SRI RACHA, THAILAND – Behörden im Bezirk Sri Racha haben am Koh-Loy-Pier eine 44-jährige Frau festgenommen, die Touristen mit irreführenden Angeboten und überteuerten Preisen geschädigt haben soll.
Einsatz am Fährterminal zu Ko Sichang
Der Zugriff fand am 3. Januar 2026 am Koh-Loy-Pier statt, einem stark frequentierten Fährterminal für Verbindungen zur Urlaubsinsel Ko Sichang vor der Küste der Provinz Chonburi.
Ausgelöst worden war der Einsatz durch Beschwerden von Einheimischen, die warnten, dass irreführende Angebote von privaten Vermittlern dem Image des örtlichen Tourismus schadeten. Demnach seien speziell Motorradvermietungen, Unterkünfte und Speedboot-Transfers zu hohen Preisen und mit überzogenen Versprechen angepriesen worden.
Großaufgebot auf Anweisung des Gouverneurs
Auf Anweisung von Chonburi-Gouverneur Narit Niramaiwong stellte Bezirkschef Weekit Manarojkit ein gemeinsames Einsatzteam zusammen. Beteiligt waren
• Sicherheitsbeamte des Bezirks
• Polizisten der Polizeistation Sri Racha
• Personal des Marine Department
• Mitarbeiter der Kommunalverwaltung Sri Racha Municipality
• Angehörige des Volunteer Defense Corps (Unit 2)
• Freiwillige der Lions-Gruppe „Phithak Ratch“
Die Behörden betonten, Ziel der Aktion sei es gewesen, Sicherheit und Vertrauen bei thailändischen und ausländischen Reisenden zu stärken, die Fähr- und Speedbootdienste nach Ko Sichang nutzen.
Festnahme von „Ms. Big“ und Drogentest
Bei der Kontrolle identifizierten Einsatzkräfte eine Frau, die den zuvor eingegangenen Beschreibungen entsprach. Sie wird in den Unterlagen unter dem Pseudonym „Ms. Big“ geführt und ist 44 Jahre alt.
Die Frau wurde vor Ort befragt und einem stichprobenartigen Urintest auf illegale Substanzen unterzogen. Der Test fiel positiv aus. Anschließend wurde sie der Polizei Sri Racha für weitere rechtliche Schritte im Zusammenhang mit Drogenkonsum übergeben.
Verstoß gegen Sauberkeits- und Ordnungsgesetz
Mitarbeiter der Sri Racha Municipality stellten zudem fest, dass die Frau Flyer und Visitenkarten ohne Genehmigung verteilt hatte. Dies werteten sie als Verstoß gegen Section 10 des Act on Maintaining Cleanliness and Orderliness of the Kingdom B.E. 2535 (1992) in der Fassung von B.E. 2560 (2017).
Für diesen Tatbestand sieht das Gesetz eine Geldbuße von bis zu 5.000 Baht vor. Die Maßnahme zielt neben der Touristenabwehr auch auf Ordnung und Sauberkeit im öffentlichen Raum ab.
Kontrollen bei Fähr- und Speedbootbetreibern
Parallel zur Festnahme wurden im Rahmen einer Sicherheitsüberprüfung auch Betreiber von Fähren und Speedbooten einem zufälligen Urinscreening auf Drogen unterzogen.
Alle Tests bei den Bootsführern fielen negativ aus. Nach Angaben der beteiligten Behörden sollte dies das Vertrauen der Passagiere in die Zuverlässigkeit und Sicherheit der maritimen Transportdienste stärken.
Schutz des Tourismusstandorts Chonburi
Zuständige Stellen erklärten, das Vorgehen sei Teil laufender Maßnahmen, um den Ruf Chonburis als Reiseziel zu schützen und Ausbeutung von Besuchern an wichtigen Verkehrsknotenpunkten zu verhindern.
Solche Einsätze sollen sicherstellen, dass Reisende nicht von Personen in die Irre geführt werden, die sich fälschlich als offizielle Vertreter ausgeben, hieß es aus Behördenkreisen.
Die Kontrollen am Koh-Loy-Pier gelten als Signal, dass gegen irreführende Tourismusangebote und nicht genehmigte Werbeaktionen konsequent vorgegangen werden soll.
🗣 Schutz der Gäste oder überfälliges Durchgreifen?
Überteuerte Angebote, falsche Versprechen, angebliche Behördenvertreter – für viele Reisende beginnt der Urlaub genau hier.
Doch wie konsequent muss der Staat vorgehen, um Vertrauen zu sichern, ohne lokale Existenzen zu zerstören?
Wo endet Geschäftstüchtigkeit – und wo beginnt Betrug?



