Wahlkommission verteidigt Barcodes auf Stimmzetteln

🚨🗳️ Neue Sicherheitsmaßnahmen bei Wahlen sorgen für Diskussionen. Offizielle Stellen weisen Kritik zurück und betonen den Schutz der Stimmabgabe. Doch viele fragen sich: Wie sicher ist das System wirklich?

Wahlkommission verteidigt Barcodes auf Stimmzetteln
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BANGKOK, THAILAND – Die thailändische Wahlkommission verteidigt den Einsatz von Barcodes auf Stimmzetteln als Sicherheitsmaßnahme, während IT-Experten und Oppositionspolitiker vor Risiken für die Wahlgeheimhaltung nach einem landesweiten Datenleck warnen. Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, dass sich mit Hilfe von geleakten Wählerdaten und identifizierbaren Stimmzetteln das Wahlgeheimnis zumindest theoretisch aushebeln lasse.

Verteidigung der Wahlkommission

Der Generalsekretär der Wahlkommission, Sawaeng Boonmee, hat den Einsatz von Barcodes auf Stimmzetteln als notwendig zum Schutz vor Fälschungen und Missbrauch gerechtfertigt.

In einem inzwischen gelöschten Facebook-Beitrag betonte er, die Grundsätze der direkten und geheimen Wahl seien zentrale Menschenrechtsstandards der Vereinten Nationen und würden durch die Barcodes nicht verletzt.

Argumente für mehr Wahlsicherheit

Sawaeng erklärte, die Barcodes seien Teil eines Pakets von Maßnahmen, mit dem Wahlen „frei und fair“ gehalten und Manipulationen wie Stimmzettelfälschungen, die Nutzung von Stimmzetteln in falschen Wahlkreisen sowie Fehler bei Verteilung und Verwaltung verhindert werden sollten.

Er verwies darauf, dass Sicherheitsverfahren so gestaltet seien, dass sie die Wahlgeheimhaltung nicht berührten, unter anderem durch getrennte Aufbewahrung von Stimmzetteln, Abschnitten und Wählerlisten sowie unterschiedliche Zuständigkeiten für die jeweiligen Bearbeitungsschritte.

Streit um mögliche Rückverfolgung von Stimmen

Zu der Befürchtung, Fotos von Stimmzetteln mit Barcode könnten Rückschlüsse auf das Wahlverhalten ermöglichen, sagte Sawaeng, dies sei „definitiv nicht möglich“.

Nach seinen Angaben ist der Zugang zu allen Unterlagen, mit denen Wähler und Stimmzettel verknüpft werden könnten, streng reglementiert und setze in der Regel eine gerichtliche Anordnung im Rahmen von Wahlbeschwerden voraus.

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Einzelfälle von Fehlverhalten an Wahllokalen

Sawaeng räumte allerdings zwei gemeldete Fälle mutmaßlichen Fehlverhaltens von Wahlhelfern ein, bezeichnete diese aber als individuelle Verstöße.

Solche Vorfälle dürften nach seiner Darstellung nicht als Beleg dafür gewertet werden, dass das gesamte Wahlsystem als solches beeinträchtigt sei.

Warnung vor landesweitem Datenleck

Der Technologie-Manager Thanarat Kuawattanaphan, Chief Operating Officer des Unternehmens DomeCloud, berichtete dagegen von gravierenden Schwachstellen im System zur Wählerverifizierung, die zu einem landesweiten Abfluss von Wählerdaten geführt hätten.

Ein sogenannter White-Hat-Hacker habe ihn demnach darauf hingewiesen, dass grundlegende Cybersicherheits-Vorkehrungen fehlten und dadurch eine unautorisierte Kopie der nationalen Wählerdatenbank möglich gewesen sei.

Verknüpfung mit anderen Datenbanken

Nach Angaben Thanarats enthielt das Datenleck auch laufende Wählernummen, die zugleich auf den abtrennbaren Stimmzettelabschnitten vermerkt sind und so den technischen Aufwand für eine mögliche Zuordnung von Person und Stimmverhalten verringern könnten.

Er erklärte weiter, die neu geleakten Wählerlisten seien mit bereits zuvor abgeflossenen Personendatensätzen zusammengeführt worden, sodass nun sehr detaillierte Datensammlungen inklusive nationaler ID-Nummern entstanden seien, die in Datengruppen zu niedrigen Preisen gehandelt würden.

Kritik aus der Opposition am Identifikationssystem

Der Vorsitzende der People’s Party, Natthaphong Ruengpanyawut, sagte, zwei Drittel der Informationen, die nötig seien, um Stimmzettel potenziell zu identifizieren, lägen bereits öffentlich vor.

Dazu zählte er Aufnahmen der pinkfarbenen Stimmzettel aus der Stimmauszählung sowie die geleakten landesweiten Wählernummern.

Debatte um das Wahlgeheimnis

Natthaphong argumentierte, es fehlten im Kern nur noch die Stimmzettelabschnitte, und wenn auch nur ein Abschnitt mit öffentlich zugänglichen Fotos aus der Auszählung abgeglichen werden könne, sei der Anspruch der Wahlkommission auf eine tatsächlich direkte und geheime Wahl infrage gestellt.

Nach seiner Darstellung wurzelt das Problem in Identifikatoren wie Barcodes, die einzelne Stimmzettel eindeutig einer Person zuordnen könnten und damit zum Kern der aktuellen Debatte um Vertrauen in den Wahlprozess geworden sind.

🗳️ Mehr Sicherheit – oder wächst die Angst vor Kontrolle?

Barcodes sollen Wahlen sicherer machen und Betrug verhindern. Doch für manche werfen sie Fragen zum Schutz der geheimen Stimmabgabe auf. Vertrauen ist schließlich das Fundament jeder Demokratie.
Sind solche Technologien ein Fortschritt für faire Wahlen – oder könnten sie Misstrauen schüren?
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Quelle: ThaiEnquirer facebook

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