Wird Thailand zu teuer – und verliert es sein Lächeln?

🇹🇭 Wird Thailand teuer und unfreundlich? Zwischen Taxi-Scams, steigenden Preisen in Bangkok und Kritik an der Tourism Authority of Thailand brodelt die Debatte. Ist das „Land of Smiles“ noch das, was es einmal war?

Wird Thailand zu teuer – und verliert es sein Lächeln?
KhaoSod English
Google Werbung

BANGKOK, THAILAND – Debatten um angeblich unfreundliche Begegnungen und steigende Kosten haben in den vergangenen Wochen die lokale Berichterstattung bestimmt und stellen das Image des „Landes des Lächelns“ zunehmend auf die Probe. Gleichzeitig verweisen Stimmen aus dem Land darauf, dass Wahrnehmungen von Höflichkeit und Preisniveau stark von Herkunft, Einkommen und Erwartungen der Besucher abhängen.

Kritik an Preisen und Umgangston

In thailändischen Medien wurden zuletzt vermehrt Beschwerden einiger ausländischer Urlauber thematisiert, die Kosten als zu hoch empfinden und Teile der Bevölkerung als unfreundlich oder sogar unhöflich beschreiben.

Dem wird entgegengehalten, dass Urteile über Preise und Höflichkeit subjektiv seien und stark davon abhingen, ob jemand aus wohlhabenden Ländern Nord­europas, den USA, Japan, Singapur oder Südkorea anreise, wo Durchschnittslöhne ein Vielfaches über dem Einkommensniveau in Bangkok liegen.

Belastung der Einheimischen und Wettbewerbsdruck

Aus thailändischer Sicht wird betont, dass das Alltagsleben für viele arbeitende Thais ohnehin hart sei und Löhne nicht weiter gedrückt werden könnten, da zahlreiche Menschen bereits unterbeschäftigt seien oder keinen echten existenzsichernden Verdienst erzielten.

Zugleich wird eingeräumt, dass das Land sich dem Preisvergleich mit regionalen Konkurrenten wie Ho-Chi-Minh-Stadt oder Kathmandu stellen müsse, auch wenn jede Destination ihre eigene Anziehungskraft habe und nicht allein über die billigste Option definiert werde.

Rolle der Tourismusbehörde und strukturelle Probleme

Von der Tourism Authority of Thailand (TAT) wird gefordert, sich stärker um konkrete Missstände wie Taxibetrug, etwa Fahrer, die das Taxameter verweigern, zu kümmern, anstatt hauptsächlich auf teure Werbekampagnen zu setzen.

Ebenso wird kritisiert, dass das seit Jahren bestehende System unterschiedlicher Eintrittspreise an öffentlichen Sehenswürdigkeiten für Einheimische und Ausländer bei vielen Besuchern den Eindruck von Diskriminierung oder Ausnutzung hinterlasse und konsequent angegangen werden müsse.

Steigende Kosten durch neue Zielgruppen

Der Trend zu digitalen Nomaden und auf „Premium“-Tourismus ausgerichtete Angebote hat nach Einschätzung lokaler Beobachter die Preise in wichtigen Zentren wie Bangkok und Phuket spürbar nach oben getrieben und damit den Druck auf das Markenversprechen vom „Land des Lächelns“ erhöht.

Dennoch wird darauf hingewiesen, dass Reisende, die bereit sind, „wie Einheimische“ zu essen, mit rund vier US-Dollar pro Mahlzeit auskommen und zahlreiche einfache, kostengünstige Unterkünfte finden können, sofern sie bei Komfort und Ansprüchen flexibel bleiben.

Gastfreundschaft, Alltagsverhalten und gesellschaftlicher Wandel

Parallel zur Preisdiskussion wird in Bangkok die Frage gestellt, ob Thais weniger gastfreundlich geworden seien, wobei insbesondere bei jüngeren Erwachsenen beobachtet wird, dass sie in BTS-Skytrain und MRT häufiger älteren, gebrechlichen Menschen oder Kindern keinen Sitzplatz mehr anbieten.

Stört Sie die Werbung?
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
ZUM ANGEBOT

Dieses Verhalten wird als allgemeiner gesellschaftlicher Trend beschrieben, der sich nicht speziell gegen Ausländer richte und durch öffentliche Kampagnen zur Rückbesinnung auf Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft gegenüber Einheimischen wie Besuchern positiv beeinflusst werden könne.

Appell an Rücksicht und gegenseitigen Respekt

Kommentatoren verweisen darauf, dass ein freundlicher Umgang mit Touristen letztlich Ausdruck einer insgesamt fürsorglichen Gesellschaft sei, von der auch benachteiligte Gruppen wie Obdachlose in Bangkok profitieren könnten.

Langfristig, so die Einschätzung, blieben Reisenden trotz mancher negativer Erlebnisse vor allem jene Geschichten im Gedächtnis, die sich Jahre später noch erzählen lassen, während zugleich die Aufforderung mitschwingt, andere so zu behandeln, wie man es sich in der Fremde selbst wünschen würde.

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: KhaoSod English

Wichtiger Hinweis für unsere Leser

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln:

  • Höflichkeit: Keine Beleidigungen, Kraftausdrücke oder Gewaltandrohungen.
  • Sorgfalt: Bitte achten Sie auf die korrekte Schreibweise von Namen.
  • Quellen: Zitate nur mit Namensnennung (Internet-Links/URLs sind nicht erlaubt).
  • Themen: Bitte keine Kritik an der Regierung, der Monarchie oder Diskussionen zur Moderation.
Vorbehalt der Redaktion: Wir behalten uns das Recht vor, Kommentare nachträglich zu bearbeiten oder zu löschen, sollten diese gegen unsere Regeln oder geltendes Recht verstoßen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert