PHUKET – Der Traum droht zum Albtraum zu werden. Der Phuket Tourist Association warnt: Die berühmte Ferieninsel ist an ihrer absoluten Belastungsgrenze. Während die Touristenzahlen explodieren, bleiben lebenswichtige Infrastruktur-Projekte seit Jahrzehnten auf der Strecke.
Eine Million Menschen – auf einer Insel für 400.000
Die Zahlen sind erschreckend. Phuket wurde für rund 400.000 Bewohner ausgelegt. Doch die Realität sieht düster aus.
Über 400.000 zusätzliche Arbeitskräfte, etwa 130.000 registrierte Wanderarbeiter und in der Hochsaison fast eine Million Touristen quetschen sich auf die Insel.
„Dieses Level übersteigt das, was Phuket vernünftigerweise verkraften kann“, sagt Thaneth Tantipiriyakij, Präsident des Tourismusverbands. Das Problem sei schon während der „Phuket Sandbox“-Phase offensichtlich gewesen.
Seit 30 Jahren dieselben leeren Versprechungen
Die Probleme sind altbekannt, die Lösungen liegen seit Jahrzehnten in der Schublade. Zwei Großprojekte stehen symbolisch für das Staatsversagen.
Das Kathu-Patong-Tunnel-Projekt liegt nach Regierungswechseln wieder auf Eis. Die lebenswichtige Wasserleitung vom Cheow-Lan-Damm wird seit 20 bis 30 Jahren diskutiert, ohne dass ein Meter Rohr verlegt wurde.
Aus Milliarden-Investitionen sind inzwischen Zehntausende Millionen Baht notwendig geworden – allein durch die Verzögerung.
Teure Gäste, leere Leitungen und verstopfte Straßen
Die Strategie, vermehrt auf qualitativ hochwertige Touristen zu setzen, geht auf. Die Pro-Kopf-Ausgaben liegen bei über 50.000 Baht (ca. 1.250 Euro).
Doch was nützt das Geld, wenn die Wasserversorgung zusammenbricht und die Straßen permanent verstopft sind? Der Tourismusboom darf nicht auf Kosten der Lebensqualität der Einheimischen gehen.
„Phukets Wachstum darf nicht die lokale Lebensqualität opfern“, so der eindringliche Appell des Verbandspräsidenten.
Die Lösung: „City Pairing“ und endlich Taten
Als Teil der Lösung schlägt der Verband „City Pairing“ vor. Phuket soll als Drehscheibe dienen und mit Zielen wie Phang Nga oder Ranong kombiniert werden, um den Druck zu verteilen.
Doch das ist nur ein Pflaster. Die eigentliche Forderung ist klar: Die Regierung muss endlich von leeren Diskussionen zu echten Taten übergehen.
Die Pläne für Infrastruktur und öffentliche Versorgung existierten seit Ewigkeiten. Jetzt muss gebaut werden, sonst droht der Kollaps.
Was passiert, wenn nichts passiert?
Die Warnungen sind deutlich. Ohne sofortige Investitionen in Wasser, Verkehr und Energie wird das Paradies seine Attraktivität verlieren.
Statt Qualitätstourismus drohen dann Bilder von überfüllten Stränden, stundenlangen Staus und Wasserknappheit. Das wäre das Ende des Phuket-Booms.
Die Uhr tickt. Die Insel kann nicht länger warten, während Bangkok debattiert. Der Notruf aus Phuket muss erhört werden.
🗣 Wann kippt der Erfolg ins Problem?
Mehr Gäste, mehr Geld – aber auch mehr Stau, Wassermangel und Frust.
Kann eine Insel unbegrenzt wachsen, ohne ihre Lebensqualität zu verlieren?
Ist „Qualitätstourismus“ echte Lösung oder nur ein neues Schlagwort für alte Versäumnisse?
Und wie lange akzeptieren Einheimische noch, dass Projekte seit Jahrzehnten nur versprochen werden?




An der Infrastruktur wurde zuviel verpasst, ich glaube das ist fast nicht mehr aufzuholen. Von dem vielen verdienten Geld wurde nichts investiert und nur in die eigene Tasche gesteckt. Wenn Phuket fällt hat Thailand ein Problem. Aber es gibt ja heute bessere und günstigere Alternativen.