BANGKOK, THAILAND – Eine Umfrage des King Prajadhipok’s Institute (KPI) zeigt, dass knapp drei Viertel der Befragten eine Neuwahl akzeptieren würden, falls ein sogenannter „politischer Unfall“ eine Regierung nach der Wahl zu Fall bringt. Auffällig: In Zentral-Thailand kippt die Stimmung ins Gegenteil.
Was ein politischer Unfall in Thailand bedeutet
Als „politischer Unfall“ gilt in der Umfrage ein Szenario, in dem eine nach einer Wahl gebildete Regierung wegen einer politischen Kontroverse wieder aus dem Amt gedrängt wird.
Gemeint ist damit kein Unfall im wörtlichen Sinn, sondern eine Eskalation im politischen Prozess, die am Ende in der Forderung nach einem erneuten Urnengang mündet.
Die Zahlen der KPI-Befragung im Überblick
Die Befragung wurde zwischen 27. Februar und 2. März durchgeführt und fragte konkret, ob die Menschen eine Neuwahl akzeptieren würden, falls ein unerwarteter politischer Zwischenfall eintrete.
Landesweit sagten 74,4 Prozent Ja, während 25,6 Prozent erklärten, sie würden eine Neuwahl in so einer Lage nicht akzeptieren.
Regionale Unterschiede – Süden klar dafür, Bangkok eher skeptisch
Die höchste Zustimmung kam aus dem Süden, wo 75,7 Prozent eine Neuwahl akzeptieren würden und 24,3 Prozent dagegen sind.
In Bangkok lag die Zustimmung bei 66,3 Prozent, während 33,7 Prozent das Szenario ablehnten, was im Landesvergleich auf eine deutlich größere Skepsis in der Hauptstadt hindeutet.
Nordosten, Norden und Osten – eine gespaltene Landkarte
Im Nordosten befürworteten 72,2 Prozent eine Neuwahl, während 27,8 Prozent dies ablehnten.
Im Norden sagten 68 Prozent Ja und 32 Prozent Nein, und in der Ostregion standen 64,4 Prozent Zustimmung 35,6 Prozent Ablehnung gegenüber.
Zentralregion als Gegenpol – Mehrheit lehnt Neuwahl ab
Die Zentralregion war der einzige Landesteil, in dem eine Mehrheit gegen Neuwahlen nach einem politischen Zwischenfall votierte.
Dort sagten 56,3 Prozent, sie würden eine Neuwahl nicht akzeptieren, während nur 43,7 Prozent sie befürworteten.
Was die nächste Regierung zuerst liefern soll
Neben der Krisenfrage wollte die KPI-Umfrage wissen, welche Themen das nächste Kabinett am dringendsten anpacken soll.
Am häufigsten nannten die Befragten kurzfristige wirtschaftliche Probleme und höhere Einkommen mit 25,8 Prozent, gefolgt von langfristiger wirtschaftlicher Entwicklung und einer Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit mit 21,7 Prozent.
Generationenblick – Jung will Strukturreformen, Ältere schnelle Hilfe
In den Altersgruppen 28–43, 44–59 und 60+ lag die Priorität jeweils auf kurzfristigen Wirtschaftsmaßnahmen und steigenden Einkommen.
Nur die Gruppe der 18–27-Jährigen setzte an erste Stelle langfristige Wirtschaftsreformen und eine bessere Wettbewerbsfähigkeit des Landes.



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