BANGKOK – Der 44-jährige Häftling aus dem Thonburi Special Prison, über dessen Mpox-Verdacht wir gestern berichteten, ist am 11. Februar verstorben. Das Department of Disease Control bestätigte eine Infektion mit Mpox Clade II.
Tod durch schwere Immunschwäche
Der verstorbene Häftling litt unter mehreren unbehandelten Grunderkrankungen: HIV, Hepatitis B und C sowie Syphilis. Diese Kombination führte zu einer schweren Immunschwäche, die den Krankheitsverlauf dramatisch verschlimmerte und letztlich zum Tod führte.
Als der Mann hohes Fieber und einen ausgedehnten Hautausschlag entwickelte, wurde er in die Correctional Hospital Institution verlegt. Dort verstarb er am 11. Februar. Die Laboruntersuchung bestätigte eine Infektion mit Mpox Clade II.
Infektion erfolgte vor Gefängniseintritt
Gesundheitsbehörden gehen davon aus, dass sich der Mann bereits vor seiner Inhaftierung im Januar mit dem Virus infiziert hatte. Die Inkubationszeit von Mpox beträgt normalerweise ein bis zwei Wochen, kann aber auch länger dauern.
Diese Einschätzung ist wichtig für die Kontaktverfolgung: Sie bedeutet, dass die Infektionsquelle außerhalb des Gefängnisses lag und der Verstorbene das Virus erst nach seiner Inhaftierung in die Haftanstalt eingeschleppt hat.
46 Kontaktpersonen unter Überwachung
Die Kontaktverfolgung hat insgesamt 46 Personen identifiziert: 32 enge Kontakte in derselben Gefängniszone und 14 weitere Kontaktpersonen an anderen Orten. Alle werden engmaschig überwacht.
19 Hochrisiko-Personen haben bereits eine Post-Exposure Prophylaxis in Form von Impfungen erhalten. Diese PEP-Impfung kann laut WHO die Erkrankungswahrscheinlichkeit um bis zu 80 Prozent senken. Über 80 weitere Personen wurden einer Risikobewertung unterzogen.
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Strikte Eindämmungsmaßnahmen im Gefängnis
Die Strafvollzugsbehörde hat umgehend umfassende Schutzmaßnahmen eingeleitet. Die Bewegung von Insassen in Risikobereichen wurde vorübergehend ausgesetzt. Alle betroffenen Bereiche führen für die nächsten 21 Tage zweimal täglich Temperaturmessungen durch.
Sämtliche Umgebungsbereiche werden gründlich desinfiziert. Ein striktes System zur Entsorgung von infektiösem Abfall wurde implementiert, um Personal und andere Insassen zu schützen.
Situation unter Kontrolle – keine weiteren Fälle
Das Department of Disease Control betonte, dass bislang keine weiteren Verdachtsfälle unter Insassen oder Personal identifiziert wurden. Die Situation sei unter Kontrolle, werde aber weiterhin engmaschig überwacht.
„Die Präventions- und Überwachungsmaßnahmen bleiben aufrechterhalten“, erklärte ein Sprecher des DDC. „Alle Beteiligten werden kontinuierlich beobachtet, und wir sind auf mögliche weitere Entwicklungen vorbereitet.“
Mpox Clade II – gefährlich für Immungeschwächte
Mpox tritt in zwei Hauptvarianten auf: Clade I und Clade II. Der verstorbene Häftling war mit Clade II infiziert – einer Variante, die normalerweise mildere Verläufe zeigt als Clade I.
Allerdings kann Mpox bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem – wie HIV-Patienten, insbesondere bei unbehandeltem HIV – zu schweren Komplikationen und tödlichen Verläufen führen. Die Übertragung erfolgt durch engen körperlichen Kontakt mit infizierten Personen, kontaminierte Materialien oder bei längerem, engem Kontakt auch durch Tröpfchen.
DDC-Hotlines weiterhin aktiv
Das Department of Disease Control hat für besorgte Bürger Informations-Hotlines geschaltet:
– Hotline 1: 02 590 3859
– Hotline 2: 02 590 3386
Personen mit Symptomen oder Fragen zu Mpox können sich dort melden und erhalten medizinische Beratung.
Schutzmaßnahmen und Hinweise für Bürger
Bei Befürchtungen vor einer Ansteckung sollten grundlegende Hygienemaßnahmen eingehalten werden: regelmäßiges Händewaschen, Vermeidung von engem Körperkontakt zu Personen mit Hautausschlag und bei Bedarf das Tragen einer Maske in sehr engen Räumen.
Wichtig: Es handelt sich um einen Einzelfall in einer geschlossenen Einrichtung. Die Behörden haben die Situation unter Kontrolle, alle Kontaktpersonen sind identifiziert und unter Beobachtung. Für die Allgemeinbevölkerung und Touristen besteht kein erhöhtes Risiko. Die Einreise nach Thailand ist weiterhin uneingeschränkt möglich und sicher.



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