Wassermassen-Alarm! Neun Staudämme in Thailand über Limit!
Thailand steht vor einer gefährlichen Flutkatastrophe. Neun große Staudämme – vor allem im Norden und Nordosten – haben ihre maximale Kapazität überschritten. Die Behörden warnen jetzt vor plötzlichen Überschwemmungen und geben eine landesweite Flutwarnung heraus.
Die kritische Lage an den Staudämmen
Das Office of the National Water Resources (ONWR) meldete am Sonntag alarmierende Zahlen: Die gesamte Wassermenge in allen Reservoirs des Landes beläuft sich auf 57,859 Milliarden Kubikmeter – das sind 72% der Gesamtkapazität. Noch bedrohlicher: 9 große Staudämme sind bereits über ihre maximale Grenze hinaus vollgelaufen.
Besonders betroffen sind das Mae Mok Reservoir, der Sirikit Staudamm und das Kwae Noi Bamrung Daen Reservoir im Norden. Im Nordosten sind der Huai Luang, Nam Phung, Nam Oun, Chulabhorn und Ubol Ratana Staudamm in kritischem Zustand. Selbst im Osten läuft der Bang Phra Stausee über.
Die stille Gefahr:
Mittelgroße Reservoirs
Doch die großen Dämme sind nur die Spitze des Eisbergs. Noch beunruhigender ist die Lage bei mittelgroßen Reservoirs: 110 von ihnen sind zu 80-100% gefüllt, 31 haben bereits ihr Maximum überschritten. Die meisten liegen ebenfalls im Norden und Nordosten – Regionen, die bereits in der Vergangenheit mit verheerenden Überschwemmungen kämpfen mussten.
„Die Situation ist ernst“, warnt ein ONWR-Sprecher. „Wir müssen jeden Tropfen Regenwasser genau beobachten. Ein stärkerer Niederschlag könnte katastrophale Folgen haben.“
Warum diese Überschwemmungen so gefährlich sind
Anders als bei normalen Hochwassern sind Flash Floods (plötzliche Flutwellen) besonders tückisch: Sie kommen ohne Vorwarnung, reißen alles mit sich und geben den Opfern kaum Zeit zur Flucht. Wenn ein bereits überfüllter Damm noch mehr Wasser aufnehmen muss, kann er brechen – mit verheerenden Folgen für die darunter liegenden Gebiete.
Experten erinnern an die Jahrhundertflut von 2011, die weite Teile Thailands unter Wasser setzte und Schäden in Milliardenhöhe verursachte. „Die aktuellen Werte sind ähnlich besorgniserregend“, warnt ein Hydrologe.
Die Rolle des Klimawandels
Fachleute sehen in der aktuellen Krise eine Folge des Klimawandels. Unberechenbare Regenfälle, extreme Wetterereignisse und längere Monsunperioden stellen Thailands Wasserinfrastruktur vor enorme Herausforderungen. „Wir müssen unsere Staudämme und Deiche an die neuen Realitäten anpassen“, fordert ein Wasserbauingenieur. „Sonst werden solche Krisen zur Normalität.“



