Von Folter und Enthauptung zu Resozialisierung

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110 Jahre Justizvollzug gefeiert

Das thailändische Gefängnissystem feiert ein bemerkenswertes Jubiläum! Die Department of Corrections ist ein lebendiges Zeugnis für Thailands Reise durch die Zeitalter – vom Übergang von Strafen, die Schmerz und Tod verursachen sollten, über Freiheitsbeschränkungen bis hin zu einem System, das darauf abzielt, Insassen zu wertvollen menschlichen Ressourcen zu entwickeln, bevor sie in die Gesellschaft zurückkehren. 

Vom Todesschwert zur Bibliothek: 
Thailands Weg zur zivilisierten Nation

Es markiert deutlich Siams Wandel von einer traditionellen Ordnung zu einem modernen, zivilisierten Staat. Zum 110. Jahrestag veranstaltete die Behörde ein besonderes Forum mit dem Titel „110 Jahre Department of Corrections: Von der Tradition zur Zivilisation“. Die Veranstaltung untersuchte die historische Rolle der Institution bei der Verwaltung von Straftätern und der Aufrechterhaltung der sozialen Ordnung. 

Das Forum beinhaltete die Vorstellung zweier Bücher, die von Matichon veröffentlicht wurden: „Correcting the History of Corrections“ und „The Department of Corrections Under Royal Patronage“ am 15. September. Beide Bücher erzählen die 110-jährige Geschichte und Entwicklung der Gefängnisbehörde innerhalb der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Kontexte Thailands, sowohl national als auch international, während sie die entscheidende Rolle der Monarchie bei der Gestaltung des Gefängnissystems hervorheben.

Experten enthüllen: 
Strafen spiegeln wider, wie Herrscher ihr Volk sehen

Redner waren Sahakarn Petchnarint, Generaldirektor der Gefängnisbehörde, Professor Thongthong Chandransu, Experte für thailändische Geschichte und Kultur und ehemaliger stellvertretender Permanent Secretary des Justizministeriums, sowie Dr. Saranyoo Thepsongkroh, Autor von „The Carceral State: Punitive Power in the Modern Era“. 

Dr. Saranyoo erklärte, dass die Macht der Strafvollzugsbehörde die Macht der Herrscher widerspiegelt, da die Behandlung von Straftätern widerspiegelt, wie die Machthaber ihr Volk sehen. In der traditionellen Ära war Bestrafung an religiöse und moralische Überzeugungen gebunden und diente als Strafe für die Verletzung des Dharma. Obwohl Könige formal die Macht zur Bestrafung hatten, wurde sie in der Praxis von Adligen und lokalen Herren ausgeübt, was zu inkonsistenten und nicht standardisierten Strafen führte. 

Mit der Ankunft westlicher Rechtsstandards traten während der Regierungszeit von König Rama V große Veränderungen ein: Folter wurde durch Gefängnishaft ersetzt und Standards der Bestrafung wurden eingeführt. Unter König Rama VI führte dies zur Zentralisierung des Strafvollzugs unter einer dedizierten Behörde, des Department of Corrections.

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Von letzter Enthauptung bis moderne Hinrichtungsmethoden dokumentiert

Generaldirektor Sahakarn erklärte die Ursprünge des Buchprojekts: Nach dem Besuch des Gefängnismuseums und der Durchsicht von Dokumenten früherer Administratoren erkannte er den Wert, dieses Material der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die beiden Bände enthalten viele faszinierende Aspekte der Geschichte: die Verleihung des Emblems „Phra Yom auf einem Löwen“, das Insignium der Behörde, das ihre Mission symbolisiert, das „Engel mit einem Stab“-Abzeichen ihres Generaldirektors und detaillierte Berichte über Todesstrafen-Methoden – von der letzten Enthauptung durch Schwert (Boonteng „Iron Casket“) über die erste Hinrichtung durch Erschießungskommando (Sergeant Sawat Mahamad), die Verwendung von Gift bis hin zu modernen Zeiten, als Menschenrechtsstandards den Freiheitsentzug und die Rehabilitation über Brutalität betonten. 

Ein Band hebt auch die dauerhafte königliche Schirmherrschaft des Strafvollzugs von der Vergangenheit bis zur Gegenwart hervor. „Ich möchte, dass die Menschen sehen, dass Gefängnisse der Gesellschaft nicht fremd sind. Wir müssen sie akzeptieren und ihnen Bedeutung beimessen, denn sie sind seit langem Teil des thailändischen Lebens“, bemerkte der Generaldirektor.

Prinzessin fördert Gefängnis-Bibliotheken: 
„Insassen haben Zeit zum Studieren“

Professor Thongthong betonte die Bedeutung der Monarchie für den Strafvollzug und stellte fest, dass das königliche Begnadigungsrecht für Gefangene lebenswichtig ist, weil es ihnen Hoffnung gibt. Begnadigungen, ob durch Strafreduzierungen oder Entlassungen, lindern Verzweiflung, reduzieren Überfüllung und ermöglichen die Fortsetzung der Strafvollzugsarbeit. 

Er erzählte auch vom Mitgefühl von Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn, die „Phrom Phanya“-Gefängnisbibliotheken unterstützt hat und oft fragte, ob Insassen Zugang zu Büchern haben. Sie hat festgestellt, dass Insassen, die reichlich Zeit haben, zum Studieren ermutigt werden sollten. Ihre Projekte, einschließlich Corrections Sharing Happiness, demonstrieren die anhaltende Sorge der Monarchie für Gefangene, besonders Frauen. Dr. 

Saranyoo fügte hinzu, dass in der frühen Periode der Strafvollzug hauptsächlich auf Einsperrung fokussiert war, nicht auf Rehabilitation. Nach der Revolution von 1932 wurde jedoch Verhaltensreform zentral. Die beiden Bücher dokumentieren diesen Wandel gründlich, mit seltenen Fotografien und Dokumenten, einschließlich königlicher Begnadigungen nicht nur für thailändische Gefangene, sondern auch für Ausländer. 

Professor Thongthong betonte, dass Begnadigungen für ausländische Gefangene direkt Thailands internationalen Beziehungen zugutekamen und den Weg für Abkommen und Zusammenarbeit ebneten.

💬 Ihre Meinung ist gefragt

Wie bewerten Sie den Wandel im thailändischen Justizvollzug – von harten Strafen hin zu Rehabilitation und Bildung für Inhaftierte? Glauben Sie, dass solche Reformen die Resozialisierung erfolgreich unterstützen, oder sollten strengere Maßnahmen weiterhin im Vordergrund stehen? Teilen Sie Ihre Meinung in den Kommentaren.

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Quelle: KhaoSod English