BANGKOK, THAILAND – Die Übergangsregierung in Bangkok prüft eine Verkürzung der derzeitigen 60-Tage-Regel für visumfreie Einreisen nach Angaben des Außenministeriums intensiv. Hintergrund sind zunehmende Hinweise auf Missbrauch durch ausländische Besucher, die nationale Sicherheit, Wirtschaft und internationales Ansehen des Landes berühren.
Regierung prüft Kurswechsel
Der kommissarische Außenminister Sihasak Phuangketkeow bestätigte thailändischen Medien, dass die visumfreie Einreise für Staatsangehörige aus 93 Ländern und Territorien grundsätzlich zur Disposition steht.
Die aktuelle Debatte setzte ein, nachdem wochenlang Gerüchte über eine mögliche Verkürzung der erlaubten Aufenthaltsdauer die Öffentlichkeit beschäftigt hatten.
Sorgen über Kriminalität und Missbrauch
Nach Angaben des Außenministeriums gingen zahlreiche Beschwerden ein, wonach bestimmte Ausländer den verlängerten Aufenthalt für illegale Arbeit, Betrugsmaschen oder die Ausnutzung von Einheimischen genutzt haben.
Sicherheitsbehörden berichten zudem, dass einige Besucher das Land als Drehscheibe für kriminelle Aktivitäten in Nachbarstaaten verwendeten, was die Sorge um die nationale Sicherheit zusätzlich verstärkte.
Ursprung der 60-Tage-Regel
Die Ausweitung der visumfreien Aufenthaltsdauer auf 60 Tage war Mitte 2024, konkret ab dem 15. Juli, eingeführt worden, um den Tourismus nach früheren Einschränkungen gezielt anzukurbeln.
Die Regelung geht auf die damalige Regierung unter dem inzwischen abgesetzten Premierminister Srettha Thavisn von der Pheu-Thai-Partei zurück, während sich inzwischen die von Bhumjaithai geführte Übergangsregierung unter Premier Anutin Charnvirakul nach einem klaren Wahlsieg auf eine dauerhafte Amtsübernahme vorbereitet.
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Komitee für Visa-Reform eingesetzt
Premierminister Anutin Charnvirakul hat inzwischen ein spezielles Komitee eingesetzt, das die gesamte Visapolitik neu bewerten und mögliche Schlupflöcher schließen soll.
Das Außenministerium bereitet nach eigenen Angaben umfassende Unterlagen zu festgestellten Problemen und möglichen Gegenmaßnahmen vor, die dem Gremium mit hoher Priorität vorgelegt werden sollen.
Debatte um 30 Tage und touristische Folgen
Außenminister Sihasak verwies darauf, dass die derzeitigen 60 Tage deutlich über der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von rund 15 bis 30 Tagen liegen und daher in Frage gestellt werden.
In Regierungskreisen und im Tourismusministerium wird eine Reduzierung auf 30 Tage grundsätzlich befürwortet, da sie nach Einschätzung von Branchenvertretern den regulären Tourismus nur gering beeinträchtigen, illegale Aktivitäten aber eindämmen könnte.
Noch keine Entscheidung gefallen
Offizielle Stellen betonen, dass es sich bislang lediglich um einen Vorschlag in der Prüfphase handelt und weder eine endgültige Entscheidung noch ein Zeitplan für eine Umsetzung vorliegen.
Die Übergangsregierung kündigte an, jede Änderung so austarieren zu wollen, dass die Förderung des Tourismus mit strengeren Einreisekontrollen und Sicherheitsmaßnahmen in Einklang gebracht wird.



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