PATTAYA, THAILAND – Ein tödlicher Motorradunfall in den frühen Stunden des Neujahrstages hat in Banglamung ein Drogen- und Waffenversteck offengelegt und die Festnahme eines bereits gesuchten Tatverdächtigen ausgelöst.
Unfalltod in der Neujahrsnacht
Der Vorfall ereignete sich in Soi Yai Cha, Moo 5, als ein schwarzes Motorrad vom Typ Honda MSX mit Kennzeichen aus der Provinz Rayong von der Fahrbahn abkam und in das Straßenbegleitgrün schleuderte.
Der Fahrer, der 43-jährige Num Senanok, kam bei dem Unfall ums Leben. Rund um den Leichnam fanden die Einsatzkräfte 200 Methamphetamin-Tabletten (Yaba), mehrere abgefeuerte Patronenhülsen sowie das Mobiltelefon des Verstorbenen.
SMS an Toten führt Ermittler zum Verdächtigen
Während die Polizei am Unglücksort auf Angehörige wartete, ging auf dem sichergestellten Handy eine Nachricht ein. Der Absender, der 32-jährige Wanich Chaemchu, Spitzname Golf, fragte darin nach dem Verbleib des Motorrads und der Drogen.
Wanich wusste zu diesem Zeitpunkt offenbar nichts vom Tod seines Bekannten und schien davon auszugehen, der Fahrer habe Motorrad und Betäubungsmittel an sich genommen. Die Ermittler nutzten die Telefonnummer, um den Aufenthaltsort des Absenders zu bestimmen.
Sie lokalisierten ihn in einem Wohnhaus in Moo 5, Prong Saket, Unterbezirk Takhian Tia, lediglich rund 500 Meter von der Unfallstelle entfernt. Beamte trafen den Mann dort an, während er – trotz der frühen Stunde – Alkohol konsumierte.
Durchsuchung deckt Drogen und Waffen auf
Bei der anschließenden Durchsuchung des Hauses stellten Ermittler 400 weitere Yaba-Tabletten sicher. Die Verpackung entsprach nach Polizeiangaben jener der am Unfallort gefundenen Drogen.
Zudem wurden zwei selbstgebaute Schusswaffen entdeckt. Eine Überprüfung ergab, dass gegen Wanich bereits ein Haftbefehl des Provinzgerichts Pattaya vom März 2025 vorlag – unter anderem wegen versuchten Mordes, gemeinschaftlichen unerlaubten Waffenbesitzes und weiterer Waffendelikte aus einem früheren Fall im Zuständigkeitsbereich der Polizei Huay Yai.
Geständnis und mutmaßlicher Drogenhandel
In der Vernehmung räumte Wanich ein, dass die beschlagnahmten Drogen ihm gehörten und dass auch das am Unfall beteiligte Motorrad auf ihn zurückgeht. Die Schusswaffen, so seine Darstellung, habe der Verstorbene bei ihm zurückgelassen und angeblich zum Jagen von Fledermäusen verwendet.
Nach Wanichs Aussage hatten er und der Unfallfahrer insgesamt 600 Yaba-Tabletten in drei Beuteln erworben, um diese an Kleindealer weiterzuverkaufen. Zuvor sollen beide die Silvesternacht mit Alkohol gefeiert haben.
Der Verunglückte sei auf dem Weg zu einem Kunden gewesen, als es zu dem Crash kam. Als der Mann nicht zurückkehrte, habe Wanich angenommen, sein Bekannter sei mit Motorrad und Drogen geflohen, und ihm deshalb die SMS geschrieben – ohne zu wissen, dass sein Freund bereits tot war.
Mehrere Anklagepunkte, Verdächtiger in Haft
Der Leiter der Ermittlungen, Polizeikolonel Sarawut Nuchanart von der Polizei Banglamung, ließ gegen Wanich Anklage erheben wegen:
• Besitzes von Betäubungsmitteln mit Verkaufsabsicht
• Unerlaubten Besitzes von Schusswaffen
• Der im Haftbefehl aufgeführten Gewaltdelikte
Wanich befindet sich in Untersuchungshaft. Die Polizei setzt ihre Ermittlungen zu Lieferwegen und möglichen weiteren Abnehmern der Drogen fort.
🗣 Wenn Gier schneller ist als der Verstand
Ein tödlicher Unfall, Drogen am Körper – und eine SMS, die alles auffliegen lässt.
Statt zu fliehen, meldet sich der mutmaßliche Dealer selbst bei der Polizei.
War es Alkohol, Panik oder schlicht Überheblichkeit?
Fest steht:
Dieser Neujahrsfall zeigt, wie dünn die Linie zwischen „kleinem Deal“ und lebenslangem Albtraum sein kann.
Was meint ihr: tragischer Zufall – oder zwangsläufiges Ende eines gefährlichen Spiels?



