BANGKOK – Ein thailändischer Premierminister-Kandidat sorgt für einen politischen Aufruhr. Sein neuester Vorschlag: Frauen sollen bis zu vier Ehemänner haben dürfen. Ist das der Weg zur wahren Gleichberechtigung oder nur ein Skandal-Gag?
Das fordert der Kandidat
Mongkolkit Suksintharanont, Kandidat der „Thai Alternative Party“, postete einen Satz, der alles in den Schatten stellt. „In puncto Gleichberechtigung sollten Frauen nicht mehr als vier Ehemänner haben dürfen, wenn alle einverstanden sind.“
Der Vorschlag ist nicht rechtlich ausgearbeitet. Er soll eine Debatte über Geschlechtergerechtigkeit anstoßen. Die Reaktionen im Netz zeigen: Das ist ihm gelungen.
Wer ist der Mann hinter der Idee?
Mongkolkit ist kein Unbekannter. Er ist berüchtigt für schrille und provokante Vorschläge, die eher Aufmerksamkeit als konkrete Politik erzeugen.
Früher forderte er eine „Weltraumtruppe“ für Thailand, Geldprämien für schwangere Frauen gegen die sinkende Geburtenrate und Tägliche Pflichtübungen für Arbeitnehmer für mehr Gehalt.
Sogar die Anschaffung von Atomwaffen stand auf seiner Liste. Der Vier-Männer-Vorschlag fügt sich in diese Reihe spektakulärer Ankündigungen.
So reagiert das Netz auf den Vorschlag
Die sozialen Medien spalten sich. Einige Nutzer feiern die Idee als mutigen Schritt zur Gleichberechtigung. Warum sollte das Recht, mehrere Partner zu haben, nur Männern vorbehalten sein?
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Andere wittern puren Wahlkampf-Provokationspopulismus. Sie fragen, wie eine solche Ehe rechtlich, steuerlich und emotional funktionieren sollte.
Viele sehen darin einen geschickten Schachzug, um in den Nachrichten zu sein – ohne ein echtes politisches Programm vorlegen zu müssen.
Kann das rechtlich überhaupt funktionieren?
Thailändisches Recht kennt die Einehe. Polygamie in Form von Mehrfrauenehen war zwar kulturell existent, ist aber nicht legal anerkannt.
Die Idee, dieses „Privileg“ nun auch umzukehren, stellt das gesamte thailändische Familien- und Erbrecht auf den Kopf. Erbschaften, Unterhalt, Sorgerecht – alles müsste neu gedacht werden.
Experten halten den Vorschlag für nicht umsetzbar. Er sei ein reines Diskussionsthema ohne praktischen Wert.
Geniestreich der Aufmerksamkeits-Ökonomie?
Eines ist sicher: Mongkolkit hat es wieder geschafft. Sein Name und seine Partei sind in allen Medien. In einer überfüllten politischen Landschaft ist das schon die halbe Miete.
Ob er damit Wähler gewinnt oder als Clown der Politik abgestempelt wird, ist unklar. Die Debatte über echte Gleichberechtigung und die Zukunft der Ehe hat er jedoch angeheizt.
Für die traditionelle thailändische Gesellschaft ist dieser Vorschlag ein gewagter Gedanke – und vielleicht genau das, was der Wahlkampf brauchte.
🗣 Idee, Irrsinn – oder kalkulierte Aufmerksamkeit?
Geht es hier wirklich um Gleichberechtigung – oder nur darum, Schlagzeilen zu erzeugen?
Muss Politik provozieren, um gehört zu werden?
Oder wird genau dadurch der Ernst politischer Debatten zerstört?
Schreib offen:
Mutiger Tabubruch – oder billiger Populismus?



