BANGKOK, THAILAND – Nach der Parlamentswahl vom 8. Februar ordnet die Wahlkommission Nachzählungen an acht Orten und eine Neuwahl in einer Provinz an, während massive Unstimmigkeiten bei Stimmzahlen und Wahlorganisation die offizielle Bestätigung der Ergebnisse blockieren.
Nachzählungen in Bangkok und vier Provinzen
Die Wahlkommission (EC) hat eine Nachzählung der Stimmzettel zum Verfassungsreferendum in Wahllokal Nr. 10 im Unterbezirk Kannayao im gleichnamigen Distrikt von Bangkok angeordnet, die dort am 22. Februar um 10 Uhr beginnen soll.
Zusätzlich sollen die Stimmen der Listenwahl für Abgeordnete vom 8. Februar an sieben weiteren Orten in vier Provinzen erneut ausgezählt werden, wie die Behörde in einer nächtlichen Mitteilung bekanntgab.
Neuwahl in Phayao und frühere Entscheidungen
In der nördlichen Provinz Phayao hat die Kommission zudem eine komplette Neuwahl für Direkt- und Listenabgeordnete im Wahllokal Nr. 6 im Unterbezirk Tha Wang Thong des Wahlkreises 1 im Bezirk Muang angeordnet.
Zeit und genauer Ort für diese Neuwahl sowie für die übrigen Listen-Nachzählungen will die EC nach eigenen Angaben zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichen.
Flut von Beschwerden und rechtliche Schritte
Die EC sieht sich nach der Abstimmung mit einer Flut von Beschwerden zu ihrer Wahldurchführung konfrontiert, und erste juristische Verfahren mit dem Ziel einer landesweiten Annullierung der Ergebnisse wurden bereits angestrengt.
Wähler und politische Parteien meldeten nach Angaben der Kommission tausende Vorfälle im ganzen Land, darunter fehlerhafte Handhabung von Stimmzetteln und Wahlurnen, Diskrepanzen bei Auszählungen und Online-Aktualisierungen sowie Fehlverhalten von Wahlhelfern.
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Verzögerte Bestätigung und rätselhafte Differenzen
In zahlreichen Wahllokalen wurden Abweichungen zwischen der Zahl der abgegebenen Stimmzettel und der registrierten Wähler gemeldet, was die formale Zertifizierung der Wahlergebnisse verzögert hat.
Die inoffizielle Auszählung ist seit dem Tag nach der Wahl bei 94 Prozent der Stimmen eingefroren, während für eine Bestätigung der Resultate mindestens 95 Prozent der Stimmen ausgezählt sein müssen.
Unstimmige Stimmzettelzahlen und Wahlsystem
Daten auf der inoffiziellen Ergebnis-Website der EC weisen eine Differenz von mehr als 66.000 Stimmen zwischen den landesweit abgegebenen Stimmzetteln für Direktmandate und den Stimmzetteln für die Listenwahl aus.
Da nach dem geltenden System jeder Wähler gleichzeitig zwei Stimmzettel erhält, einen für den Wahlkreis und einen für die Parteiliste, wirft diese Lücke grundlegende Fragen zur Genauigkeit der Auszählung auf.
Streit um Barcodes und geheime Wahl
Zahlreiche Einzelpersonen und Organisationen kritisierten zudem den Einsatz von Barcodes und QR-Codes auf den Stimmzetteln als Verstoß gegen das verfassungsrechtlich garantierte geheime und nicht zurückverfolgbare Wahlrecht.
Die Wahlkommission räumte ein, dass sich anhand von Seriennummern und Barcodes Stimmzettel theoretisch einzelnen Wählern zuordnen ließen, betonte aber, diese Informationen würden streng vertraulich behandelt und nicht zur Rückverfolgung genutzt.
🗳️ Vertrauen erschüttert – kann diese Wahl noch glaubwürdig sein?
Nachzählungen, neue Abstimmungen und tausende Beschwerden setzen das Wahlsystem unter Druck. Während Behörden Transparenz versprechen, wächst bei vielen die Skepsis.
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