ließ alle Optionen offen.
Familien-Drama mit System
Leidenschaftlich verteidigte Thaksin seine suspendierte Tochter: „Die Fakten sind klar – sie ist unschuldig.“ Gleichzeitig gab er zu, dass der Bruch mit Koalitionspartner Bhumjaithai am Kampf ums Innenministerium lag – zentral für Drogen- und Sozialreformen.
Thaksin positioniert sich als strategischer Strippenzieher. Ob seine Pläne aufgehen, hängt nun am Verfassungsgericht – und am Druck der Straße.



