Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrte Thailand-Interessierte,
mit großem Interesse verfolge ich die aktuellen Diskussionen rund um die Aufhebung des nachmittäglichen Alkoholverkaufsverbots in Thailand. Die Verwirrung vieler Reisender, die wie im Forum berichtet nach 14:00 Uhr in einer 7-Eleven-Filiale kein Bier erwerben konnten, ist absolut verständlich, bedarf aber einer rechtlichen Einordnung.
Fakt ist: Das Nationale Komitee für Alkoholpolitik hat Mitte November 2025 tatsächlich beschlossen, das seit 1972 bestehende Verkaufsverbot zwischen 14:00 und 17:00 Uhr aufzuheben, um den Tourismus und die Wirtschaft anzukurbeln. Dennoch handelte das Personal in dem geschilderten Fall gesetzeskonform.
In Thailand greifen Gesetzesänderungen oder ministerielle Anordnungen oft nicht sofort mit der medialen Ankündigung. Es bedarf in der Regel einer offiziellen Veröffentlichung in der „Royal Gazette“ sowie einer klaren Dienstanweisung an die Einzelhändler.
Große Franchise-Unternehmen wie 7-Eleven sind hierbei an strikte interne Compliance-Vorgaben gebunden. Da das neue Alkohol-Kontrollgesetz erst Anfang November 2025 in Kraft trat und drastisch erhöhte Geldstrafen für Verstöße vorsieht, riskieren Filialleiter keinen vorzeitigen Verkauf ohne schriftliche Genehmigung.
Es herrscht derzeit eine Übergangsphase. Während das Verbot politisch gefallen ist, hinkt die administrative Umsetzung hinterher. Zudem wird diskutiert, ob die Lockerung zunächst nur in ausgewählten Tourismuszonen oder landesweit für den Einzelhandel gilt. Bis zur endgültigen Klärung bleibt der Griff in den Kühlschrank am Nachmittag ein Glücksspiel, bei dem die großen Ketten auf Nummer sicher gehen.
Wer also vor verschlossenen Schiebetüren steht, sollte dies nicht als Schikane, sondern als Vorsicht vor den strengen thailändischen Gesetzen werten. Es ist davon auszugehen, dass sich die Situation bis Dezember 2025 normalisiert haben wird.
Mit freundlichen Grüßen
Ein aufmerksamer Thailand-Beobachter
Anmerkung der Redaktion
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