Pressefreiheit unter Druck – HRW fordert Stopp

📰 Ein australischer Journalist steht in Bangkok vor Gericht – wegen Artikel über Malaysia. Jetzt fordern Menschenrechtsorganisationen weltweit: Thailand soll sich entscheiden…

Pressefreiheit unter Druck – HRW fordert Stopp
Thai Lawyers for Human Rights
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BANGKOK – Der australische Journalist Murray Hunter muss sich in Thailand vor Gericht verantworten. Ihm wird Verleumdung vorgeworfen, weil er über eine malaysische Behörde berichtet hat. Menschenrechtsorganisationen schlagen Alarm.

Festnahme am Flughafen

Am 29. September 2025 wurde Hunter am Suvarnabhumi Flughafen festgenommen. Er wartete gerade auf seinen Flug nach Hongkong.

Die thailändischen Behörden konfiszierten seinen Pass. Der Journalist kam gegen Kaution frei, darf das Land aber nicht verlassen.

„Die Festnahme und Anklage gegen Murray Hunter sind alarmierende Beispiele für die Unterdrückung kritischer Stimmen“, sagt Daniela Gavshon von Human Rights Watch.

Schwere Vorwürfe mit Haftstrafe

Hunter muss sich wegen vier Fällen von „Verleumdung durch Veröffentlichung“ verantworten. Jede Anklage kann bis zu zwei Jahre Haft bringen.

Zusätzlich drohen ihm Geldstrafen von bis zu 200.000 Baht (etwa 5.000 Euro) pro Punkt. Der Prozess beginnt am 22. Dezember.

Die Anklage bezieht sich auf Artikel, die Hunter im April 2024 in seinem Substack-Newsletter veröffentlicht hatte.

Malaysia als treibende Kraft

Hinter der Klage steht die Malaysian Communications and Multimedia Commission. Die Behörde hat in Thailand einen Rechtsvertreter engagiert.

Menschenrechtsorganisationen werfen Malaysia vor, mit der Klage in Thailand eine neue Strategie zu verfolgen, um kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen.

„Die thailändische Regierung sollte die malaysische Regierung nicht dabei unterstützen, ihre Kritiker zu zensieren und zu verfolgen“, so Gavshon.

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ZUM ANGEBOT

Internationale Kritik wird lauter

Human Rights Watch fordert Thailand auf, die Anklage sofort fallen zu lassen. Strafrechtliche Verleumdungsklagen seien nicht mit der Meinungsfreiheit vereinbar.

Auch die UNO spricht sich gegen Gefängnisstrafen für Verleumdung aus. Thailand ignoriere diese Empfehlungen jedoch systematisch.

„Australien und andere besorgte Nationen sollten Thailand mitteilen, dass die Verfolgung Hunters dem Ansehen des Landes schadet“, betont die Menschenrechtsorganisation.

Thailand unter Druck

Seit dem Militärputsch 2014 wurden in Thailand fast 2.000 Menschen wegen der Ausübung ihrer Meinungsfreiheit verfolgt.

Der Fall Hunter zeigt, dass Thailand auch foreign governments bei der Unterdrückung von Kritikern hilft. Ein gefährlicher Trend für die Demokratie.

Die internationale Gemeinschaft beobachtet den Prozess im Dezember genau. Thailands Ruf steht auf dem Spiel.

🗣 Darf Journalismus strafbar sein?

Ein Journalist schreibt kritisch – und landet vor Gericht. Ist das Schutz der Reputation oder Angriff auf die Pressefreiheit? Wenn sogar UN-Gremien die Entkriminalisierung fordern: Hat Thailand hier eine Grenze überschritten – oder verteidigt es nur das Gesetz? Was meint ihr?

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Quelle: Bangkok Post

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