BANGKOK, THAILAND â Nach einer 72-stĂźndigen Waffenruhe hat Thailand 18 kambodschanische Kriegsgefangene an der Grenze in die Heimat zurĂźckgefĂźhrt und damit ein zentrales Versprechen des jĂźngsten Grenzabkommens eingelĂśst.
Ăbergabe an der Grenze ohne Zwischenfälle
Die Rßckfßhrung der 18 kambodschanischen Soldaten erfolgte am Mittwochmorgen am permanenten Grenzkontrollpunkt Ban Phak Krad im Bezirk Pong Nam Ron, Provinz Chanthaburi. Die Männer waren seit Mitte Juli in thailändischem Gewahrsam und insgesamt 155 Tage festgehalten worden.
Nach Angaben des AuĂenministeriums in Bangkok verlief die Ăbergabe geordnet und ohne StĂśrungen. Kambodschanische BehĂśrden Ăźbernahmen die Soldaten direkt am Kontrollpunkt, während Sicherheitskräfte entlang der Grenze in erhĂśhter Bereitschaft blieben.
Waffenruhe hält â Verpflichtungen aus Grenzabkommen umgesetzt
Die Freilassung stand in direktem Zusammenhang mit einer 72-stßndigen Feuerpause zwischen Thailand und Kambodscha, die im Rahmen der Gemeinsamen Grenzkommission (JBC) vereinbart worden war. BehÜrden bestätigten, dass der Waffenstillstand ohne Gefechte ablief.
In einer Erklärung um 10.00 Uhr erklärte das AuĂenministerium, die Ăbergabe entspreche Artikel 11 der Gemeinsamen Erklärung, die am 27. Dezember 2025 bei der 3. Sondersitzung des General Border Committee beschlossen worden war. Darin war festgelegt worden, dass Thailand die Soldaten nach ununterbrochen 72 Stunden Waffenruhe zurĂźckfĂźhrt.
Die Erklärung verwies zudem auf die Gemeinsame Erklärung von Kuala Lumpur vom 26. Oktober 2025, die ein friedliches Verhalten an der Grenze und die Umsetzung eines breiteren Friedensplans betont.
Behandlung nach Genfer Konventionen â Ăberwachung durch IKRK und ASEAN
Nach thailändischen Angaben wurden die 18 Soldaten während der gesamten Haftzeit entsprechend den Genfer Konventionen von 1949, insbesondere der Dritten Genfer Konvention zur Behandlung von Kriegsgefangenen, behandelt. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) habe die Haftbedingungen regelmäĂig ĂźberprĂźft.
Thailändische BehĂśrden lieĂen periodische Besuche des Roten Kreuzes zu und ermĂśglichten die Weiterleitung von Briefen der Gefangenen an ihre Familien. Vor der RĂźckfĂźhrung wurden medizinische Untersuchungen durchgefĂźhrt. Die BehĂśrden betonten, die RĂźckkehr sei freiwillig, sicher und wĂźrdevoll erfolgt.
Während der Ăbergabe waren Beobachter von IKRK und ASEAN anwesend. Sie bestätigten, dass die Verfahren den internationalen humanitären Standards entsprachen und die Risiken fĂźr Soldaten und Personal an der Grenze minimiert wurden.
Diplomatie und Sicherheitsbedenken parallel
Das AuĂenministerium hob hervor, die RĂźckfĂźhrung stehe im Einklang mit breiteren diplomatischen BemĂźhungen seit der Feuerpause vom 27. Dezember und der Erklärung von Kuala Lumpur. Man wolle das Vertrauen zu Kambodscha stärken und die Einhaltung humanitärer Prinzipien unterstreichen.
Gleichzeitig bleiben die Sicherheitsbedenken bestehen. Militärkreise warnten, es gebe Hinweise, dass Kambodscha sich auf eine mÜgliche dritte Runde von Kampfhandlungen vorbereite. Thailand halte daher Kräfte zur raschen Reaktion bereit und habe Vorkehrungen getroffen, um neue Grenzzwischenfälle zu verhindern.
Ein Motiv fßr die zeitnahe Freilassung war laut ranghohen Beamten die Sorge, ein mÜglicher schwerer Krankheitsfall unter den Gefangenen kÜnne dem internationalen Ansehen Thailands schaden. Daher sei besonderer Wert auf medizinische Vorsorge, rechtliche Konformität und geordnete Abläufe gelegt worden.
USA begrĂźĂen Schritt â Fokus auf weiteren Friedensprozess
Auch die USA begrĂźĂten die Entwicklung. Thomas Pigott, stellvertretender Sprecher des US-AuĂenministeriums, erklärte am 31. Dezember 2025 (Ortszeit):
âDie Vereinigten Staaten begrĂźĂen die entschlossenen BemĂźhungen der Regierungen Kambodschas und Thailands, das Waffenstillstandsabkommen vom 27. Dezember einzuhalten. (âŚ) Wir begrĂźĂen Thailands Freilassung der 18 kambodschanischen Soldaten als positiven Schritt zur Wiederherstellung nachbarschaftlicher Beziehungen und des Vertrauens.â
Bangkok stellt klar, dass die Freilassung die Spannungen zwar senkt, aber keine Entwarnung bedeutet. Militär und Diplomatie arbeiten weiter parallel:
⢠SicherungsmaĂnahmen an der Grenze bleiben bestehen
⢠Internationale Beobachter sollen auch kßnftig einbezogen werden
⢠Weitere Schritte sollen sich strikt an diplomatischen und rechtlichen Rahmenwerken orientieren
Die 155-tägige Internierung endete damit in einem kontrollierten, von internationalen Stellen dokumentierten Verfahren, das aus Sicht Bangkoks zugleich operatives KÜnnen, Rechtskonformität und humanitäre Standards demonstrieren sollte.
đŁ Friedensgeste â oder nur eine Atempause?
Die Freilassung der Soldaten erfĂźllt internationale Verpflichtungen und sendet ein starkes Signal zum Jahresbeginn.
Doch während Diplomaten von Vertrauen sprechen, warnen Militärs bereits vor neuen Spannungen.
Ist dieser Schritt der Beginn einer echten Deeskalation â
oder lediglich ein taktischer Zug in einem Konflikt, der jederzeit wieder aufflammen kann?
Was meint ihr: Wendepunkt oder trĂźgerische Ruhe?



