Was Urlauber jetzt wissen müssen
Der thailändische Baht macht Schlagzeilen – und das nicht ohne Grund. Seit November 2025 klettert die Währung unaufhaltsam nach oben. Aktuell liegt der Kurs bei 31,22 Baht pro US-Dollar.
Für Thailand-Urlauber bedeutet das: Das Paradies wird teurer. Wer jetzt seinen Urlaub plant, sollte genau hinschauen. Aber was steckt eigentlich hinter diesem Höhenflug? Wir erklären es Ihnen – verständlich und ohne Fachchinesisch.
Gold lässt den Baht steigen – so funktioniert’s
Der Hauptgrund für den starken Baht ist tatsächlich Gold. Klingt verrückt, ist aber wahr. Der Goldpreis ist 2025 um satte 70 Prozent gestiegen und erreichte Ende Dezember über 4.400 US-Dollar pro Unze. Ein absoluter Rekord!
Und hier kommt der Trick: Thailändische Goldhändler verkaufen bei so hohen Preisen natürlich mehr Gold. Das Geld bekommen sie in US-Dollar – und die tauschen sie dann in Baht um. Diese massive Nachfrage nach Baht treibt den Kurs in die Höhe.
Jeder zweite Dollar kommt vom Goldgeschäft
Die Zahlen sind beeindruckend: Laut der thailändischen Zentralbank stammen zeitweise 40 bis 50 Prozent aller Dollar-Verkäufe im Land aus dem Goldhandel. Das ist die Hälfte aller Devisengeschäfte!
Dieser Effekt wirkt seit Monaten und hat sich durch die Goldpreisrallye Ende 2025 noch verstärkt. Solange Gold teuer bleibt, bleibt auch der Baht stark. So einfach ist das Prinzip – mit großen Folgen für uns alle.
Der schwache Dollar spielt dem Baht in die Karten
Dazu kommt: Der US-Dollar schwächelt massiv. 2025 war für den Greenback das schlechteste Jahr seit 22 Jahren – ein Minus von fast 10 Prozent! Das macht den Baht automatisch stärker.
Die US-Notenbank Fed plant für 2026 sogar eine Zinssenkung. Manche Experten spekulieren über zwei Senkungen. Niedrigere Zinsen bedeuten: Der Dollar wird noch unattraktiver, Schwellenländerwährungen wie der Baht werden interessanter.
Ausländische Investoren stürzen sich auf thailändische Anleihen
Thailand ist gerade richtig angesagt bei internationalen Investoren. Die kaufen massiv thailändische Staatsanleihen, weil die als sicher gelten. In unsicheren Zeiten suchen Anleger sichere Häfen – und Thailand ist einer davon.
Das Kasikorn Research Center berichtet von kontinuierlichen Käufen. Tag für Tag fließt Geld ins Land. Diese Kapitalströme stärken den Baht zusätzlich zum Gold-Effekt. Thailand profitiert dabei von seiner politischen Stabilität.
Was ist eigentlich mit Venezuela passiert?
Anfang Januar 2026 gab es eine US-Militäroperation in Venezuela. Das sorgte für Schlagzeilen und ließ den Goldpreis noch einmal steigen. Der Baht kletterte von etwa 31,44 am 2. Januar auf 31,21 am 6. Januar.
Aber Vorsicht: Venezuela hat den Trend nicht ausgelöst, sondern nur kurz verstärkt. Die wahren Gründe für den starken Baht – Gold, schwacher Dollar, Investoren – bleiben dieselben. Venezuela war nur ein kurzes Aufflackern.
Die thailändische Börse zeigt sich wankelmütig
Der thailändische Aktienindex SET bewegte sich Anfang Januar zwischen 1.260 und 1.285 Punkten. Am 5. Januar ging’s um 1,62 Prozent nach oben, einen Tag später wieder 0,41 Prozent runter. Typisches Hin und Her eben.
Analysten sehen positive Stimmung durch ausländisches Geld, warnen aber vor fehlendem Schwung. Die Parlamentswahl im Februar 2026 könnte für Turbulenzen sorgen. Historisch gesehen steigt der Baht aber meist nach Wahlen.
Die Zentralbank schlägt Alarm
Die Bank of Thailand schaut dem Treiben nicht mehr ruhig zu. Gouverneur Vitai Ratanakorn hat verschärfte Kontrollen für den Goldhandel angekündigt. Die Handelsvolumina seien einfach zu hoch und könnten die Währung destabilisieren.
Die Zentralbank prüft jetzt, wie sie den Anstieg bremsen kann. Eine zu starke Währung schadet nämlich der Wirtschaft – auch wenn es sich erst mal gut anhört. Die Balance zu finden, ist die große Herausforderung.
Exporteure schlagen Alarm: „Wir verlieren Geld!“
Für thailändische Exporteure ist der starke Baht ein Albtraum. Ihre Produkte werden auf dem Weltmarkt automatisch teurer und damit weniger wettbewerbsfähig. Die Reis- und Elektronikindustrie spürt das besonders deutlich.
Der Verband der thailändischen Industrie warnt bereits: Der Baht sei überbewertet, gemessen an der wirtschaftlichen Realität. Die Gewinnmargen schrumpfen, Aufträge gehen verloren. Für viele Unternehmen wird es eng.
Tourismus-Branche fürchtet um Gäste
Auch die Tourismus-Industrie macht sich Sorgen. Thailand könnte für ausländische Besucher schlicht zu teuer werden. Ein Euro entspricht aktuell etwa 36,50 Baht – das war schon mal besser.
Hotels, Restaurants, Massagen – alles wird durch den Wechselkurs teurer. Die Branche hofft, dass Thailands Image als sicheres Reiseziel und schönes Land die Preisnachteile ausgleicht. Aber einfach wird das nicht.
Diese Gruppen profitieren vom starken Baht
Es gibt aber auch Gewinner. Thailändische Firmen, die Rohstoffe oder Maschinen aus dem Ausland kaufen, können jetzt günstiger einkaufen. Besonders wichtig: Energieimporte werden billiger.
Thailand muss einen Großteil seines Öls importieren. Ein starker Baht bedeutet niedrigere Kosten an der Tankstelle. Auch für thailändische Urlauber im Ausland ist es eine gute Zeit – ihre Kaufkraft steigt.
Europäische Rentner verlieren Kaufkraft
Für Ausländer mit Euro- oder Dollar-Einkommen ist der starke Baht dagegen ein Problem. Rentner, die in Thailand leben, spüren das direkt im Geldbeutel. Das monatliche Einkommen ist plötzlich weniger wert.
Langzeittouristen und Auswanderer müssen ihre Ausgaben neu kalkulieren. Was früher locker gereicht hat, wird jetzt knapper. Besonders betroffen sind Menschen mit festen Renten aus Europa.
So geht es in den nächsten Wochen weiter
Die Krungthai Bank erwartet für Januar 2026 eine Handelsspanne zwischen 31,15 und 31,85 Baht pro Dollar. Die Schwankungen bleiben also hoch. Entscheidend wird, was die US-Notenbank wirklich macht.
Senkt die Fed die Zinsen wie angekündigt? Bleibt der Goldpreis oben? Dann könnte der Baht weiter steigen. Die kommenden Wochen werden spannend – für Urlauber genauso wie für Investoren.
Kommt der Baht bald unter 30?
Einzelne Analysten halten langfristig sogar einen Kurs unter 30 Baht pro Dollar für möglich. Das wäre eine Sensation und würde Thailand massiv verteuern. Allerdings ist dieses Szenario hochspekulativ.
Die Bank of Thailand hat angekündigt, notfalls zu intervenieren. Wenn die Wirtschaft zu sehr leidet, könnte die Zentralbank aktiv eingreifen und den Baht schwächen. Die Frage ist nur: Wann ist dieser Punkt erreicht?
Touristen-Tipp: Geld wechseln oder abwarten?
Wer jetzt Thailand-Urlaub plant, steht vor der Frage: Soll ich schon Geld wechseln oder lieber abwarten? Experten raten: Bei so hoher Volatilität lieber gestaffelt vorgehen.
Wechseln Sie nicht alles auf einmal, sondern verteilen Sie den Umtausch über mehrere Wochen. So gleichen Sie Schwankungen aus. Und prüfen Sie die Wechselkurse verschiedener Anbieter – die Unterschiede können erheblich sein.
Fazit: Spannende Zeiten für Thailand-Fans
Der starke Baht ist Fluch und Segen zugleich. Für die thailändische Wirtschaft bedeutet er Herausforderungen, für Gold-Händler und Importeure Chancen. Urlauber müssen tiefer in die Tasche greifen.
In den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob die Zentralbank eingreift oder der Markt sich von selbst reguliert. Sicher ist: Langweilig wird es nicht. Thailand-Fans sollten die Entwicklung genau im Auge behalten.
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel basiert auf der Marktlage Anfang Januar 2026. Wechselkurse ändern sich ständig. Die genannten Prognosen sind keine Anlageberatung. Informieren Sie sich vor Reisen oder Geldgeschäften über aktuelle Kurse!



