PATTAYA – Ein 18-Jähriger suchte einen Nebenjob – und landete in den Fängen einer mutmaßlichen Verbrecherbande. Die Polizei musste ihn gewaltsam aus einem Condominium befreien, wo er nach eigenen Angaben festgehalten wurde. Ein perfider Plan flog auf.
Lockvogel-Anzeige lockte Opfer in die Falle
Alles begann mit einem verlockenden Online-Angebot. Für 1500 Baht (ca. 37 Euro) pro Konto sollte der Jugendliche, nennen wir ihn „Herr A“, digitale Wallet- oder Bankkonten eröffnen. Angeblich für den Online-Handel.
Nach einem Treffen mit zwei Chinesen und einer Thailänderin wurde der Druck größer.
„Die Täter zeigten, dass sie persönliche Details über seine Familie und seine Adresse kannten. Aus Angst gab er alles heraus“, so die Polizei.
Opfer wird zur Geisel der eigenen Konten
Der Jugendliche übergab sein Handy mit den Banking-Apps und seinen Personalausweis. Kurz darauf flossen plötzlich große, unerklärliche Geldsummen auf seine Konten.
Er bekam Angst und handelte richtig: Er rief seine Bank an und ließ alle Konten sofort sperren. Dieser Schritt brachte die Betrüger gegen ihn auf.
Denn er hatte ihnen damit den Zugriff auf die frisch gewaschene Beute abgeschnitten. Die Bande war außer sich.
Zwei-Tage-Jagd endet mit Hinterhalt
Zwei Tage lang suchten die mutmaßlichen Täter nach dem Jugendlichen. Am 3. Januar kontaktierten sie ihn erneut.
Unter der falschen Versprechung, ihm seinen Ausweis und sein Handy zurückzugeben, lockten sie ihn in ein Condo an der Pattaya Third Road.
Sie drohten angeblich, seiner Familie zu schaden, wenn er nicht kooperiere. Aus Angst willigte der 18-Jährige ein.
Condo-Mitarbeiter wird zum stillen Helden
Im Apartment angekommen, wurde das Opfer festgehalten und in ein Zimmer gezerrt. Ein aufmerksamer Mitarbeiter der Wohnanlage bemerkte die verzweifelte Situation.
Er griff ein und verschaffte dem Jugendlichen einen Fluchtmoment. Dieser rannte zur Rezeption und schrie um Hilfe.
Um 22:46 Uhr trafen Pattaya City Police und Tourist Police ein und nahmen die drei Verdächtigen fest.
Polizei warnt vor gefährlichen Job-Angeboten
Die Ermittlungen laufen. Die Polizei prüft die Finanzströme und Verbindungen zu größeren Betrugsnetzwerken.
„Der Fall ist ein typisches Muster. Junge Menschen werden für kleines Geld als Strohmänner für Geldwäsche benutzt“, erklärt ein Beamter.
Wer dann aussteigen will, gerate schnell in große Gefahr. Die Bande habe versucht, mit allen Mitteln ihre kriminellen Gewinne zu sichern.
Internationale Banden nutzen thailändische Opfer
Die Kombination aus chinesischen Drahtziehern und thailändischen Mittelsmännern ist kein Zufall. So können Sprachbarrieren überwunden und lokale Opfer leichter angezogen werden.
Die Polizei appelliert an die Öffentlichkeit: Finger weg von Job-Angeboten, bei denen man Bankkonten öffnen oder zur Verfügung stellen soll!
Der gerettete Teenager hat eine traumatische Erfahrung hinter sich. Sein Mut, die Konten sperren zu lassen und Hilfe zu holen, hat Schlimmeres verhindert.
🗣 Wie leicht kann ein Klick Leben zerstören?
Ein harmlos wirkendes Jobangebot, ein bisschen schnelles Geld – und plötzlich steckt ein Teenager mitten in einem kriminellen Netzwerk.
Wie viele junge Menschen wissen wirklich, worauf sie achten müssen? Und warum kommen solche Maschen immer wieder durch?
Ist Aufklärung genug – oder braucht es härtere Strafen für die Hintermänner?



