BANGKOK, THAILAND – Die Parlamentswahl am 8. Februar gilt als Duell zwischen der reformorientierten People’s Party und der konservativen Regierungspartei Bhumjaithai, während Pheu Thai laut Umfragen zur entscheidenden Kraft für Koalitionsbildungen werden könnte. Parallel zur Wahl über ein neues Parlament entscheiden die Wählerinnen und Wähler in einem Referendum über die Ausarbeitung einer neuen Verfassung, was den Urnengang zum bislang teuersten nationalen Votum des Landes macht.
Kopf-an-Kopf-Rennen vor der Wahl
Meinungsforscher sahen in den vergangenen Befragungen die oppositionelle People’s Party mit ihrem Spitzenkandidaten Natthaphong Ruengpanyawut knapp vor Bhumjaithai und deren Premierministerkandidaten Anutin Charnvirakul.
Inhaltlich stellte die People’s Party Reformen und stärkere politische Rechenschaftspflicht in den Mittelpunkt, während Bhumjaithai mit dem Thema nationale Sicherheit und dem Konflikt an der Grenze zu Kambodscha um Unterstützung warb.
Starke Wahlkreise versus starke Listen
Analysten betonten, dass die veröffentlichten Umfragen vor allem die Stimmenverteilung in der landesweiten Parteiliste spiegelten, in der lediglich 100 Sitze vergeben werden.
Beim entscheidenden Rennen um die 400 Direktmandate in den Wahlkreisen trauten mehrere Politikwissenschaftler Bhumjaithai jedoch zu, die People’s Party zu überholen und mit einem Vorsprung von 10 bis 20 Sitzen ins Ziel zu gehen.
Pheu Thai als möglicher Königsmacher
Die frühere Regierungspartei Pheu Thai, die nach der Wahl 2023 zwei Koalitionsregierungen angeführt hatte, lag in aktuellen Umfragen zwar nur auf Platz drei, wurde von Beobachtern aber als möglicher Königsmacher eingestuft.
Pheu Thai könne demnach sowohl einen Sieg von Bhumjaithai als auch einen Erfolg der People’s Party absichern, indem sie jeweils beim Aufbau einer neuen Regierung unterstütze oder blockiere.
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Umfragen zu Sitzverteilungen und Koalitionen
Der Politikwissenschaftler Yuttaporn Issarachai von der Sukhothai Thammathirat Open University prognostizierte für Bhumjaithai 140 bis 150 Sitze, für die People’s Party 120 bis 130, für Pheu Thai 100 bis 120, für Klatham 40 bis 50 sowie für die Demokraten 20 bis 25 Mandate.
Ähnliche Größenordnungen nannten Suvicha Pouaree vom NIDA Poll Centre und Stithorn Thananithichot von der Chulalongkorn Universität, die Bhumjaithai jeweils knapp vor der People’s Party sahen und Pheu Thai klar auf dem dritten Rang einordneten.
Politische Lager und rote Linien
Sollte Bhumjaithai vorne liegen, sehen Experten als bevorzugte Option eine Koalition mit Pheu Thai und Klatham, da diese Parteien als politisch leichter handhabbar als die People’s Party und die Demokraten gelten.
People’s Party und Demokraten hatten im Vorfeld erklärt, nicht mit Klatham zusammenarbeiten zu wollen, weil die Partei mit Vorwürfen in Verbindung gebracht wurde, sie stehe in Beziehung zu sogenanntem „grey money“.
Der Weg Anutins ins Amt des Regierungschefs
Bhumjaithai war nach der Wahl 2023 mit 71 Sitzen zwar nur drittstärkste Kraft geworden, stellte aber im September dennoch den Regierungschef, nachdem das Vorgängerbündnis Move Forward und Pheu Thai keine Regierung hatten bilden können.
Die Abgeordneten der nunmehr führenden Oppositionskraft People’s Party stimmten für Anutin als Premierminister, ohne seiner Regierung beizutreten, nachdem ein Gericht Move Forward aufgelöst und deren Führungsfigur Pita Limjaroenrat für 10 Jahre von politischen Ämtern ausgeschlossen hatte.
Technokraten im Kabinett und wachsender Rückhalt
Im Gegenzug für die Unterstützung der People’s Party sagte Bhumjaithai zu, eine Verfassungsänderung zu ermöglichen, die den Weg für eine komplett neue Charta ebnen sollte, behielt aber zentrale Kabinettsposten unter eigener Kontrolle.
Anutin berief mehrere anerkannte Fachleute als Minister, darunter Handelsministerin Suphajee Suthumpun, Außenminister Sihasak Phuangketkeow und Finanzminister Ekniti Nitithanprapas, deren Arbeit in den vergangenen vier Monaten als positiv bewertet wurde und die das öffentliche Profil der Partei deutlich schärften.
Teuerste nationale Abstimmung der Geschichte
Am Wahltag stimmen rund 52,9 Millionen Wahlberechtigte nicht nur über 500 Abgeordnete, sondern zugleich über die Frage ab, ob eine neue Verfassung ausgearbeitet werden soll, wofür die Wahlkommission eine Beteiligung von über 75 Prozent erwartet.
Für die Abstimmung, bei der jede Person drei Stimmzettel – für Parteiliste, Wahlkreiskandidat und Referendum – erhält, veranschlagte die Wahlkommission EC Gesamtkosten von 8,97 Milliarden Baht, womit es sich um die bislang teuerste nationale Wahl des Landes handelt.
🗳️ Richtungsentscheidung für Thailand
Zwei politische Lager stehen sich gegenüber wie selten zuvor. Während die einen tiefgreifende Reformen versprechen, setzen andere auf Stabilität und Sicherheit. Gleichzeitig könnte eine dritte Partei am Ende über die Regierung entscheiden.
Steht Thailand vor einem echten politischen Umbruch – oder gewinnt am Ende doch die Kontinuität?
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Zumindest ist jetzt wieder für eine Weile Ruhe mit den brüllenden Pick-Up-Trucks, die bereits um halb Sieben am Morgen mit ohrenbetäubendem Geschrei durch die an sich ruhigen Gegenden fahren, deren Lautsprecher sich größenmäßig kaum von denen eines Open-Air Konzertes unterscheiden, daß es einen aus dem Bett lupft und alle Hunderudel vor Schmerzen in ein minutenlanges Jaulkonzert verwandelt (ernsthaft, mir tun die Tiere echt leid, die können sich NICHT die Ohren zuhalten oder wie ich einen Gehörschutz aufziehen, wenn diese Verrückten stellenweise mit 3 oder 4 Trucks gleichzeitig hintereinander mit Volle-Pulle-Lautstärke am Haus vorbeizieht mit Schrittgeschwindigkeit…). Da wackelt ungelogen das Geschirr im Schrank, das ist Körperverletzung in höchster Vollendung…. mir als Expat ist es in weiten Teilen -verzeihung- furzegal, welche korrupte Partei den Premier stellt und Regierungsverantwortung übernimmt. So gesehen hoffe ich, daß der heutige Wahlsieger ein langes und gesundes politisches Leben als Regierungschef führt….