BANGKOK, THAILAND – In Bangkok ist der Weg für ein landesweites Verfassungsreferendum am 8. Februar 2026 frei, das parallel zur vorgezogenen Parlamentswahl stattfinden soll.
Datum offiziell in Royal Gazette verkündet
Am 2. Januar 2026 ist in der Royal Gazette eine Ankündigung des Büros des Premierministers veröffentlicht worden, die den 8. Februar 2026 offiziell als Abstimmungstag festlegt.
Das Dokument trägt die Unterschrift von Premierminister Anutin Charnvirakul. Die Abstimmung fällt auf einen Sonntag und soll im gesamten Land durchgeführt werden.
Zentrale Frage zur neuen Verfassung
Beim Referendum steht nach Regierungsangaben nur eine Frage auf dem Stimmzettel: Ob die Wählerinnen und Wähler zustimmen, dass eine neue Verfassung ausgearbeitet werden soll, die die derzeitige Charta ersetzt.
Hintergrund ist die anhaltende Diskussion über die Verfassung von 2017, die unter starkem militärischem Einfluss entstanden war. Die Regierung von Anutin knüpft das Votum an weitergehende politische Absprachen zu Reformen.
Volksabstimmung und Neuwahl kombiniert
Das Referendum findet am selben Tag statt wie die vorgezogene Parlamentswahl, die durch die Auflösung des Parlaments im Vormonat ausgelöst worden ist.
Behördenvertreter betonen, die Bündelung der beiden Urnengänge solle die Wahlbeteiligung erhöhen und Ressourcen effizienter nutzen. „Die Kombination der Termine soll den Ablauf vereinfachen und Kosten senken“, heißt es sinngemäß aus amtlichen Kreisen.
Am Wahltag erhalten alle Wahlberechtigten zwei getrennte Stimmzettel: einen für die allgemeine Wahl und einen für das Referendum.
Vorbereitungen und Frühwahl-Organisation
Die organisatorischen Vorbereitungen laufen bereits. Die Frühwahl ist für den 1. Februar 2026 angesetzt, die Registrierung für diese vorzeitigen Stimmabgaben steht kurz vor dem Abschluss.
Wahlrechtlich besteht damit ein enger Zeitplan, der sowohl die logistische Planung der Wahlkommission als auch die politische Mobilisierung der Parteien prägt.
Politische Bedeutung und mögliche Folgen
Politische Beobachter rechnen mit großem Interesse an beiden Abstimmungen, da sie die künftige Regierungsform und Stabilität im Land maßgeblich beeinflussen könnten.
Das Referendum gilt als Prüfstein dafür, wie groß die gesellschaftliche Unterstützung für eine grundlegende Verfassungsreform ist. Die Parlamentswahl entscheidet zugleich über die Zusammensetzung des nächsten Kabinetts, das einen möglichen Verfassungsprozess politisch begleiten müsste.
Gesetzliche Alkohol- und Unterhaltungsbeschränkungen
Rund um den Wahlsonntag greifen strikte Vorgaben. Nach Angaben von informierten Quellen tritt am Wochenende des 8. Februar ein landesweites Alkoholverkaufsverbot in Kraft.
• Zeitraum: vom Abend des 7. Februar bis zum Abend des 8. Februar, jeweils bis zum Schließen der Wahllokale
• Betroffen sind Geschäfte, Restaurants und andere Verkaufsstellen
• Unterhaltungsstätten müssen bereits am Abend des 7. Februar schließen
Diese Maßnahmen stützen sich auf das Wahlrecht, das an nationalen Urnengängen den Verkauf von Alkohol und bestimmte Formen der Unterhaltung untersagt, um Beeinflussungen und Störungen des Wahlvorgangs zu vermeiden.
🗣 Eine Wahl, zwei Entscheidungen – Zu viel auf einmal?
Gleichzeitig Regierung wählen und über eine neue Verfassung abstimmen:
Ist das ein kluger Schachzug für höhere Beteiligung – oder eine bewusste Überforderung der Wähler?
Geht es um echte Reformen oder um politische Absicherung in unsicheren Zeiten?
Und wie frei entscheidet ein Volk, wenn Emotionen, Machtfragen und Zeitdruck zusammenfallen?



