BANGKOK – Ein simples Online-Posting löst ein Riesenecho aus. Eine Userin fragt nach dem unverwechselbaren Geruch der Bangkok MRT. Die Antworten der Fahrgäste offenbaren eine erstaunliche Geruchswelt unter der Stadt.
Die Frage, die alle beschäftigt
In der Facebook-Gruppe „คนขึ้นรถไฟฟ้า – คอมมูนิตี้“ (etwa: U-Bahn-Fahrer-Community) stellte eine Nutzerin die entscheidende Frage. Sie beschrieb den Geruch des Metropolitan Rapid Transit (MRT) als eigenartig, spezifisch und unvergleichlich.
Weder angenehm noch unangenehm, einfach einzigartig. Diese scheinbar simple Frage entfachte eine lebhafte Debatte unter Tausenden Pendlern. Jeder hatte eine andere Theorie oder Wahrnehmung.
Die erstaunliche Geruchs-Landkarte der MRT
Die Diskussion offenbarte: Jede Station hat ihr eigenes Geruchs-Profil. Angeblich duftet es an der Station Phra Ram 9 nach frischen Waffeln. Bang Sue hingegen trägt eine Note von Tintenfisch.
In Wat Mangkon liegt der Duft getrockneter chinesischer Waren in der Luft. Die Station Sukhumvit, nahe der BTS-Umsteigemöglichkeit, riecht nach Zitronengras und Mückenspray.
Noch skurrilere Zuschreibungen: Huai Khwang nach medizinischer Salbe, Samyan nach Weihrauch, das Government Complex gelegentlich nach Gras und Kamphaeng Phet nach Durian.
Die wissenschaftlichen Theorien zum U-Bahn-Duft
Doch woher kommen diese Gerüche? Viele User*innen versuchten, eine ernsthafte Erklärung zu finden. Häufig genannte Ursachen sind Bentonit-Ton, metallische Materialien und Schmieröle aus den Tunneln.
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Auch das Belüftungssystem, die Stahlschienen und die spezielle Tunnel-Luft könnten den charakteristischen Duftcocktail erzeugen. Andere vermuten muffige Feuchtigkeit, Klimaanlagen, Reinigungsmittel und angesammelte Menschendüfte.
„U-Bahnen auf der ganzen Welt riechen irgendwie ähnlich“, merkte ein Nutzer an. Japanische und singapurische U-Bahnen sollen vergleichbare Aromen haben.
Von Eklig bis Nostalgisch: Die Gefühle zum MRT-Duft
Die Reaktionen der Fahrgäste sind gespalten. Während einige den Geruch mit starkem Körpergeruch in den Stoßzeiten oder unangenehmen Ausdünstungen an bestimmten Stationen verbinden, haben andere eine echte Zuneigung entwickelt.
Eine Person gab sogar zu, manchmal nur zu fahren, um die vertraute Atmosphäre und den Geruch wieder zu erleben. Ein anderer User umschrieb den Duft sogar poetisch als „den Geruch des Fortschritts“.
Dies zeigt, wie sehr alltägliche Sinneseindrücke mit unseren Erinnerungen und unserem Gefühl für eine Stadt verwoben sein können.
Soziales Phänomen mit Tiefgang
Was als kleine Online-Frage begann, wurde zu einem sozialen Spiegel. Die Diskussion zeigt, wie Menschen ihre urbane Umgebung wahrnehmen und gemeinsam entschlüsseln wollen.
Sie beweist auch, dass die MRT mehr ist als nur ein Transportmittel – sie ist ein sensorisches Erlebnis, das die Bewohner*innen Bangkoks verbindet.
Das Rätsel um den endgültigen „MRT-Duft“ bleibt wohl ungelöst. Doch eines ist klar: Die Bangkok MRT riecht nach Heimat, Alltag und einer Millionenmetropole im Untergrund.
🗣 Wenn eine Stadt einen eigenen Geruch bekommt
Manche nennen es „den Duft des Fortschritts“. Andere sagen: Medizin, Schweiß, Metall, Durian.
Und plötzlich diskutiert ein ganzes Netzwerk darüber, wie sich Bangkok eigentlich anfühlt – nicht aussieht.
Sind solche Alltagsdetails das, was eine Stadt wirklich prägt?
Oder zeigt diese Debatte nur, wie sehr wir uns an Dinge gewöhnen, bis jemand die einfache Frage stellt:
„Sag mal… was riecht hier eigentlich so?“
Und du:
Magst du den MRT-Geruch – oder vermeidest du ihn?



