BANGKOK, THAILAND – Die USA haben Thailand auf eine erweiterte Beobachtungsliste für mögliche Währungsverzerrungen gesetzt, ohne jedoch einem großen Handelspartner formell Währungsmanipulation vorzuwerfen.
Thailand neu auf US-Beobachtungsliste
Das US-Finanzministerium erklärte in seinem jüngsten halbjährlichen Währungsbericht, dass im Zeitraum der zweiten Hälfte 2024 und der ersten sechs Monate 2025 kein bedeutender Handelspartner alle drei Kriterien für eine Einstufung als Währungsmanipulator erfüllt habe.
Gleichzeitig wurde Thailand neu auf die sogenannte „Monitoring List“ aufgenommen. Begründet wurde dies mit dem wachsenden globalen Leistungsbilanzüberschuss des Landes sowie seinem Handelsüberschuss gegenüber den USA.
Mit der Aufnahme Thailands umfasst die Liste nun zehn Länder. Bereits zuvor standen China, Japan, Südkorea, Taiwan, Singapur, Vietnam, Deutschland, Irland und die Schweiz unter verstärkter Beobachtung.
Erweiterter Fokus der US-Analyse
Der Bericht betonte, dass die USA ihre Analyse von Devisenmarktinterventionen ausweiten. Bisher lag der Schwerpunkt darauf, ob Länder ihre Währungen einseitig daran hindern, gegenüber dem US-Dollar aufzuwerten, um Exporte künstlich zu verbilligen.
Künftig will das Ministerium nach eigenen Angaben symmetrischer prüfen, ob Staaten ebenso entschieden gegen Abwertungsdruck vorgehen wie gegen Aufwertungsdruck. Wörtlich hieß es, man überwache nun breiter, in welchem Umfang Länder, die Wechselkursbewegungen „glätten“, dies zur Abwehr von Abwertungen in ähnlicher Weise tun wie zur Begrenzung von Aufwertungen.
Ein ranghoher US-Beamter stellte klar, dass diese Anpassung keinem einzelnen Land gelte. Die Änderungen sollten die Analyse in künftigen Berichtszeiträumen verbessern, insbesondere wenn der Dollar gegenüber wichtigen Währungen schwächer sei, sagte der Vertreter. Der nächste Bericht ist für November vorgesehen und soll die zweite Hälfte 2025 abdecken.
Kriterien und mögliche Konsequenzen
Das Finanzministerium verwies auf seine drei etablierten Hauptkriterien zur Bewertung von Währungspraktiken:
• ein Handelsüberschuss mit den USA von mindestens 15 Milliarden US-Dollar
• ein globaler Leistungsbilanzüberschuss von mehr als 3 % des BIP
• anhaltende, einseitige Devisenkäufe von mindestens 2 % des BIP
Länder, die zwei dieser drei Kriterien erfüllen, werden automatisch auf die Beobachtungsliste gesetzt. Eine formale Einstufung als Währungsmanipulator hat erhebliche politische Sprengkraft, da sie handelspolitische Spannungen verschärfen kann.
China im Fokus wegen Intransparenz
Trotz anhaltendem Abwertungsdruck auf den Yuan bezeichnete das US-Finanzministerium China nicht als Währungsmanipulator. Damit vermied Washington eine weitere Eskalation im ohnehin belasteten Verhältnis zu Peking.
Gleichzeitig übte das Ministerium deutliche Kritik an der mangelnden Transparenz der chinesischen Wechselkurspolitik. China hebe sich unter den großen Handelspartnern durch fehlende Offenlegung seiner Praktiken hervor, hieß es.
„Diese mangelnde Transparenz wird das Finanzministerium nicht daran hindern, China zu einem späteren Zeitpunkt zu benennen, falls die vorliegenden Beweise auf Interventionen – formell oder informell – zur Verhinderung einer Yuan-Aufwertung schließen lassen“, heißt es im Bericht.
Blick auf andere Einflussfaktoren
Für alle Länder auf der Monitoring List kündigte das US-Finanzministerium eine breitere Prüfung weiterer politischer Instrumente an, die den Devisenmarkt beeinflussen könnten.
Dazu zählen unter anderem:
• Kapitalverkehrskontrollen
• makroprudenzielle Maßnahmen
• der Einsatz staatlicher Investmentvehikel oder Pensionsfonds
Zudem wollen die USA verstärkt analysieren, wie Länder Devisenswaps nutzen, um Kassageschäfte zu sterilisieren und deren Wirkung auf die inländischen monetären Bedingungen abzufedern, sowie die Netto-Forward-Positionen ihrer Handelspartner.
Vor diesem Hintergrund gewinnt auch die Diskussion um die Wechselkurspolitik in Bangkok an Gewicht: Die thailändische Notenbank hatte sich zuletzt besorgt über eine rasche Aufwertung des Baht gezeigt und angekündigt, Maßnahmen zu ergreifen.
💱 Droht Thailand Ärger aus Washington?
Die USA setzen Thailand auf ihre Währungs-Beobachtungsliste – offiziell ohne Manipulationsvorwurf, aber mit klarer Warnung. Handelsüberschüsse, Baht-Politik und Deviseneingriffe rücken in den Fokus.
Ist das nur Routine – oder der Beginn neuen wirtschaftlichen Drucks?
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china hat soviele dollarrücklagen um die USA jederzeit lahm zu legen-gleiches gild für europa
Alle Notenbanken müssen die Inflation, den Export, die Zinsen und die Teuerung unter Kontrolle halten. Unter diesem Aspekt, manipulieren alle Nationalbanken die Währung, weil das deren Aufgabengebiet ist und daran ist nichts falsch.
Die USA hingegen wird die Druckerpresse anwerfen um den U$ Dollar zu entwerten, sonst kriegen die weder die Schuldzinsen noch die Verschuldung in den Griff. Dies wird die Preise, für alle Sachwerte in den USA zum Explodieren bringen.
Nur eine unbedeutende Meinung.