Wahlkommission lehnt Neuauszählung in Chon Buri ab

Keine Neuauszählung, keine Beweise für Betrug – doch warum kochen die Emotionen im Wahlbezirk 1 trotzdem hoch? 🔍 Was wirklich hinter den Protesten steckt und welche Details die Kommission fast übersah …

Wahlkommission lehnt Neuauszählung in Chon Buri ab
Screenshot von Election Commission Facebook
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CHON BURI, THAILAND – Die thailändische Wahlkommission setzt den Spekulationen ein jähes Ende: In Chon Buri wird es keine Neuauszählung geben. Die Hüter der Demokratie wischten die Vorwürfe wütender Demonstranten nach einer Marathon-Sitzung vom Tisch.

Die Wahlbehörde zieht einen Schlussstrich

Am späten Donnerstagabend verkündete die Kommission ihr Urteil. Nach fünf Stunden intensiver Beratung stand fest: Die Petition der Opposition landet im Schredder. Denn die Prüfer fanden trotz akribischer Suche keinerlei Hinweise auf Betrug oder handwerkliche Fehler.

Gleichzeitig macht die Entscheidung deutlich, dass die Behörde dem Druck der Straße nicht nachgibt. Die Kommissare stützen ihr Votum auf Fakten, während die Proteste vor dem Gebäude allmählich abebbten. Dennoch bleibt die politische Stimmung in der Provinz angespannt.

Suchart Chomklin verteidigt seinen Thron

Der Kandidat der Bhumjaithai-Partei geht als klarer Sieger aus diesem bizarren Streit hervor. Mit einem Vorsprung von über 3.700 Stimmen distanzierte Suchart Chomklin seinen Rivalen von der People’s Party deutlich. Diese Zahlen lassen wenig Raum für Zweifel an der Mehrheit.

Die Kommission unter dem Vorsitz von Narong Klanwarin betonte, dass die Rechtslage eindeutig sei. Ohne konkrete Beweise für Unregelmäßigkeiten bleibt das inoffizielle Ergebnis bestehen. Damit festigt die Regierungspartei ihren Einfluss in der strategisch wichtigen Region.

Narong Klanwarin setzt seine Ehre aufs Spiel

Der Kommissionschef trat den Korruptionsvorwürfen mit ungewöhnlich scharfen Worten entgegen. Er stellte klar, dass kein Mitglied der Wahlleitung seinen Ruf oder seine Ehre für illegale Absprachen opfern würde. Sein Appell richtete sich direkt an das Volk: Vertrauen sei das Fundament der Wahl.

Phasakorn Siriphakayaporn, der stellvertretende Generalsekretär, lieferte die Erklärung für den Aufruhr gleich mit. Ein simples Missverständnis unter Beobachtern während der Urnen-Zusammenführung löste die Lawine aus. Was als Verwirrung begann, endete in einer handfesten Staatskrise im Kleinen.

Videos entpuppen sich als plumpe Fälschungen

Besonders ein Vorwurf erhitzte die Gemüter: Ein Stromausfall während der Auszählung sollte den Betrug verschleiern. Die Ermittler entlarvten das Beweis-Video jedoch schnell als Fake. Die Bilder stammten nachweislich aus der Provinz Nonthaburi und hatten mit Chon Buri nichts zu tun.

Außerdem konnten die Beschwerdeführer keine konkreten Wahllokale nennen, in denen das Licht angeblich ausging. In den über 160 geprüften Stationen gab es während der eigentlichen Arbeit keine Einwände. So zerplatzen die schweren Anschuldigungen wie Seifenblasen.

Ordnung in der Badmintonhalle statt Chaos im Müll

Ein weiterer Streitpunkt betraf Dokumente, die Beobachter angeblich im Abfall entdeckten. Die Realität sah prosaischer aus: Wegen Platzmangels lagerte die Behörde das Material in eine Sporthalle um. Dort warteten die Papiere lediglich in Kisten auf ihre ordnungsgemäße Ablage.

Auch die gefundenen Kabelbinder dienten nicht der Manipulation, sondern lagen als Ersatz für Notfälle bereit. Der Bezirksdirektor hatte den Umzug rechtzeitig veranlasst, doch die Menge interpretierte die geschäftige Unruhe falsch. Hier siegte die Paranoia über die Logik.

Das Gesetz kennt kein Pardon bei haltlosen Vorwürfen

Khanchit Charoen-in, ebenfalls Vize-Generalsekretär, berief sich bei der Abweisung auf das Organgesetz von 2018. Der Transport der Wahlurnen über eine kurze Distanz von 500 Metern entsprach exakt den Vorschriften. Paragraf 124 lässt hier keinen Spielraum für Interpretationen.

Die Wahlkommission sieht die Integrität des Prozesses somit als gewahrt an. Eine Neuauszählung würde nur den Frieden gefährden, ohne das Ergebnis zu ändern. Damit ist der Fall juristisch abgeschlossen, auch wenn die politischen Wunden wohl noch länger schmerzen.

Heiligt der Zweck jedes Mittel des Protests?

Wenn politische Verlierer jedes Missverständnis sofort zur Verschwörung erklären, gerät das System ins Wanken. Die Kommission hat zwar die Fakten auf ihrer Seite, doch wie gewinnt man das Vertrauen derer zurück, die in jeder Badmintonhalle einen Tatort vermuten? Bleibt am Ende nur die Erkenntnis, dass Fakten allein gegen die Macht der Bilder oft machtlos sind?

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Quelle: Bangkok Post

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