BANGKOK, THAILAND – Ausländische Urlauber haben auf TikTok einen humorvollen „Thank you, Thailand“-Trend gestartet, bei dem sie ihre Reiseerlebnisse in kurzen Abschlussvideos zusammenfassen. Die Clips, meist direkt am Flughafen aufgenommen, verbinden augenzwinkernde Statistiken zu Essen, Ausflügen und Pannen mit sichtbarer Begeisterung für das Land.
Wie der Trend funktioniert
Der Trend setzte nach Angaben von Nutzern Ende vergangenen Jahres ein und verbreitete sich rasch unter jungen Reisenden, die ihre Aufenthalte im Königreich in wenigen Sekunden bilanzieren wollten.
Viele Videos werden an thailändischen Flughäfen gefilmt und mit Bildunterschriften versehen, die den Trip anhand von lokalen Aktivitäten und Eigenheiten als kurze Liste zusammenfassen.
Typische Formeln und Running Gags
Fast alle Beiträge beginnen mit dem Satz „Thank you, Thailand“, gefolgt von der Zahl der Reisenden, den verbrachten Tagen und einer Reihe von Erlebnissen, die als oft ironische „Totals“ präsentiert werden.
Häufig nutzen die TikToker den ABBA-Klassiker „Thank You for the Music“ als Soundtrack, was den Clips einen nostalgischen, leicht sentimentalen Unterton verleiht.
Beispiel einer Familienreise
Eine Familie, die nach eigenen Angaben 21 Tage im Land unterwegs war, teilte auf dem Account @martynaxx_sv ein Video, in dem sie sich aneinander an den Händen haltend verbeugt und ihre Erfahrungen in Zahlen ausdrückt.
In der Bildunterschrift tauchen neben sieben „Scary boat trips“, 12 Massagen, zwei Sonnenuntergängen und fünf Hotels auch unendliche „Too Spicy“-Momente, unzählige Pad Thai und Smoothies, über 15 Inseln, mehr als 1000 „Khob Khun Ka“ sowie „300.000 Fotos“ und „Memories for a lifetime“ auf.
Humorvolle Bilanz mit Magenproblemen
Ein weiterer Nutzer, @lucasollie, zog nach 12 Tagen im Land eine ähnliche Bilanz und sprach von „Thailand belly: infinity“, also gefühlt endlosen Magenproblemen, sowie einem dokumentierten Fieber.
Seine Aufstellung listet unter anderem 230 Grab-Fahrten, sieben „Scary boat trips“, 51 Mango Sticky Rice, tägliche Besuche bei 7-Eleven, zwölf Sonnenuntergänge, 15 Mückenstiche, zwei Sonnenbrände, 466 Mal „Is it spicy“, fünf „Monkey attacks“, „Money spend: Too much“ und „Memories made: infinity“ auf.
Essen, 7-Eleven und positive Erinnerungen
Auffällig oft heben die Videos die lokale Küche hervor, besonders Pad Thai und Mango Sticky Rice, die in den Zusammenfassungen immer wieder in hohen zweistelligen oder symbolisch unendlichen Mengen auftauchen.
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Ebenso häufig werden die landesweit allgegenwärtigen 7-Eleven-Filialen erwähnt, die in vielen Clips als tägliche Anlaufstelle erscheinen.
Reaktionen in sozialen Netzwerken
Trotz Anspielungen auf scharfe Speisen, wacklige Transporte und Verdauungsprobleme enden viele Videos mit klaren Aussagen, dass die Reisenden ihre Zeit im Königreich genossen und die Reise als durchweg positive Erinnerung sehen.
Thailändische Social-Media-Nutzer reagierten in den Kommentarspalten mit Dankesworten an die Besucher und ermutigten sie, wiederzukommen.
Früherer Flughafen-Trend in Phuket
Bereits im vergangenen August hatten ausländische Männer an einem ähnlichen viralen Moment mitgewirkt, als sie am Flughafen Phuket einen Kleidertausch-Challenge filmten und damit in thailändischen Netzwerken große Aufmerksamkeit erhielten.
Die Gruppe tauchte nicht nur in ihrem eigenen Video auf, sondern auch auf dem TikTok-Account einer thailändischen Frau, die die Aktion miterlebte, witzig fand und die vor Ort gekauften Elefanten-Shorts, ein 7-Eleven-Shirt und einen thailändischen Sarong in den Clips zeigte.
📱 Soft Power mit Sonnenbrand
Was als humorvolle Zahlenliste beginnt, ist am Ende kostenlose Imagekampagne. Essen, Massagen, 7-Eleven, Inseln – die Clips zeigen, was im Gedächtnis bleibt.
Solche Trends wirken authentischer als jede staatliche Tourismuskampagne. Gleichzeitig spiegeln sie auch Schattenseiten wie Magenprobleme oder riskante Bootstouren.
Ist das die neue Form der Reisedokumentation – oder längst ein Marketinginstrument der Community selbst?
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