BANGKOK – Die Jahresbilanz des Tourismusministeriums zeigt ein gemischtes Bild: Während immer mehr Thais im eigenen Land Urlaub machen, blieben ausländische Gäste in signifikanter Zahl weg. Vor allem ein Land sticht negativ hervor.
Harte Zahlen zum Jahresende 2025
Die Gesamteinnahmen aus dem Tourismus sanken 2025 um 1,26 Prozent auf 2,7 Billionen Baht (etwa 67,5 Milliarden Euro). Der Grund ist klar: Es kamen deutlich weniger internationale Gäste.
Nur noch 32,97 Millionen Ausländer reisten nach Thailand. Das ist ein Minus von 7,23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Einnahmen aus diesem Segment brachen um 4,71 Prozent ein.
Ein Lichtblick: Die Inlandsnachfrage blieb stabil. Über 202 Millionen Reisen unternahmen Thais im eigenen Land, ein Plus von 2,70%.
China-Boom ist endgültig vorbei
Die Entwicklung beim wichtigsten Herkunftsmarkt ist dramatisch. Aus China kamen nur noch 4,47 Millionen Besucher – ein Einbruch um 33,55 Prozent.
Damit rutschte China in der Besucherrangliste auf Platz zwei hinter Malaysia (4,52 Millionen). Auch die Malaysier reisten seltener an (-8,71%).
Die Tourismuseinnahmen aus China schrumpften um fast ein Drittel auf 249,9 Milliarden Baht (6,25 Mrd. Euro). Das hinterlässt tiefe Spuren.
Diese Märkte wachsen gegen den Trend
Trotz der allgemeinen Schwächephase gab es strahlende Gewinner. Der Indien-Markt legte bei den Ankünften um 16,82 Prozent zu.
Auch aus Russland kamen 8,80 Prozent mehr Urlauber. Großbritannien, Deutschland und Frankreich verzeichneten sogar Rekordzahlen.
Die Einnahmen aus Indien stiegen um 22,61 Prozent, aus Russland um 9,77 Prozent. Diese Gäste geben offenbar mehr Geld aus.
Ministerium spricht von „qualitativer Verbesserung“
Trotz der rückläufigen Gesamtzahlen sieht die Tourismus-Staatssekretärin Nutreeya Thaewong keinen Grund zur Panik. „Der Rückgang ist nicht alarmierend“, so ihre Einschätzung.
Stattdessen betont sie das Wachstum bei „Qualitätstouristen“. Die Strategie für 2026 setzt genau darauf: Mehr Wert auf Wellness-Erlebnisse und hochwertigen Tourismus.
Ein zentrales Ziel bleibt, das Vertrauen in die Sicherheit zu stärken. Dies sei ein Schlüsselfaktor für Reiseentscheidungen, so Nutreeya.
So will Thailand 2026 gegensteuern
Das Ministerium hat bereits Pläne in der Schublade. Die Kampagne „Amazing Thailand Grand Tourism and Sports Year“ soll fortgeführt werden.
Zudem sollen neue Erlebnisse geschaffen werden, um Stammgäste zu halten und neue anzulocken. Die Erleichterung von Reiseformalitäten bleibt ein Dauerbrenner.
Die Hoffnung liegt auf den wachsenden Märkten wie Indien und den europäischen Ländern. Ob dies den Einbruch beim Massenmarkt China ausgleichen kann, wird sich 2026 zeigen.
🗣 Weniger Masse – wirklich mehr Klasse?
Die Zahlen sinken, die Regierung bleibt gelassen.
Doch kann „Qualitätstourismus“ wirklich kompensieren, was Millionen fehlender Gäste reißen?
Oder ist das nur ein beruhigendes Narrativ, während sich der globale Wettbewerb verschärft?
Was glaubt ihr: Reicht der neue Kurs – oder braucht Thailand einen echten Neustart?



