USA prüfen Thailand wegen Währungsmanipulation

💰 In Bangkok spricht der Finanzminister Klartext über Thailands Währungspolitik – und über dunkle Geldströme, die bald im Visier stehen sollen. Was steckt dahinter?

USA prüfen Thailand wegen Währungsmanipulation
Somchai Poomlard, Bangkok Post

Baht unter Beschuss! Finanzminister weist Vorwürfe der Währungs-Manipulation zurück

Thailands Finanzminister Ekniti Nitithanprapas hat sich entschieden gegen den Verdacht der Währungs-Manipulation gewehrt. In einer dramatischen Stellungnahme betonte er, die thailändische Zentralbank verfüge über die nötigen Werkzeuge, um die Währung zu steuern, ohne in den Markt eingreifen zu müssen. Die Erklärung erfolgte kurz nach der Bekanntgabe einer wichtigen Einigung mit dem US-Finanzministerium, die Thailands Wechselkurspolitik jedoch unberührt lässt. Gleichzeitig kündigte der Minister eine verschärfte Jagd auf illegale Geldbewegungen an.

Klare Worte des Finanzministers

Der thailändische Finanzminister Ekniti Nitithanprapas positionierte sich am Mittwoch unmissverständlich: „Wir haben in der Vergangenheit das Management des Baht nicht verzerrt, denn das ist etwas, worüber unsere Zentralbank sehr vorsichtig ist“, erklärte er gegenüber Reportern. Seine Botschaft war eine klare Absage an alle Spekulationen, Thailand könnte seinen Wechselkurs künstlich beeinflussen, um sich Handelsvorteile zu verschaffen. 

Der Minister versicherte, dass es Mechanismen gebe, um die Währung zu überwachen, ohne dass ein Eingreifen nötig sei. Es sei ausdrücklich die Absicht der Regierung, keine Verzerrungen zu verursachen. Diese starken Worte sind von großer Bedeutung, denn die USA führen eine Beobachtungsliste für Länder, die unter Verdacht stehen, ihre Währung zu manipulieren.

Geheimdeal mit den USA entschärft Konflikt

Hintergrund der Eile ist eine sofort bekanntgegebene Vereinbarung zwischen dem US-Finanzministerium und der thailändischen Zentralbank (BoT). Darin verpflichten sich beide Seiten, keine Kapitalverkehrtsmaßnahmen oder staatliche Investmentvehikel wie Pensionsfonds einzusetzen, um gezielt Wechselkurse zu beeinflussen. Diese Einigung ist ein diplomatischer Erfolg für Thailand, denn sie verhindert potenzielle Sanktionen. 

Chayawadee Chai-anant, Assistenzgouverneurin der Zentralbank, beruhigte die Märkte: Die Vereinbarung beeinträchtige weder Thailands Wechselkurspolitik noch das Ziel, die Wechselkursstabilität aufrechtzuerhalten. In der aktuellen US-Überwachungsliste stehen zwar neun Volkswirtschaften, darunter China, Deutschland und Vietnam, doch Thailand ist nicht unter ihnen. Die klare Kommunikation soll genau das verhindern.

Großfahndung auf „graues Geld“ bis Dezember

Parallel zum Währungsthema kündigte Finanzminister Ekniti eine groß angelegte Offensive gegen illegales Geld an. Die Behörden arbeiten unter Hochdruck daran, die Untersuchungen von „grauem Geld“ bis Dezember an internationale Standards anzupassen. Das Ziel ist es, auf das Niveau von Organisationen wie der OECD, dem Internationalen Währungsfonds und der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich zu kommen, die alle strenge Standards für Geldwäsche-Untersuchungen einhalten. 

Ein eigens eingerichtetes Unterkomitee unter Eknitis Vorsitz hat den klaren Auftrag, die Schwachstellen in den Geldflüssen zu identifizieren, die eine ordnungsgemäße Untersuchung bisher verhindert haben. Bis Dezember werden erste konkrete Ergebnisse erwartet. Dieser Vorstoß zeigt, dass Thailand ernsthaft daran arbeitet, seinen Finanzsektor sauberer und transparenter zu machen.

💬 Was denklen Sie?

Thailands Finanzminister will Transparenz – kein Eingriff in den Baht, kein Währungs-Trick. Gleichzeitig soll „Grey Money“ im Milliardenbereich aufgedeckt werden.
Doch kann Bangkok den Spagat schaffen zwischen internationalem Druck, Kapitalflucht und dem Kampf gegen illegale Geldströme – ohne das Vertrauen der Märkte zu verlieren?

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Quelle: Bangkok Post

Dieser Artikel ist auch auf Englisch verfügbar. (This article is also available in English.) → English version

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