Pattaya, Thailand – Eine potenzielle Bürgermeisterkandidatin der People’s Party hat sich entschuldigt, nachdem auffällig viele ihrer Facebook-Follower offenbar aus Vietnam stammten und ihr Team eine künstliche Aufblähung der Zahlen einräumte. Der Fall befeuert in Pattaya die Debatte über Ethik im digitalen Wahlkampf und die Bedeutung von Online-Reichweite als Stimmungsbarometer.
Verdacht nach auffällig hohen Follower-Zahlen
In Chon Buri ist eine Kontroverse um Dr. Nisamart Laoharattanahirun entstanden, die als Kandidatin für die Bürgermeisterwahl in Pattaya zur Jahresmitte gilt. Auslöser war die ungewöhnlich hohe Zahl an Followern auf ihrer Facebook-Seite.
Die lokale Facebook-Seite Khwarm Jing Chon Buri–Pattaya stellte öffentlich die Frage, wie Dr. Nisamart auf rund 52.000 Follower komme. Dabei wurde angemerkt, dass viele Accounts den Anschein erweckten, aus Vietnam zu stammen.
Kritik aus dem Netz: „Sind das wirklich alles Pattaya-Bewohner?“
Die Seite Khwarm Jing Chon Buri–Pattaya kommentierte die Beobachtung sarkastisch und fragte, ob tatsächlich so viele Vietnamesen in Pattaya leben würden. Damit wurde der Verdacht genährt, dass die Reichweite nicht organisch gewachsen sei.
Zusätzlichen Druck erzeugte die Facebook-Seite Jakkawarn Dom Som, die als kritisch gegenüber der People’s Party gilt. Dort wurde behauptet, mehr als 90% der Follower seien vietnamesische Accounts.
Vergleich mit Amtsinhaber Poramet Ngampichet
Im Zuge der Diskussion wurden die Zahlen mit denen von Pattayas amtierendem Bürgermeister Poramet Ngampichet verglichen. Dessen Facebook-Seite soll laut Bericht etwa 27.000 Follower haben, überwiegend als echte Nutzer aus Chon Buri und Pattaya beschrieben.
Poramets aktuelle vierjährige Amtszeit endet am 21. Mai, und er strebt eine zweite Amtszeit an. Sowohl er als auch Dr. Nisamart gelten als zentrale Anwärter im Rennen um das Rathaus von Pattaya.
Kandidatin räumt „Boosting“ ein und übernimmt Verantwortung
Nachdem das Thema online schnell an Fahrt gewann, reagierte Dr. Nisamart mit einer Erklärung auf ihrer Facebook-Seite. Sie bestätigte, dass ihr Team digitale Kommunikationswerkzeuge genutzt habe, darunter zeitweise auch das Erhöhen von Follower-Zahlen.
Sie räumte ein, dass dieses Vorgehen unangemessen gewesen sei und zu Missverständnissen führen könne. Obwohl es vom Team umgesetzt worden sei, übernehme sie als Inhaberin des Accounts die volle Verantwortung.
Stopp der Maßnahmen und „Aufräumen“ des Accounts angekündigt
Dr. Nisamart erklärte, alle entsprechenden Aktivitäten seien inzwischen eingestellt worden. Zudem würden Schritte unternommen, um den Account so zu bereinigen, dass er echte Follower widerspiegele.
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Für die Zukunft kündigte sie an, sich auf transparente Kommunikation zu konzentrieren und weiter für die Menschen in Pattaya arbeiten zu wollen. Sie entschuldigte sich und bedankte sich zugleich für das Feedback aus der Öffentlichkeit.
Debatte über digitale Wahlkampfmoral und „Information Operations“
Online-Präsenz gilt in lokalen politischen Wettbewerben häufig als Indikator für Unterstützung, weshalb auffällige Zahlen besonders sensibel sind. Laut Bericht gibt es derzeit keinen Hinweis auf einen Rechtsverstoß, dennoch wird die ethische Dimension intensiv diskutiert.
Der Vorfall hat die Debatte über Standards im digitalen Wahlkampf und die wachsende Rolle von Online-„Information Operations“ in der Lokalpolitik angeheizt. Gerade in umkämpften Regionen kann der Eindruck von Popularität politisch wirksam sein.
Chon Buri als politisches Schlachtfeld zwischen People’s Party und Bhumjaithai
Chon Buri war bereits bei der Wahl am 8. Februar ein hart umkämpftes Terrain zwischen der People’s Party und Bhumjaithai. Beide Parteien gewannen dem Bericht zufolge jeweils fünf Wahlkreissitze, während die People’s Party 2023 noch sieben Sitze holte.
Bhumjaithai war 2023 in der Provinz noch ohne Sitz geblieben, schaffte aber in diesem Jahr ein deutliches Comeback. Als Faktor wird genannt, dass der lokale politische Schwergewicht Suchart Chomklin zur Partei wechselte und den Wahlkampf in der Region anführte.
Strategiewechsel: People’s Party will stärker in die Lokalpolitik
Die People’s Party versucht laut Bericht, landesweit tiefer in die Lokalpolitik vorzudringen. Hintergrund sei die Erkenntnis aus einer schwachen Performance 2026, dass lokale Netzwerke entscheidend für nationale Wahlerfolge sind.
Vor diesem Kontext bekommt der Streit um Social-Media-Zahlen zusätzliche Brisanz, weil digitale Reichweite als Teil politischer Mobilisierung gesehen wird. Gleichzeitig wächst der Druck, dass Kampagnenmethoden nachvollziehbar und glaubwürdig bleiben.
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